GwdK2010/11-6-08 Säkularinstitut

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Maibrief 1949, 4 f., 65 f.

Die Constitutio [Provida Mater Ecclesia von 1947] ist ein Dokument von säkularer Bedeutung. Sie will aufgefaßt werden als Abschluß einer langen, krisenreichen geistigen Entwicklung in Welt und Kirche und als An- und Aufruf zu neuen rechtlichen und soziologischen Lebensformen, die der kommenden Kirche das gottgeprägte Antlitz aufdrücken. Sie inauguriert eine Ära des Laienrechtes, der Laienaszese und der Laiensoziologie. Sie will der Kirche inmitten einer heidnischen Welt diasporafähige Menschen und Gemeinschaften schenken. Daß sie zu derselben Zeit herausgegeben wurde, wo wir unseren kirchenrechtlichen Ort suchten, daß sie bis in alle Einzelheiten unseren Ideen und Erwartungen entspricht, gilt uns als untrüglicher Beweis, daß derselbe Geist, der in der Kirche wirksam ist, auch uns im Laufe der verflossenen Jahre geleitet und getrieben hat.(…) Diese [die Struktur] ist so ausgeprägt laienmäßig, wie gegenwärtig vielleicht keine zweite unter den bestehenden Gemeinschaften desselben Stiles. Unser Lebensrhythmus und unsere Lebensformen sind bis in alle Einzelheiten dem Leben strebsamer Laien in der Welt abgelauscht. (…)

Angewandt auf unseren Fall heißt das: die Zukunft unserer Männer- und Jungmännerbewegung hängt wesentlich von unseren Marienbrüdern ab. Wollen sie ihrer Aufgabe gerecht werden, so müssen sie sich stets erinnern an das Gesetz der ausgezeichneten Fälle, das ihnen die ernste Verpflichtung auferlegt, das Ideal des Mannes in der heutigen Welt möglichst vollkommen vorzuleben. Sie sind deswegen darauf angewiesen, ihre ganze Organisation möglichst laienmäßig aufzuziehen. Vielleicht werden sie dann auch von Gott als Werkzeug mitbenutzt, um der Kirche eine Fortentwicklung des Laienrechtes und der Laienaszese zu geben. Beides wird für die kommende Zeit von großer Bedeutung sein… Auf beides ist letztlich auch die katholische Aktion hin geordnet.

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