Anbetungskirche

Anbetungskirche

M. Pia Buesge

1. Entstehung

Der Plan zum Bau einer Anbetungskirche in Schönstatt reifte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs heran. Pater Kentenich wies in der Zweiten >>Gründungsurkunde auf die Gedenktafeln im Urheiligtum hin, die nach dem Ersten Weltkrieg als Dankesgabe für alle erhaltenen Wohltaten gestiftet wurden. Er regte an: Wenn die Gottesmutter „uns durch die neuen Gefahren siegreich hindurchführt und trotz aller Hindernisse uns Gelegenheit gibt, unserer Sendung gerecht zu werden, wollen wir ihr ein neues Denkmal setzen, das allen kommenden Generationen ihre Macht und Güte kündet“. Weihnachten 1939 fiel die Entscheidung: Es soll eine Anbetungskirche sein.

Die Schönstätter Marienschwestern, besonders der Kreis der Anbetungsschwestern, griffen diesen Plan sofort auf und versuchten, die Kirche schon auf ideelle Weise zu erbauen. Pater Kentenich nahm die Idee mit in seine Gefängnishaft und ließ im KZ Dachau durch einen dort inhaftierten tschechischen Architekten bereits Pläne für die Anbetungskirche als Zentrum einer heiligen Stadt auf dem Berg entwerfen.

Nachdem der Zweite Weltkrieg beendet, der Ort Schönstatt unversehrt geblieben und der Gründer wohlbehalten aus dem KZ Dachau zurückgekehrt war, gelobte die Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern am 18. Oktober 1945 im Urheiligtum feierlich, die Anbetungskirche zu erbauen. Andere Gliederungen der Schönstattfamilie versprachen mitzuhelfen.

Die schwere Nachkriegszeit, besonders die dann bald darauf einsetzende Prüfung des Schönstattwerkes durch die Kirche, brachten es mit sich, dass die gelobte Anbetungskirche nicht sofort, sondern erst in den Jahren 1965-1968 nach den Plänen des Münchener Architekten Alexander Freiherr von Branca auf Berg Schönstatt erbaut werden konnte. Am Dreifaltigkeitssonntag, 9. Juni 1968, wurde sie durch den Trierer Bischof Dr. Bernhard Stein geweiht.

2. Bedeutung

Die Kirche, die der Allerheiligsten Dreifaltigkeit geweiht ist, hat den Charakter einer Gottesburg. Geographisch gesehen fügt sie sich auf diese Weise der rheinischen Burgenlandschaft ein, im theologischen Sinn bringt sie die Geborgenheit und Sicherheit schenkende Größe und Majestät Gottes zum Ausdruck.

Zusätzliche Ausstrahlung gewann die Anbetungskirche, als sie kurz nach ihrer Weihe zum Sterbe- und Grabort des Gründers der Schönstatt-Bewegung wurde. Am 15. September 1968 starb Pater Josef Kentenich in der damaligen Sakristei der Kirche, unmittelbar nachdem er zum ersten Mal in diesem Gotteshaus die Eucharistie gefeiert hatte. An der Stätte seines Heimgangs zu Gott, heute Gründerkapelle genannt, wurde er am 20. September 1968 beigesetzt. Sein Sarkophag trägt die Inschrift: „Dilexit Ecclesiam“ (Er liebte die Kirche).

Die Anbetungskirche mit dem Gründergrab wurde neben dem Urheiligtum zum zweiten lokalen Mittelpunkt des internationalen Schönstattwerkes. Wie zwei Brennpunkte einer Ellipse weisen beide Gnadenstätten auf das für Schönstatt zentrale >>Liebesbündnis hin, das durch die Gottesmutter mit dem dreifaltigen Gott geschlossen wird und in dem die Bindung an das Schönstatt-Heiligtum wie auch der Bezug zum Gründer konstitutive Bedeutung haben. Die Anbetungskirche ist ein bildhafter Hinweis darauf, dass die Spiritualität Schönstatts letztlich trinitarischen Charakter hat.


Literatur:

  • J. Kentenich, Worte zur Stunde. Zweite Gründungsurkunde (geschrieben zum 18. Oktober 1939), in: Schönstatt Die Gründungsurkunden, Vallendar-Schönstatt 1967, 29 63, 62 f.
  • J. Kentenich, Texte zum Verständnis Schönstatts. Herausgegeben von Günther M. Boll, Vallendar-Schönstatt 1974, 96
  • J. Kentenich, Krönung Mariens Rettung der christlichen Gesellschaftsordnung (Krönungswoche 1946), Vallendar 1977, 58 ff.
  • J. Kentenich, Ansprache bei der Grundsteinlegung der Anbetungskirche am 20. Mai 1966, in: Propheta locutus est. Vorträge und Ansprachen von Pater J. Kentenich aus seinen drei letzten Lebensjahren VI, Berg Sion 1987, 41-79
  • J. Kentenich, Worte zur Einweihung der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt am Dreifaltigkeitssonntag (9. Juni 1968), verv.O, A 5, 10 S..

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen