Nachlese zum Studientag des JKI am 2./3. September 2017 in Oberkirch

Oberkirch. Es war ein besonderer Tag für Oberkirch. Vom 02.09.-03.09.2017 veranstaltete das JKI (Josef-Kentenich-Institut) eine Tagung zum 50. Jahrestage des Besuchs Pater Kentenichs in Oberkirch.

Zwischen Erinnerung und Weitblick gingen die Gedanken in den Tagungsbeiträgen zurück zu den Worten, die damals von Kentenich in Oberkirch gesagt wurden. Und im Blick nach vorne wurden die Beiträge in die aktuelle Diskussion hineingestellt.

Die beiden großen Hauptreferate wurden von Herrn Dr. Peter Wolf (Referat mit dem Titel: „Kreisen um den Gott des Lebens. Bleibende Botschaft des Besuchs von P. Kentenich“) und von Frau Dr. Gertrud Pollak (Referat mit dem Titel: „Verantwortung wofür? Zur heilsgeschichtlichen Sendung des Abendlandes.“) gehalten.

Dr. Peter Wolf
Frau Dr. Gertrud Pollak

 

Beide Beiträge wurden im Anschluss in jeweils drei Kleingruppen diskutiert. Beide inhaltlichen Beiträge werden in Kürze in der Zeitschrift „Regnum“ herausgegeben und können dort nachstudiert werden.

Die beiden inhaltlichen Linien beschäftigten sich mit der Frage, wie es möglich sein kann, angesichts eines immer schwieriger werdenden Glaubens an einen lebendigen Gott, an das Handeln Gottes in dieser Welt zu glauben. Im Aufgreifen der Formulierung „Kreisen um den Gott des Lebens“ entfaltete Dr. Peter Wolf, ausgehend vom Vortrag Kentenichs vor 50 Jahren in Oberkirch, biblische Gedanken aus den damaligen Worten Kentenichs, die Zugänge auf das Handeln Gottes heute, darstellen können. Im Verweis auf die in der Schönstattbewegung wichtigen Texte des „Himmelwärts“ ging Herr Dr. Peter Wolf einigen Spuren nach, die getränkt von einem Erfahrungswissen Kentenichs, gläubig suchend, sich in die Gegenwart Gottes hineinstellen.

 

Frau Dr. Pollak und Dr. Wolf im Plenumsgespräch

Frau Dr. Gertrud Pollak nahm die TeilnehmerInnen der Tagung auf einen Weg in die Denkgeschichte „Zur heilsgeschichtlichen Sendung des Abendlandes“ mit hinein. In einem ersten Schritt machte Frau Dr. Pollak deutlich, dass diese Formulierung heute im Blick auf aktuelle Diskussionen der Gegenwart zumindest ambivalent, wenn nicht gar schwierig sei, weil verschiedentlich bisweilen frömmelnd, unpräzise und emotionsbeladen. Die Aktualität der Gedanken, die Kentenich vor 50 Jahren in Oberkirch entfaltete, stellte Frau Dr. Gertrud Pollak in die Reflexionsprozesse moderner und zeitgenössischer Denker, u.a. auch in das Denken von Prof. Dr. Joachim Söder, hinein.

 

 

Der folgende Tag stand ganz im Zeichen der neuen Buchveröffentlichung „Heilsgeschichtliche Sendung des Abendlandes. Vorträge in Oberkirch 1967“. Dr. Peter Wolf als Herausgeber der Vorträge, die damals Pater Kentenich in Oberkirch hielt, stellte auszugsweise Textpassagen vor und kommentierte sie.

Ebenso erzählten zwei Ehepaare davon, was ihnen Pater Kentenich für ihr Leben und ihren gemeinsamen Eheweg bedeuten.

Ehepaar Stockinger
Ehepaar Gerber

 

 

 

Umrahmt wurden die jeweiligen Beiträge durch Musik, die jeweils zur Zäsur zwischen den Beiträgen wurden und zum Innehalten und Verweilen anregten.

Weihbischof Michael Gerber

Abschluss und Bündelung der Tagung war die Eucharistiefeier, der Herr Weihbischof Dr. Michael Gerber vorstand. In seiner Predigt würdigte der Zelebrant das ständige Bemühen des JKI, sich schwierigen theologischen und gesellschaftlichen Fragen zu stellen. Zugleich machte er auf die Gefahr der sogenannten „Echokammer“ aufmerksam. Experten warnen mit diesem Begriff davor, sich in der eigenen Welthermeneutik innerlich einzurichten, um jeweils lediglich nur in der eigenen Gedankenwelt Zuhause zu sein. Die Auseinandersetzung mit dem Fremden fällt dabei weitgehend aus. Im Blick auf die biblischen Texte des Tages erschloss Weihbischof Dr. Gerber das Handeln Gottes anhand biblischer Personen, die jeweils auch im Kritischen und im Fremdartigen das Handeln Gottes entdecken. Tiefer hinschauen, ehrfurchtsvoll hinschauen und darin neue Perspektiven zu entdecken, nennt Weihbischof Dr. Gerber als wichtige geistliche Kriterien, um auf das Handeln Gottes heute aufmerksam zu werden.

 

 

Andreas Brüstle, Präsident des JKI

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