Ordnung

Ordnung

Lothar Penners

Das Bedenken von Ordnung und Ordnungen gehört für J. Kentenich zum festen Bestand seiner Anliegen und seiner Kategorien, wie allein der häufige Rekurs auf das Prinzip: Ordo essendi est ordo agendi erkennen lässt.

Der in diesem Prinzip gefasste Zusammenhang von Seins- und Tätigkeitsordnung bildet wohl so etwas wie die Mitte seines Ordnungsdenkens, das er mit der katholischen Tradition vornehmlich thomistisch-dominikanischen Denkens teilt.

Mit diesem unterscheidet J. Kentenich vornehmlich Ordnungen des Seins, der Erkenntnis, des Handelns, des sozialen Lebens sowie des Zusammenhangs von „Natur und Gnade“, d.h. der Entsprechung von Schöpfungs und Erlösungsordnung in der einen Heilsordnung (>>“Weltgesetze“).

Für das geschichtlich konkrete Miteinander verschiedener Ordnungen vertikaler oder horizontaler Art kennt J. Kentenich mit E. Przywara die Unterscheidung von „Spannungs und Ordnungseinheit.“

Letztere bildet für J. Kentenich das verbindliche Richtmaß, wenngleich für die erbsündlich belastete Natur des Menschen im Vollsinn erst in der transzendenten Vollendung erreichbar.

So sehr das Denken J. Kentenichs dem „Ordo“ als zentraler Kategorie abendländischen Denkens verpflichtet ist, fällt indessen auf, dass er auf dem Fundament klarer Unterscheidungen und deren ontologischer Begründungen durchweg mehr den dynamischen Faktoren in Ordnungszusammenhängen zugewandt ist (z.B. Phänomenen der Polarität, der sog. organischen Einseitigkeit in Werdeprozessen… etc.), weswegen letztlich die Kategorie „Organismus“ als Ganzheitskategorie die für ihn typischere erscheint.

Insgesamt ist das Denken J. Kentenichs auf die Synthese eines mehr objektgebundenen Ordnungsdenkens und eines subjektiven Freiheitsdenkens ausgerichtet.


Literatur:

  • J. Kentenich, Natur und Übernatur. Fortführungstagung für Akademiker (23.-30. September 1925), verv.S, A 4, 51 S. – Fortführungstagung in Schönstatt, Pfingsten 1926. Natur und Gnade (28.-30. Mai 1926), masch., A 4, 20 S.
  • J. Kentenich, What is my philosophy of education?, in: Philosophie der Erziehung. Prinzipien zur Formung eines neuen Menschen und Gemeinschaftstyps. Bearbeitet von Herta Schlosser, Vallendar 1991, 39-89.
  • L. Penners, Eine Pädagogik des Katholischen, Vallendar-Schönstatt 1983.
  • H. Krings, Ordo. Philosophisch-historische Grundlegung einer abendländischen Idee, Halle 1941
  • H. Kuhn, Art. Ordo, in: Handbuch philosophischer Grundbegriffe 4, München 1973, 1037 ff.

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

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