GwdK2010/11-4-03 Orientierung am Anfang verbinden mit Orientierung an der Tradition

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Verschiedene Schriften (1965/66)

Das ist mit ein Grund, weshalb ich mich so sehr wehre, dass man heute die Parole ‚Zurück zu den Urquellen‘ so deutet, als wenn die ganze Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte auf einmal gestrichen werden sollte. [Rom-Vorträge, II (1965), 159.]

Die neueste Kirche muss sich orientieren am Anfang der alten Kirche. [Exerzitien für Schönstatt-Patres 1966, 26.]
Sie mögen das ja später einmal nachprüfen. Mich dünkt, wenn Sie das so machen, wie das heute geschieht: alles abgeschnitten, zurück zur Heiligen Schrift-. Was sich bewährt, ist übermorgen im wesentlichen, was sich im Laufe der Jahrtausende aus den Wurzeln heraus entwickelt hat. Denken Sie einmal, dann werden Sie fünfzig, hundert Jahre herumarbeiten, um alles abzuschneiden, und dann fangen Sie wieder von neuem an. [Vortrag vom 28. Dezember 1965. In: Vorträge, II (1965), 87.]

Das sind natürlich gigantische, wagemutige Griffe. Es wird nicht nur auf das Konzil von Trient zurückgegriffen; es geht alles noch viel weiter rückwärts. So etwa die Auseinandersetzung der Kirche mit der Ostkirche. Alles wird übersprungen, man geht auch über Konstantin hinaus, zurück zu den Ursprüngen des Christentums. Wer kann den Sprung mitmachen, wenn er nicht an die Hand genommen wird? Wie kann man das verstehen, wenn man nicht belehrt wird, diese Dinge auch einmal in solch gewaltigen Zusammenhängen zu sehen? Wenn wir diesen Sprung auf einmal mitmachen müssen, muss uns, zumal uns Priester, eine vielgestaltige Unsicherheit durchdringen, wenn es da heißt: zurück zur Urkirche, zurück zur Zeit der hl. Schrift. Die große Frage ist, ob das recht gemacht wird, ob der Sprung in dem Ausmaße, wie er vielfach getätigt wird, zurecht besteht. [Exerzitien für Priester, November 1966, 57.]

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