GwdK2010/11-7-07 Volk Gottes

GwdK2010/11-7-07 Volk Gottes

8. Dezember 1965 (?).

Und demgegenüber weiß nun die Kirche sich selber zu sehen unter einem einheitlichen Standpunkte, sie sieht sich schlechthin als das Volk Gottes. Ein Volk Gottes, das eine einzige Linie kennt. Und alle ohne Ausnahme treffen sich auf dieser einen, einzigen Linie: ob es sich um die Hierarchie handelt, ob es sich um den Papst handelt. Was alle miteinander eint, was ist das? Eine gemeinsame Brüderlichkeit, die die Seelen ineinanderwachsen läßt. Deswegen noch einmal: Das neue Bild der Kirche, so wie sie sich selber sieht, die Züge, die sie selber an sich wahrnimmt, das ist die ausgesprochene Brüderlichkeit unter dem Gesichtspunkte des Gemeinsamen des Volkes Gottes. Aber dieses Volk Gottes ist mit einander verbunden, verbunden auch mit der Hierarchie, durch eine umfassende, tiefgreifende Verantwortung. Nicht Verantwortungslosigkeit. Verantwortung jeder an seinem Platz, jeder an seinem Platze aber auch für das Gesamtbild der Kirche. So sieht das neue Bild der Kirche aus.

Und die Hierarchie? Ja, was hat das Führertum in der Kirche heute für eine Bedeutung? Zunächst hinab, hinein in die eine Gemeinschaft. Was uns gemeinsam bindet: auch die Hierarchie ist Volk Gottes. Deswegen, die Verantwortung, die die Hierarchie hat, das ist die Verantwortung nicht für nichtswürdige Untertanen, sondern für das Volk Gottes. Was das bedeutet? Wieder eine viel stärkere Nähe zwischen oben und unten. Was das bedeutet? Hierarchische Orientierung, hierarchische Regierung, das ist die Regierung, die ausgeht wie wir das in den Tagen so häufig besprochen haben von einer ausgesprochenen, übernatürlich verankerten Väterlichkeit

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