CS04 CAUSA SECUNDA Text 4

CS04 CAUSA SECUNDA Text 4

Aus: Seelenführerkurs 1924

1. These: Der eigentliche Seelenführer ist der hl. Geist. Folgerung für die priesterliche Selbsterziehung, für die Behandlung anderer: der Priester muß in den Mittelpunkt der Führung den hl. Geist stellen, die freie Hingabe an den hl. Geist zum Ziele haben. Deshalb auch notwendig, die Kunst zu hören. Die Kunst erheischt, daß man geduldig und mitleidvoll zuhören kann, sich nicht erstaunt zeigt, wenn ein großer Brocken vorkommt. Auch Verständnis haben für die Kämpfe einer Novizenseele. Damit haben wir die erste These abgeschlossen.

Die 2. These: Gewöhnlich benutzt der hl. Geist zur Leitung der Seelen menschliche Werkzeuge, die wir Seelenführer nennen. Aus dem „gewöhnlich“ folgt die dritte These: Der normale Weg zur Heiligkeit ist der durch den Seelenführer. Daraus als Folgerung für die 4. These: Wir, die wir selbst nach Heiligkeit streben und andere zur Heiligkeit führen wollen, müssen sehen, daß wir selber einen geeigneten Seelenführer bekommen und lernen, die Seelen zu führen.

Jetzt zur 2. These: Für gewöhnlich benutzt der hl. Geist zur Leitung der Seelen menschliche Werkzeuge, die wir Seelenführer nennen.

(Beweis aus der Stellungnahme der Kirche.): Es hat im Laufe der Zeit Gegenströmungen gegeben, auch innerhalb der Kirche, z.B. die Illuminaten in Spanien. Sie wollten den hl. Geist als einzigen Seelenführer haben. 1623 hat die Inquisition das verworfen. Der Protestantismus steht auf demselben Standpunkt. Ebenso Molina. Er verlangt ein Freisein der Seele von aller Führung. Diese Strömungen wurden von der Kirche abgelehnt. Heute kreuzen sich die Strömungen: Einerseits Ablehnung, anderseits starkes Hindrängen. Daraus ist es notwendig, daß wir uns zu Seelenführern erziehen.

(Beweis aus der Natur der Sache): Schreiben Leos XIII. an Gibbons gegen den Amerikanismus. „Es ist ein Gesetz, daß Gott die Menschen durch Menschen führt, auch zur Heiligkeit.“ Der Papst gibt einen doppelten Grund dafür an: Erstens einen theologischen: Es ist ein Grundsatz, daß Gott gewöhnlich durch Zweitursachen wirkt. Der zweite Grund ist ein psychologischer: Der Weg zur Heiligkeit ist gefährlich. Wer ihn allein geht, läuft große Gefahr, irre zu gehen. Darum ist Hilfe notwendig.

Wir beschäftigen uns nur mit dem psychologischen Grund. Es ist schwer, sich selber richtig zu kennen und sich richtig zu dirigieren. Man kann den Weg der Vollkommenheit vergleichen mit einem Bergsteigen. Dabei ist es immer angenehm, einen Führer zu haben. Ein solcher wird uns um so notwendiger, je höher es hinaufgeht. Wir wollen nun das Bild anwenden auf das geistliche Leben, wie es sich abwickelt auf den verschiedensten Stufen. Das geistliche Leben ist schwer und klippenreich. Darum ist ein Führer notwendig. Viele gehen deshalb zugrunde, weil sie keinen Seelenführer haben. Wie schwer ist es zu unterscheiden zwischen innerer Tröstung und Ruf zur Beschauung. Wie schwer zu unterscheiden, ob das Gebet der Einfachheit oder die Trägheit das Szepter führt, wie schwer die Unterscheidung, ob Verzweiflung die Seele beherrscht, oder die dunkle Nacht der Sinne vor der mystischen Vereinigung.

Maschinenschriftlich, 28 Seiten A4, S. 16, *

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