CS25 CAUSA SECUNDA Text 25

CS25 CAUSA SECUNDA Text 25

Aus: 2. Gründungsurkunde 1939

Halte unerschütterlich fest an deinem ausgeprägt marianischen Charakter!

Der ausgeprägt marianische Charakter unserer Familie ergibt sich aus ihrer Geschichte. Er entspricht dem göttlichen Weltregierungs-, -ordnungs- und -vervollkommnungsgesetz und der Sinnenhaftigkeit unserer menschlichen Natur.

Gott regiert in Weisheit und Ehrfurcht vor seinen Geschöpfen die Welt durch Zweitursachen. Er überträgt gern auf Dinge und Menschen seine Eigenschaften, Rechte und Vollmachten und will, daß wir die Liebe und Anhänglichkeit, die ihm gebührt, auf diese übertragen und durch sie weiterleiten auf ihn. So entsteht ein großer Bindungsorganismus. In der Gottesmutter schuf der Allgütige ein Wesen, dem er in verschwenderischer Weise Teilnahme an seinen Eigenschaften geschenkt. Er will und wünscht deswegen, daß wir sie als ein heiliges Band benutzen, an das wir uns in inniger Weise binden, um mit ihr emporgezogen zu werden in sein eigenes Herz.

Weil unsere Natur nicht nur rein geistig, sondern auch sinnenhaft geschaffen ist, äußert sich ihr Ewigkeitshunger in einer starken Sehnsucht nach Transparenten Gottes. Der Allmächtige, Allgütige und Allweise trägt diesem Bedürfnis in vielgestaltiger Weise Rechnung. Er sandte uns seinen eingeborenen Sohn. In ihm haben wir das uns zugewandte Antlitz des Himmelsvaters vor uns. Er gab uns den Chor der Heiligen. Auch sie haben in ihrer Art dieselbe Aufgabe. Auf gleicher Linie steht das Bild der lieben Gottesmutter. Weil Gott sie „gleichsam in einer Ekstase“ geschaffen, stellt sie in verhältnismäßig vollendeter Weise einen Spiegel der göttlichen Vollkommenheiten dar. Wer sie anschaut und sich ihr schenkt, wird in ungemein tiefer Weise in die Nähe Gottes gerückt, steht erschaudernd vor seiner Größe und fühlt sich in schlichter und wirksamer Weise emporgezogen in sein Herz. Sie ist für uns die amtliche Christus- und Gottesträgerin, -bringerin und -dienerin. Wer sie findet, findet das Leben und schöpfet Heil vom Herrn!

Diese objektive Stellung der Gottesmutter im Heilsplane tritt in unserer Familiengeschichte außerordentlich stark in Erscheinung. Die Gebenedeite unter den Weibern ist ihr Ursprung und ihr Teilziel. Sie verkörpert aber auch gleichzeitig in anschaulicher Weise ihre ganze Arbeitsmethode.

Alles, was in der Familie geworden, ist in bewußter Abhängigkeit von ihrer Fürbitte und ihrem Vorbild entstanden. Darum nennen wir sie gern unsere Gründerin, unsere Herrin, unsere Königin. Und unser ganzes Sinnen und Streben geht dahin, uns innerlich von ihr abhängig zu wissen.

gedruckt als:
Schönstatt. Die Gründungsurkunden, Schönstatt-Verlag, Vallendar, 1967, ISBN 978-3-920849-13-3
Nr. 64-69, S.48-49 ***-

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