Apokalypse

Apokalypse

Peter Wolf

Die Apokalypse des Neuen Testaments und ihre Theologie (Bibel) ist im Denken P. Kentenichs unübersehbar präsent. 1940/41 war „Der apokalyptische Priester“ Thema eines mehrfach wiederholten Exerzitienkurses für Priester. Im KZ Dachau hielt er im Frühjahr 1943 einen vierwöchigen Kurs mit dem Titel „Die Apokalypse und priesterliche Werktagsheiligkeit“. Dabei geht es nicht um apokalyptische Spekulationen und Berechnungen, sondern ganz im Sinne der neutestamentlichen Apokalypse, dem „Trostbuch“ der ersten Christen in ihrer Verfolgung, um Standortbestimmung in der Katastrophe und den Schrecken des Dritten Reiches. Die geschichtstheologische Sicht (Geschichte) dieses Buches gibt Halt und Orientierung. Es geht um eine Zurüstung aus dem Glauben an den Gott des Lebens und den Herrn der Geschichte in einer Umbruchszeit apokalyptischen Ausmaßes („apokalyptische Zeit“). Es geht darum, ganz im Sinne biblischer Sicht inmitten der Geschichte die hintergründigen Mächte in dieser Auseinandersetzung zu erkennen. In dieser gläubigen Sicht der Geschichte gewinnt für P. Kentenich die kirchliche Auslegung des 12. Kapitels der Apokalypse auf die Gottesmutter neues Gewicht und Aktualität. Er schöpft aus dieser Quelle das Vertrauen, dass Maria von Gott die Rolle der „Gegenspielerin Satans“ („Antidiabolicum“) zugedacht ist. Mit der Apokalypse ist P. Kentenich überzeugt, dass trotz aller Erfahrung des Bösen Gott die Fäden der Geschichte in der Hand hält und im „Sieg des Lammes“ das Böse grundsätzlich schon überwunden ist.

Wie diese umfassende biblische Sichtweise der christlichen Apokalypse das Glaubens- und Gebetsleben befruchten kann, ist an den Dachauer Gebeten von „Himmelwärts“ zu sehen, wo diese Sicht durchgängig zu finden ist.


Literatur:

  • J. Kentenich, Der apokalyptische Priester. Exerzitien für Priester (Jahreskurs 1940/41), unterschiedliche Mitschriften
  • Wachstum im höheren Gebetsleben. Priestertagung vom 20. bis 22.1. 1941 in Schönstatt, Vallendar 1977, 149 S., 34-37
  • J. Kentenich, Grundriß einer neuzeitlichen Pädagogik für den katholischen Erzieher. Vorträge der Pädagogischen Tagung 1950, Vallendar-Schönstatt 1971, 102-111
  • J. Kentenich, Das Lebensgeheimnis Schönstatts. I. Teil: Geist und Form (Brief an Joseph Schmitz, geschrieben in Santiago/Chile, ab dem 3. Mai 1952), Vallendar-Schönstatt 1971, 242 S.I, 181-207.
  • B. Albrecht / G.M. Boll, Ein biblischer Schlüssel zu „Himmelwärts“: Die Apokalypse, Regnum 23 (1989) 28-35.

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

 

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