Säkularinstitut Frauen von Schönstatt

Säkularinstitut Frauen von Schönstatt

Priska Volk

1. Entstehungs und Gründungsgeschichte

Das Säkularinstitut Frauen von Schönstatt hat sich in jahrelangem Ringen um eine zeitgemäße Lebensform aus der Frauenbewegung Schönstatts, dem damaligen „>>Apostolischen Bund“, entwickelt.

Nachdem sich 1926 einige Frauen des „Apostolischen Bundes“ entschlossen hatten, Schönstatt zu ihrem Beruf zu machen und sich ausschließlich für die Entfaltung der Bewegung einzusetzen und so die Gemeinschaft der >>Marienschwestern bildeten, verstärkte sich unter den im Bund Verbliebenen das Suchen nach etwas ganz Neuem, das man mit „Orden in der Welt“ bezeichnete. Mehr und mehr kristallisierte sich das Ziel heraus, sich den evangelischen Räten zu verpflichten und als geweihte Laien mitten in der Welt und unter den gewöhnlichen Bedingungen welthafter Existenz zu leben. Die Radikalität der alten Orden sollte in neuen Formen Ausdruck finden. Die künftige Gemeinschaft sollte strukturiert sein, dass sie sowohl einbinden und fordern als auch Freiräume für Leben und Wirken in der Welt und für eigene Initiativen gewähren kann.

Im Jahr 1935 begann eine größere Gruppe von Mitgliedern des „Apostolischen Bundes“, die neue Lebensform auszuprägen. 1938 wählte die Gemeinschaft den Namen „Frauen von Schönstatt“ und erarbeitete die ersten Satzungen. Die Ausprägung der Gemeinschaft geschah unter den schwierigen Bedingungen der Kriegszeit. Ostern 1941 begann das erste Noviziat.

Als Pater Kentenich 1945 aus dem Konzentrationslager Dachau heimkehrte, war die Gemeinschaft so weit ausgeformt, dass er sie am 2. Februar 1946 privatrechtlich konstituieren konnte.

1949 begann die Gemeinschaft mit dem Bau ihres Mutterhauses in Vallendar, das 1952 unter dem Namen „Haus Regina“ eingeweiht wurde.

Nach seiner Rückkehr aus dem Exil in den USA im Jahr 1965 übernahm der Gründer, Pater Josef Kentenich, zusammen mit der geistlichen auch die rechtliche Leitung der Gemeinschaft. Seine persönliche Nähe und seine Weisung führten zur Ausgründung des Institutes in den folgenden Jahren.

Am 31. Mai 1972 wurde die Gemeinschaft als Säkularinstitut bischöflichen Rechts kanonisch errichtet. Am 15. September 1977 erhielt das Institut die Päpstliche Anerkennung und das Decretum Laudis. Die endgültige Approbation der Satzungen durch die Kirche erhielt das Säkularinstitut Frauen von Schönstatt am 31. Mai 1994.

2. Originalität und Sendung

Geprägt von der schönstättischen Spiritualität, die im Liebesbündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt wurzelt, nimmt das Institut an der marianischen Sendung der Gesamtbewegung teil und ist gemeinsam mit den anderen Verbänden und den Bünden deren Seele und mitverantwortlicher Träger.

Die dem Institut urtümliche Weltsendung (>>Welt) hat sich im Laufe der Zeit im besonderen mit dem dritten Meilenstein der Schönstattgeschichte, dem 31. Mai 1949 und seinem Auftrag für Kirche und Welt, verknüpft. Bild hierfür ist das „Kreuz der Einheit“, das der Gemeinschaft vom Gründer im Original geschenkt wurde. Dieses Kreuz drückt die Einheit von Jesus und Maria aus. Maria steht dem Herrn als seine Gehilfin beim Erlösungswerk zur Seite.

Die Gemeinschaft sieht ihren wesentlichen Auftrag vor allem in dieser helfenden Christuszugehörigkeit. In ihrem Dienst an den Menschen strebt sie besonders danach, Frauen zu formen, die weltoffen, weltverantwortlich, frei und einsatzbereit sein können, weil sie gottergriffen sind; Frauen, die von Selbstbesitz und Hingabebereitschaft geprägt, frauliche Werte in die Gesellschaft und Kirche einbringen und ihr das Gesicht Mariens einprägen. Die Gemeinschaft will gerade dadurch ihren Beitrag zum Aufbau einer neuen Kultur leisten.

Die Verwirklichung dieser Sendung geschieht vor allem im Beruf der einzelnen, in ihrer Einbindung in die soziale und kulturelle Umwelt und der verantwortlichen Mitarbeit in Kirche und Gesellschaft. So wird ein weiter Raum für die Durchdringung mit christlichem Geist angeboten und für Vernetzungen, die von der Weihe an Gott getragen werden und zur Heiligung der Welt beitragen (vgl. LG 31). In dieser Weltoffenheit die evangelischen Räte zu verwirklichen, fordert entsprechende Lebensformen, die modellhaft sein können für engagierte christliche Existenz.

3. Aktueller Mitgliederstand und internationale Verbreitung

Das Säkularinstitut Frauen von Schönstatt zählt 2009 gut dreihundert Mitglieder aus verschiedenen Ländern und Bevölkerungsschichten.

Ein Großteil der Mitglieder lebt in Deutschland und in benachbarten europäischen Ländern. Außerdem besteht das Institut in verschiedenen Ländern Lateinamerikas und hat Anfänge in Afrika und Asien.


Literatur:

  • G. Rocca, Art. Frauen von Schönstatt, Dizionario degli Istituti di Perfezione IV, Rom 1977, 974 975.

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

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