GdL-1965-12 Gott, der in mir, in meinem Körper, wohnt

GdL-1965-12 Gott, der in mir, in meinem Körper, wohnt

Aus: Vortrag 16. Dezember 1965

Aus solchen Zusammenhängen ist es natürlich leicht, eine Menge Folgerungen zu ziehen. Worauf es hier ankommt, ist, daß ich mir eine ganz andere Schau meines Körpers und deswegen auch eine entsprechende innere Haltung zu eigen mache, daß das mein Lebensgefühl, daß das mein Körpergefühl wird. Hier können Sie nun wieder länger stehenbleiben. Alles, was wir sonst vom Liebesverkehr mit dem lieben Gott sagen, läßt sich – wie Sie gleich mutmaßen – in entsprechender Weise auch mit dem eigenen Körper in Verbindung bringen. Wenn es also heißt: Liebesverkehr mit dem lieben Gott – überall den lieben Gott gläubig anschauen, aus Liebe mit ihm plaudern und sprechen und aus Glaube und Liebe für ihn Opfer bringen -, gilt das natürlich sinngemäß auch von dem Gott, der in mir, in meinem Körper, wohnt. Wir unterscheiden ja – wie wir es gewohnt sind – den Gott des Lebens, den Gott unserer Altäre und den Gott unseres Herzens. Sehen Sie, den Gott meines Herzens, also den Gott, wie er in mir ist, muß und darf ich genauso anbeten, wie ich ihn sonst irgendwo innewerde oder wahrnehme. Und selbst der Gott unserer Altäre! Wie hilft der Gott unserer Altäre mir, daß meine Seele tief in das Göttliche hineinwächst, so daß alles auch zum Gott meines Herzens eine Beziehung bekommt! Oder wenn ich an die göttliche Vorsehung, an den Gott des Lebens denke: Was der Gott des Lebens mir in meinem Leben geschenkt hat, ist ja, direkt oder indirekt, mehr oder weniger auch ein Geschenk für meinen Leib.

Aus: Vortrag 1965, 16. Dezember (C)

in: Rom-Vorträge. Über die Struktur der Schönstätter Säkularinstitute. 11.-21. Dez. 1965, o.O., o.J., 132-162, Seite 147f.

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