GwdK2010/11-3-03 Entpolitisierung der Kirche

GwdK2010/11-3-03 Entpolitisierung der Kirche

Marianische Erziehung (1934), 103.

Denken Sie an die Entpolitisierung der Kirche. Ich verstehe das unter dem Sinn einer bestimmten politischen Partei [Gemeint ist die Zentrumspartei, die sich im Sommer 1933 aufgelöst hatte]. Wenn Sie achtgeben, werden Sie finden, daß in der neueren Zeit die Kirche nach der Richtung mehr und mehr in den verschiedenen Ländern Rückschritte gemacht hat, wenn wir es so nennen wollen. Was bedeutet das? Das bedeutet, daß die Kirche entpolitisiert wird, daß sie ihre Rechte nicht in bestimmten Parteien verteidigt. Dann jedoch muß sie um so mehr der Sauerteig des ganzen Volkes werden, damit das Volk als Gesamtheit wiederum die Rechte der Kirche zu verteidigen imstande ist. Das sind natürlich Prozesse, die vielfach nicht erkannt werden; und weil man sie nicht erkennt, arbeitet man gegen Windmühlen. Es ist wiederum dasselbe: Festhalten an den Formen, soweit sie noch existieren, aber im Hintergrund rechnen mit dem Umformungs‑ und Entformungsprozeß der heutigen Zeit!

Veröffentlicht:
Joseph Kentenich ,
Marianische Erziehung. Pädagogische Tagung
Patris Verlag GmbH
ISBN: 978-3-87620-017-0
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