GwdK2010/11-3-02 Entmaterialisierung der Kirche

GwdK2010/11-3-02 Entmaterialisierung der Kirche

Marianische Erziehung (1934), 102 f.

Sehen Sie weiter: Der Heilige Vater hat auf den Kirchenstaat verzichtet [1929]. Was ist das? Das ist die Entmaterialisierung der Kirche. Wiederum: Sie dürfen nicht nur das Faktum sehen, sondern das muß als Symbol gesehen werden. Da haben Sie den Entformungs‑ und Umformungsprozeß. Je stärker die Kirche entmaterialisiert wird – nicht, als ob wir das begünstigen wollten – je stärker sie entmaterialisiert wird, desto elementarer ist sie fähig, ihre geistige, übernatürliche Werbekraft zu entfalten. Das will auch gesehen werden. Diese Entmaterialisierung schließt auf der anderen Seite eine „Übernatürlichisierung“ der Kirche ein: Ich sehe, daß in der Kirche geistige Kräfte wieder stärker mobilisiert werden; ich sehe, daß Gott darin wirksam sein will. Ich werde mich dann darauf einstellen. Das heißt jedoch nicht, wir sollten so leicht eine Position aufgeben. Das Historische soll festgehalten werden; aber gleichzeitig sollten wir im Hintergrund mit einer Entformung und Umformung rechnen und so beweglich bleiben für neue Aufgaben, die an uns heran‑[103] treten können, sollten wir arbeiten an einer Mobilisierung der Urkräfte des Katholizismus. Merken Sie, was das heißt? Ein schöpferischer Neubau ist in der gesamten religiösen Kultur am Werden.

Veröffentlicht:
Joseph Kentenich ,
Marianische Erziehung. Pädagogische Tagung
Patris Verlag GmbH
ISBN: 978-3-87620-017-0
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