Erneuerungsbewegung

Erneuerungsbewegung

Wilhelm Mahlmeister

Die Kirche ist in ihrer sozialen Gestalt immer reformbedürftig. Auf der Ebene der Weltkirche wird zu Anfang des 20. Jahrhunderts das Erneuerungsprogramm des Papstes Pius X. maßgebend: „Omnia instaurare in Christo“. Parallel dazu gibt es in der deutschen Kirche vielfältige Erneuerungsbestrebungen. Romano Guardini fasst die Grundtendenz dieser Bestrebungen zusammen in der Feststellung: „Die Kirche erwacht in den Seelen“ (1922). In einem ähnlichen Sinn greift P. Kentenich in seiner Tätigkeit als Lehrer und Spiritual Strömungen sensibel auf. Er nutzt den Drang der Jugendlichen nach möglichst großer Freiheit und macht ihn für deren Selbsterziehung und Erziehung fruchtbar. Es soll gelingen, alle Kräfte des Menschen zu erfassen und ganzheitlich zu gestalten. P. Kentenich bringt sein Erziehungsprogramm auf die Grundaussage: „der >>neue Mensch in der >>neuen Gemeinschaft, beides getragen durch die Grundkraft der Liebe“ (vgl. LS 1952 I, 42). Dabei spielt die Erziehung zum richtigen Gebrauch der Freiheit weiterhin eine herausragende Rolle. Schönstatt versucht dadurch einen Beitrag zu leisten, dass der einzelne Christ seine eigene Verantwortung wahrnimmt und selbstverantwortlich an der Erneuerung der Kirche und der Gesellschaft mitarbeitet. Die Erneuerung der Kirche beginnt nach P. Kentenich beim einzelnen, in kleinen Kreisen und weitet sich dann aus. Damit zeigt er modellhaft, wie Erneuerung im ganzen Raum der Kirche geschehen kann. Darüber hinaus strebt P. Kentenich die Erneuerung der Kultur an nach dem Satz: „Die Kirche soll die Seele der Kultur sein“ (vgl. Diognetbrief).


Literatur:

  • J. Kentenich, Der erlöste Mensch. Priesterexerzitien 1935/1936, verv.S, A 4, 112 S., 24
  • J. Kentenich, Oktoberbrief 1949 an die Schönstattfamilie, Vallendar 1970, 196 S., 64
  • J. Kentenich, Daß neue Menschen werden. Eine pädagogische Religionspsychologie. Vorträge der Pädagogische Tagung 1951. Bearbeitete Nachschrift, Vallendar-Schönstatt 1971, 264 S., 224
  • J. Kentenich, Studie 1954. Zwanziger Brief an P. Menningen, verv.W, A 4, 236 S. (Abschrift 1969), 11-16. 52 ff. 170
  • II. Vatikanisches Konzil, Lumen Gentium 7 f. 12. 39 f. 42
  • II. Vatikanisches Konzil, Gaudium et Spes 4. 7
  • II. Vatikanisches Konzil, Sacrosanctum Concilium 35

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

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