GwdK2010/11-6-01 Stärkere Personalisierung und Familiarisierung

GwdK2010/11-6-01 Stärkere Personalisierung und Familiarisierung

Studie 1952/53, 108.

Mit ihrer lokalen Entterritorialisierung muß – um ein Wortspiel zu gebrauchen – die personale Territorialisierung gleichen Schritt halten. Mehr noch! Sie muß auf Eroberung ausgehen und bewußt die ganze Welt und alle Volksschichten zu ihrem Felde machen. (…) Die unaufhaltsam fortschreitende lokale Entterritorialisierung des Christentums verlangt eine stärkere Personalisierung und Familarisierung. Das heißt: Was Persönlichkeit und Familie bisher durch Verwurzelung in katholischen Mutterboden eines Landes oder einer Gegend an Schutz und Sicherung erhalten hat, will und muß nun durch sorgfältige individuelle und unmittelbare Persönlichkeits- und Familienbildung und Erziehung erstrebt und erreicht werden. Was der Breitenwirkung des Christentums abgeht, will so durch grösseren Tiefgang ersetzt werden; was an Werbekraft Land und Gegend genommen ist, soll durch gottangefüllte, echte christliche Persönlichkeiten und Familien zünden und entzündet werden und Christi Triumphwagen siegreich durch die Zeit ziehen und sonst wird morgen und übermorgen die Wirkkraft des Christentums, seine Sauerteig- und Senfkorn- und Salzkraft von der Entscheidung der einzelnen Persönlichkeiten und Familien abhängen. Der schöpferische Ruhepunkt, den früher Ort, Land und Gegend durch ihre Atmosphäre darstellte, will nunmehr in Persönlichkeit und Familie hinein verlegt und ausstrahlend wirksam gemacht werden.

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