Provida Mater Ecclesia

Provida Mater Ecclesia

Gertrud Pollak

Mit der Apostolischen Konstitution Provida Mater vom 2.2. 1947 (veröffentlicht am 14.3. 1947) schuf Papst Pius XII. eine eigene Kategorie zur kirchenrechtlichen Einordnung und Anerkennung der >>Säkularinstitute. Diese sind „Genossenschaften sowohl von Klerikern, wie von Laien, deren Mitglieder zur Erreichung der christlichen Vollkommenheit und zur vollen Ausübung ihres Apostolates die evangelischen Räte in der Welt bekennen“ (PM 1). Spezifikum der neuen „Weltgemeinschaften“ ist ihr „Weltcharakter“. J. Kentenich unterstrich schon in einer seiner ersten Stellungnahmen zu Provida Mater im Jahre 1948, „dass sie nicht nur eine neuzeitliche Weiterentwicklung des positiven Rechtes ist, sondern auch eine neue Richtung in der Formung von Mensch und Gemeinschaft kündet, unterstützt und in der Kirche beheimatet, ja, sie sogar als gleichwertig neben die bisher übliche und seit Jahrhunderten bewährte Lebens- und Erziehungsform stellt. Der Rechtspositivist wird das nie fassen.“ (OB 48, 43 f.). Er betont nicht vordergründig die Möglichkeit neuer Formen apostolischen Einsatzes oder die Tatsache, dass seinen eigenen neuen schönstättischen Gemeinschaften damit eine kirchenrechtliche Anerkennung möglich wird. Sein erstes Anliegen ist diese Formung eines Menschen- und Gemeinschaftstyps im Rahmen des neuen Vollkommenheitsstandes, bei dem dann jedes apostolische Engagement und jede aszetische Übung nicht für sich, sondern „Ausdruck, Mittel und Sicherung für einen einzigen großen Lebensentwurf“ (OB 1948, 13) sind.

>Verbände, >>Säkularinstitute, >>Laie, >>Vertragsweihe


Literatur:

  • J. Kentenich, Auf Dein Wort hin werfe ich die Netze aus. Amerikabericht (September 1948), in: Philosophie der Erziehung. Prinzipien zur Formung eines neuen Menschen- und Gemeinschaftstyps. Bearbeitet von Herta Schlosser, Vallendar 1991, 91-158, 147 f.
  • J. Kentenich, Brief zum 18. Oktober 1948. Oktoberbrief 1948, Auszüge in: Schlosser, Herta, Der neue Mensch – die neue Gesellschaftsordnung. Mit Originaltexten von Pater Josef Kentenich im zweiten Teil, Vallendar-Schönstatt 1971
  • J. Kentenich, Maibrief 1949, verv., 78 S., 4
  • J. Kentenich, Schlüssel zum Verständnis Schönstatts (September 1951), in: J. Kentenich, Texte zum Verständnis Schönstatts. Herausgegeben von Günther M. Boll, Vallendar-Schönstatt 1974, 148-228, 158
  • J. Kentenich, Feier des 80. Geburtstages in Rom. Ansprache bei der Abendfeier (16. November 1965), in: Propheta locutus est. Vorträge und Ansprachen von Pater J. Kentenich aus seinen drei letzten Lebensjahren I, Berg Sion 1985, 61-76, 74 f.
  • Pius XII. Provida Mater, in: AAS 39 (1947) 114 124
  • J. Schmitz, Erlebnisse um „Provida mater“, Regnum 7 (1972) 58-68

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

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