GwdK2010/11-6-09 Bindeglied

GwdK2010/11-6-09 Bindeglied

Schlüssel (1951). In: Texte zum Verständnis Schönstatts, 164 f.

Schönstatt hat den Lieblingsgedanken Pallottis vom Bindeglied nach zwei Seiten sinngemäß weiter entfaltet, indem es ihn in den Rahmen der neuen Zeit spannte. Es hat dadurch seine Verbände neu für ihre Idee erwärmt. Was zur Zeit Pallottis nicht so stark im öffentlichen Bewußtsein der Kirche lebte, was er aber voraussah, ist heute durch die Katholische Aktion Gemeingut der kirchlichen Öffentlichkeit geworden: Idee und Sendung des Laienapostolates… Man spricht nicht mit Unrecht von der Zeit des Laien in der Kirche, sucht nach tieferer Fassung des Laienrechts und verlangt nach einer ausgesprochenen Laienaszese… Wieweit wir auf letzteres Verlangen antworten, wurde oben schon hervorgehoben durch Hinweise auf die Sendung des heiligen Kirchenlehrers Franz von Sales für die Neuzeit und unsere Lehre von Werktags- und Werkzeugsfrömmigkeit

Die Katholische Aktion, wie sie sich vielfach auswirkt, läuft Gefahr, in der Aktion steckenzubleiben und die contemplatio und die passio zu vergessen und dadurch an Fruchtbarkeit einzubüßen. Hier beginnt die besondere Aufgabe der Laieninstitute unserer Prägung. Pallotti scheint das alles vorausgesehen zu haben. Nach dem Gesetz der ausgezeichneten Fälle braucht der Laie Vorbilder, die im wesentlichen in seiner Lage leben, aber die Lösung der besagten Schwierigkeiten durch hochgemutes persönliches religiös-sittliches Hochstreben überwinden, die durch ihr Beispiel den Laien schlechthin den Weg weisen und durch ihre Lehre das Gewissen klären und Herz und Wille in Bewegung halten…Je heller dem gelübdelosen Typ unserer Prägung sein Leitbild aufleuchtet und je mehr er sich dafür erwärmt, desto ernster wird er seine Sendung nehmen, desto kraftvollere Forderungen an sich stellen und verwirklichen.

Veröffentlicht:
Joseph Kentenich,
Texte zum Verständnis Schönstatts
Patris Verlag GmbH
ISBN: 978-3-87620-038-5
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