Weltgesetze

Weltgesetze

Paul Vautier

Unter den von P. Kentenich formulierten Gesetzmäßigkeiten (>>Gesetze) stechen jene heraus, die in ihrer Bezeichnung mit „Welt-“ beginnen.

1. Weltgrundgesetz – P. Kentenich machte 1934 folgenden Leitsatz zur thematischen Grundlage seines Jahreskurses: Gott tut alles aus, durch und für >>Liebe. Daher sollen auch wir alles aus, durch und für Liebe tun. In der Kurzformulierung: Das Weltgrundgesetz ist die Liebe. Die Anregung dazu stammt aus dem Buch von Michael Müller über Franz von Sales (Frohe Gottesliebe, Freiburg 1933). P. Kentenich beruft sich ausdrücklich auf Franz von Sales und stellt die Nähe zu seiner Lehre heraus.

2. In den Jahren 1934 1939 kommt es zur Formulierung einer in sich zusammenhängenden Gruppe von „Weltgesetzen“: Weltregierungsgesetz, Weltordnungsgesetz, Weltvervollkommnungsgesetz und Weltanpassungsgesetz. Sie bilden die Kernaussagen seiner >>Zweitursachenlehre. In ihnen wird das Verhältnis von Gott und Welt (Mensch) beschrieben unter dem Gesichtspunkt der >>Bindungen (Beziehungen). Das Weltregierungsgesetz bietet einen Rahmen, in dem die Entstehung innerweltlicher Bindungen und ihr Weiterwachsen zu Bindungen an Gott erläutert werden können: Gott regiert die Welt durch (freie) Zweitursachen, gibt ihnen Fähigkeiten, Würde und Rechte. Daher binden wir uns an sie und werden durch diese Bindungen zu Gott weitergeführt (>>Übertragung und Weiterleitung). Das Weltordnungsgesetz stellt den Aspekt der „Ordnungen“ und der Schichten der Welt in den Vordergrund und sagt aus, dass die niedere Ordnung Ausdruck, Mittel und Schutz für die höhere Ordnung ist, und umgekehrt. Das Weltvervollkommnungsgesetz besagt, dass wir durch die Bindung an die Geschöpfe empor geführt werden zur Bindung an die jeweils höhere, vollkommenere Ordnung. Das Weltanpassungsgesetz hebt heraus, dass Gott sich der sinnenhaften Natur des Menschen anpasst.

>Liebe, >>Zweitursache


Literatur:

zu 1.:

  • J. Kentenich, Vollkommene Lebensfreude. Priesterexerzitien (7.-13. Oktober 1934), Vallendar-Schönstatt 1984
  • M. A. Nailis, Werktagsheiligkeit. Ein Beitrag zur religiösen Formung des Alltags, Limburg 1937 (1964) – Vallendar-Schönstatt 1974, III. Teil (dieser Teil stammt unmittelbar von P. Kentenich)
  • zu 2.:
  • J. Kentenich, Marianische Erziehung. Pädagogische Tagung (22.-26. Mai 1934), Vallendar-Schönstatt 1971, 286 S., 154 ff.
  • J. Kentenich, Worte zur Stunde. Zweite Gründungsurkunde (geschrieben zum 18. Oktober 1939), in: Schönstatt Die Gründungsurkunden, Vallendar-Schönstatt 1967, 29-63, 48
  • J. Kentenich, Das Lebensgeheimnis Schönstatts. I. Teil: Geist und Form (Brief an Joseph Schmitz, geschrieben in Santiago/Chile, ab dem 3. Mai 1952), Vallendar-Schönstatt 1971, 242 S.I, 129 ff.
  • P. Vautier, Einführung, Causa Secunda, Freiburg 1979, 7 ff.

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen