Lebensübertragung

Lebensübertragung

Lothar Penners

Das dem >>Leben zugewandte Denken J. Kentenichs konstatiert eine Reihe von Gesetzmäßigkeiten, zu denen auch das „Gesetz der Lebensübertragung“ zählt (>>Methode). Gemeint ist damit die unmittelbare, oft wechselseitige Einflussnahme von Personen aufeinander, das „Fluidum“, welches das soziale Klima vor allem positiv bestimmt. Dies unterscheidet Lebensübertragung vom „Gesetz der organischen Übertragung und Weiterleitung“, welches das Wachstum personaler Beziehungen über vermittelnde Größen in den Blick nimmt. Lebensübertragung geschieht für J. Kentenich da, wo Liebe mit ihrer vereinigenden und verähnlichenden Kraft wirksam wird und ein Wertgefälle unterschiedlicher Beziehungsgrößen ins Spiel kommt im Sinne von Ergänzung und Austausch. Lebensübertragung geschieht vorwiegend atmosphärisch und spontan-vorreflexiv über den emotionalen Bereich. Bei der Lebensübertragung beachtet J. Kentenich vor allem die positive Übernahme von geistig-seelischen Haltungen, einer je vorhandenen „Wertwelt“. In diesem Sinne ist für ihn das Gesetz der Lebensübertragung ein eminent erzieherischer Faktor in allen Bereichen personaler Pädagogik. J. Kentenich verdeutlicht seine Beobachtung gelegentlich mit der Feststellung E. Sprangers: „Das Kind … sieht durch die Persönlichkeit des Erziehers die ganze Welt, nimmt also durch die Persönlichkeit des Erziehers das gesamte Weltbild in sich auf.“ (vgl. Vautier, 286). Erziehung und Seelsorge sind auf das Wissen um die Möglichkeit solch schöpferischer Einflussnahme angewiesen. Dabei geht es zunächst um die Gültigkeit der eigenen Werthaltung in Lebensgefühl und Welteinstellung (priesterliche >>Väterlichkeit und >>Mütterlichkeit). In der religiösen Erziehung soll gerade die marianische Gebundenheit die schöpferische Lebensübertragung von Seiten der Gottesmutter Maria auf den Menschen ermöglichen.


Literatur:

  • P. Vautier, Maria – die Erzieherin, Vallendar-Schönstatt 1981, 286.

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

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