Kranken- und Behindertenliga

Kranken- und Behindertenliga

Siegfried Koch

1. Anliegen und Entwicklung

Die Menschen, die krank und behindert sind, sollten in seiner Bewegung einen Lebensraum und eine erfüllende Aufgabe finden. So dachte P. Kentenich. Darüber hinaus wusste er aus eigener und seelsorglicher Erfahrung um den Wert von Krankheiten und Leiden im Sinne der von ihm intendierten Gnadenbewegung: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich an meinem Leib, was dem Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24).

Auch auf diesem Weg versucht P. Kentenich, der Zeit- und Seelenlage und dem Aufbruch der Kirche in den zwanziger Jahren zu entsprechen. (Im benachbarten Leutesdorf entsteht unter P. Haw das Krankenapostolat.)

Margarete Jansen (geb. 1897, Frauenbund, später Frau von Schönstatt), früh erwerbsunfähige Lehrerin aus Köln, erscheint P. Kentenich als geeignete Trägerin und Initiatorin einer eigenen „Krankenabteilung“ in Schönstatt. 1926 begonnen, ist das Krankenapostolat im Sinne einer Institution, ähnlich der Missionsbewegung, personell und ideell den Anbetungsschwestern („betende und opfernde Macht“) verbunden.

1950 gründet P. Kentenich mit Margarete Jansen den Krankenbund.

In einer Aktennotiz zum Entwurf von P. Menningen für ein neues Generalstatut weist P. Kentenich 1964 den Kranken einen Platz in der Frauen- bzw. Männersäule zu. Seitdem ist, soweit es sich um Frauen handelt, von der Krankenliga zu sprechen. Heute gehören zur Krankenliga etwa 5000 Mitarbeiterinnen und Mitglieder in Deutschland. Auch andere Länder, in denen Schönstatt verbreitet ist, kennen die Krankenbewegung.

2. Arbeitsweise und Spiritualität

Die Grundform der Arbeit in dieser Bewegung ist der Besuch der Begleiterin bei der Kranken. Der regelmäßig erscheinende Krankenbrief „Die Helferin“ ist Anlass zu Besuch, Gespräch und Gebet. Treffen in Gruppen, Hilfeleistungen und andere apostolische Aktivitäten ergänzen diese Grundform. Krankentage und Exerzitien dienen der Geistpflege und der Gemeinschaft.

Die Nähe zum Kreuz und zum Gekreuzigten prägt Leben und Wirken der Kranken und gibt der Nachahmung des Marienlebens in dieser Gliederung einen besonderen Akzent. So entstand reflektiert und auf dem Lebensweg das Ideal der Krankenbewegung: „Helferin unter dem Kreuz“. Leiden menschlicher zu bewältigen und österlich fruchtbar zu machen, ist damit intendiert und ausgesagt.


Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

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