GM2009-16 Zweieinheit Maria-Christus – 03

GM2009-16 Zweieinheit Maria-Christus – 03

Aus: Der Marianische Priester (1941), 111 f.

„Heute morgen wollen wir einen Gedanken von gestern Abend ein wenig mehr ausbauen, anknüpfend an das Wort von St. Bernhard: Propter hanc totus mundus factus est [wegen dieser ist die ganze Welt geschaffen worden]. Nach dem bisher Gesagten klingt uns ja dieses Wort nicht mehr verwegen. (…) Wir gestatten uns eine kleine Nuancierung des Wortes und hörern es in der Form: Et propter hanc totus mundus factus est [Auch wegen dieser…]. Nun klingt gleich die Zweieinheit Christus-Maria mit. Nicht als fürchteten wir, wir könnten sonst einander mißverstehen, sondern nur, um alles und ganz genau zu sagen, was wir meinen. Wir kennen das Fundament der ignatianischen Exerzitien, in dem der Satz steht: Et reliqua super faciem terrae creata sunt propter hominem [und das Übrige auf dem Erdenrund ist des Menschen wegen geschaffen worden.] Wenn das von jedem Menschen gilt, wieviel leichter kann man dann ein solches Wort auf die Gottesmutter anwenden. Von ihr gilt das natürlich in eminentem Sinn. (…) Die ganze Welt ist micht nur ihretwegen geschaffen, sondern ihretwegen erlöst worden und wird ihretwegen regiert, daß zuletzt die große Ehre der Gottesmutter sichtbar wird. Freilich sehen wir Maria nie ohne Christus, den Stengel niemals ohne Blume und den Duft. Aber wenn die Gottesmutter verherrlicht wird, wird auch der Heiland verherrlicht. Die Grundlage dieses Wortes, das ist die tiefe Zweieinheit zwischen Christus und Maria. So wie der Gottmensch der Erstgeborene, so ist sie die Erstgeborene vor aller Schöpfung. Die Kirche hat in ihrer Liturgie den Mut, diese Formulierung zu gebrauchen. Beide zusammen sind die causa exemplaris der Weltschöpfung. Wir denken wieder an das Genesis-Wort: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Der liebe Gott hat ein kleines Geschöpflein vor allen anderen begnadigt und zu dieser Höhe emporgehoben. Alle Ausdrücke, die die Heilige Schrift von der ewigen Weisheit gebraucht, wendet die Kirche in der Liturgie auf die Gottesmutter an. Diese beiden überragen alle Kreatur ratione temporis et excellentiae [unter dem Gesichtspukt der Zeit und der Bedeutung]. Die Gottesmutter soll alle Kreatur [zusammen mit Christus] vor dem Schöpfer vertreten.“

Aus: Pater Kentenich-Texte zum Thema „Gottesmutter Maria“ – Zusammengestellt von Pater Herbert King (2009) – http://www.schoenstatt-patres.de/cms-king/index.php

 

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