Anbetung

Anbetung

Andreas Brath

„Gott anbeten heißt ihn anerkennen als das höchste Wesen und sich absolut ausliefern an den unendlichen Gott“ (KMb 1946, 63). In freier Zuwendung zu Gott aus der Tiefe des Herzens beugt sich der Mensch in vollendetem Abhängig- und Kleinsein vor der unendlichen Macht und Größe Gottes (summa majestas) und verschenkt sich und sein Leben an den unendlich guten und liebenswerten Gott (summa bonitas). In diesem Sinn kann Anbetung als Höchstform des >>Gebetes und der Gottesverehrung bezeichnet werden, die die beiden Spannungselemente des ehrfürchtigen Erschauderns (tremendum) und des liebenden Erglühens (fascinosum; ad-oratio, Kuss) in sich vereinigt. Das Bemühen um den „dauernden Wandel mit Gott“ möchte teilnehmen lassen an der himmlischen Liturgie (vgl. Offb 4-5) und ist somit auf die ewige Anbetung Gottes ausgerichtet, sei es als direkte Anbetung der göttlichen Personen oder als Anbetung des göttlichen Willens: Gott suchen, Gott finden, Gott lieben und anbeten in allen Dingen, Personen und Situationen.

Für P. Kentenich ist Anbetung ein ganzheitliches Geschehen, bei dem drei Schwerpunkte deutlich werden. Gemeinsam ist ihnen allen, dass Gott um seiner selbst willen geliebt und angebetet wird. Es gilt, Gott anzubeten als den „Gott der Altäre“ (>>Liturgie), den „Gott des Herzens“ (>>Herzensheiligtum) und den „Gott des Lebens“ (>>Vorsehungsglaube).

Die innere Dynamik einer so verstandenen Anbetungsströmung hat vielfältigen Ausdruck gefunden in der persönlichen Spiritualität vieler Mitglieder der Schönstatt-Bewegung. In verschiedenen Gemeinschaften der Bewegung und an den Schönstatt-Zentren drückt sich das durch Zeiten der eucharistischen Anbetung und Anbetungskreise aus. Die 1929 im Urheiligtum begonnene Anbetung wird vom Anbetungsinstitut der Schönstätter Marienschwestern bis heute Tag und Nacht fortgeführt. Seit 1970 gibt es einen Anbetungszweig der Schönstatt-Patres. Diese beiden Anbetungsinstitute haben Anbetungskreise über die eigenen Gemeinschaften und die Schönstatt-Bewegung hinaus aufgebaut. Symbolischer Ausdruck einer solchen Anbetungströmung ist die >>Anbetungskirche auf Berg Schönstatt.

>Betrachtung; >>Gebet


Literatur:

  • J. Kentenich, Liturgische Werktagsheiligkeit, gehalten im August 1938, verv. A 5, 93 und 112 S.
  • J. Kentenich, Wachstum im höheren Gebetsleben. Priestertagung vom 20. bis 22.1. 1941 in Schönstatt, Vallendar 1977, 149 S.
  • J. Kentenich, Der apokalyptische Priester. Exerzitien für Priester (Jahreskurs 1940/41), unterschiedliche Mitschriften
  • J. Kentenich, Das katholische Menschenbild. Tagung 1946, verv. A 5, 121 S., 62 f.
  • J. Kentenich, Weihnachtstagung 1967. Vorträge vom 27. bis 30.12.1967 an die Delegierten des internationalen Schönstattwerkes, verv.O, A 5, 221 S., 127-177
  • J. Kentenich, Ansprache bei der Grundsteinlegung der Anbetungskirche am 20. Mai 1966, in: Propheta locutus est. Vorträge und Ansprachen von Pater J. Kentenich aus seinen drei letzten Lebensjahren VI, Berg Sion 1987, 41-79
  • J. Kentenich, Worte zur Einweihung der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt am Dreifaltigkeitssonntag (9. Juni 1968), verv.O, A 5, 10 S..
  • Schw. Marie-Ursula, Anbetung auf Berg Schönstatt, Regnum 22 (1988) 112-115.

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

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