JoBr52-06_103-113 Die Originalität des Schönstätter Liebesbündnisses IV

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Die Originalität des Schönstätter Liebesbündnisses IV

Realismus im Denken und in der Frömmigkeit (Fortsetzung)

Wer Einblick in die wirkliche Lage der heutigen Seelsorge hat, weiß um die methodische Unsicherheit und Unklarheit in solchen Situationen. Es gibt Erzieher und Seelsorger, die von dem Gedanken ausgehen: Gesundes Leben setzt sich von selbst durch. Sie richten deshalb den Blick nicht sonderlich ängstlich nach rechts oder links. Sie leben ihren Glauben reinrassig, als wären sie in einer katholischen Enklave. Sie fassen den Kreis, in dem sie sich bewegen und den sie betreuen, wie einen Strom auf. Sie hoffen, daß das gesunde und gesundende Wasser viele Interessenten und Suchende zum Baden, Waschen und Trinken einlädt, und glauben, auf diese Weise mit der Zeit dem Strom in seiner Gesamtheit ein neues Bett geben zu können.

Andere hingegen nehmen so viel Rücksicht auf Meinungen und Bekenntnisse ihrer andersgearteten Umgebung, daß sie ständig Gefahr laufen, sich selbst zu verlieren, sich aufzulösen oder aufzugeben. Sie leiten von dem Wasser, in dem sie sich wohl fühlen, da und dort Teile in die Kloaken der Zeit oder in die leeren Gefäße ihrer Umgebung weiter, verlieren dadurch aber leicht ihre eigene Geschlossenheit, Widerstandskraft und Tragfähigkeit.

Zwischen diesen beiden Polen gibt es ungezählt viele und vielgestaltige Spielarten von Anwendungsmöglichkeiten. Es ist nicht immer leicht, rechtzeitig die richtige Mitte zu finden.

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Vor mir liegt ein theologisches Gutachten. Ich setze daraus einige Stellen her, füge gleichzeitig die gegebene Entgegnung bei. Ich tue es nicht, um Stellung dazu zu nehmen, sondern um zu zeigen, wo das Problem liegt. Das Gutachten besagt:

»Da heute der katholische Volksteil Deutschlands nicht mehr räumlich getrennt von Andersgläubigen wohnt und seine religiösen Überzeugungen in dieser Umgebung bekennen muß, erhebt sich die kerygmatische Frage, ob wir heute noch so sorglos über Glaubensgebiete innerhalb oder außerhalb unserer Gebete sprechen sollen, wie das Katholiken unter sich ohne Zweifel tun dürfen. Eine Bewegung, die nur in den Kreisen fließt, die von Kindheit an durch die ordentliche Pfarrseelsorge erfaßt sind, wird diese Frage eher bejahen als verneinen. Wer aber die [[130]] missionarischen Aufgaben spürt, vor denen unsere deutschen Bischöfe stehen, wird gerade im Gebet und religiösen Lied ein wirksames Mittel erblicken, um Vorurteile Andersgläubiger zu beseitigen und das Wesentliche des katholischen Glaubensgutes zu verbreiten.

Wie zahlreiche Konversionen beweisen, hat die liturgische Bewegung hierin viel geleistet. Gerade durch sie ist die spezifisch katholische Glaubenslehre, daß wir Getaufte in der Gemeinschaft der katholischen Kirche durch Christus dem himmlischen Vater das Opfer darbringen, in weite Kreise getragen worden. Daher ist es fraglich, ob wir die Stoßkraft dieser Wahrheit gefährden dürfen, indem wir im deutschen Sprachraum von ‚opfern‘ sprechen, wo es sich nicht um unser liturgisches Opfer handelt, sondern nur um eine Weihe, Hingabe und dergleichen, und wo die letztgenannten Ausdrücke völlig ausreichen, um die gemeinte Sache zu bezeichnen.

Zusätzlich sei auch darauf hingewiesen, wie seit 1933 unser deutsches Volk durcheinandergeworfen und die religiösen /

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Kenntnisse bei ihm stark gemindert wurden, so daß man heute nicht mehr alles, was noch vor zwanzig Jahren angängig war, durchgehen lassen kann.«

In der Entgegnung heißt es:

»Was mich besonders an dem theologischen Gutachten erneut beunruhigt, ist die Tatsache, daß der Gutachter sich unverkennbar zum Sprecher einer sogenannten Verkündigungstheologie macht, die kerygmatische Zweckmäßigkeiten in einer Weise betont, daß sie in Gefahr kommt, die traditionelle theologische Sprechweise der Kirche dem Gesetz des Wandels und der Anpassung zu unterwerfen. Würde es sich in einem solchen Unterfangen der sogenannten kerygmatischen Theolobie nicht um eine wirkliche Gefahr handeln, hätten wohl der Heilige Vater und auch das Heilige Offizium im Hinblick auf bestimmte theologische Vorgänge in Frankreich nicht so ernst ihre warnende Stimme erhoben.

Ein zweites Kennzeichen des erwähnten theologischen Gutachtens ist die auffällige Rücksichtnahme auf die Bestrebungen um die Wiedergewinnung der Protestanten, um derentwillen traditionelle Äußerungen und Ausdrucksformen der kirchlichen Frömmigkeit den Zwecken der Unionsbestrebungen angeglichen werden sollten. Das Heilige Offizium hat sicher nicht ohne Grund gegenüber den Unionsgesprächen mit den Protestanten seine warnenden Vorbehalte erhoben. Offenbar wollte es doch damit den ohne weiteres einleuchtenden Standpunkt verkünden, daß die Annäherung an die Protestanten nie um den Preis von Zugeständnissen im Bereich der unveräußerlichen kirchlichen Traditionsgüter gehen kann.

Die empfindlichste Stelle, an der bei uns in Deutschland die Vertreter der kirchlichen Tradition einerseits und die Vertreter der kerygmatischen Theologie, der liturgischen Bewegung und der Unionsbestrebungen andererseits /

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sich gegeneinander abgrenzen, ist die Mariologie und die marianische Frömmigkeit. Sie mögen deshalb … verstehen, wenn mir gerade in dieser Frage an einem gesicherten theologischen und pastoral-pädagogischen Standpunkt sehr viel gelegen sein muß. Das ist der Grund, weshalb ich glaube, der aufgeworfenen Frage so lange nachgehen zu sollen, bis daß ich darüber zur vollen Klarheit gekommen bin.«

Der Fachmann spürt, wo hier die Schwierigkeit liegt. Es handelt sich um die Frage: Ist in besagtem Falle die Gefahr nicht gar zu groß, daß man den Kindern des eigenen Hauses die zukömmliche Nahrung entzieht, sie hungern läßt und der Gefahr der Schwindsucht aussetzt, und das alles aus [[131]] der wohlmeinenden Ansicht, mit den Nachbarn, die gewohnheitsmäßig hungern, sich an einen Tisch setzen zu können, um schließlich beide Teile in höchste Lebensnot zu bringen? Die künftige Entwicklung der Dinge wird deutlicher zeigen, welche Methode richtig gegriffen hat(10).

Das angeschnittene Problem kommt in dreifacher Form zum Ausdruck. Es ist akut und aktuell, wo es sich um Diaspora, um Heidenländer oder um ganzheitliche Erneuerungsbewegungen im katholischen Raum handelt. Der letzte Gesichtspunkt und die damit verbundene Entwicklung kommt vor allem für uns in Frage. Der »Oktoberbrief« 1948 faßt kurz zusammen, was sich darüber sagen läßt:

»Jede Erneuerungsbewegung, wie sie auch heißen mag, bedeutet einen neuen Anfang. Sie bleibt im Organismus der Kirche, dessen Glied sie ist, von der sie getragen wird und die /

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sie trägt. Die Schwierigkeit beginnt, wo es sich darum handelt, das frischsprudelnde Quellwasser aufzufangen, durch Ufer rechts und links vor dem Versickern zu bewahren und von den ungünstigen Einflüssen der Umgebung abzusperren, damit es als anwachsender, machtvoller Strom das Land durchzieht, bewässert und bereichert, und doch gleichzeitig ständige lebendigste Fühlung zu halten mit der bestehenden kirchlichen und weltlichen Kultur, sich von beiden befruchten zu lassen und beide zu befruchten, als Glied der Kirche in ständiger Abhängigkeit von ihr zu sein, von ihr Richtung, Maß und Kraft zu erhalten und gleichzeitig in sie hineinzuströmen, um sie zu durchdringen.

Daß ein solcher Prozeß spannungsreich verläuft, ist selbstverständlich. Möglich ist er zum Wohle für beide nur, wenn der umrissene Bindungsorganismus recht verstanden und klug angewandt, wenn Wohlwollen und Weite der kirchlichen Autorität erwidert wird von seiten der Erneuerungsbewegung durch Ehrfurcht und Treue, bei allem kraftvollen Stehen zu origineller Art und Sendung. Bei Begrenztheit menschlicher Einsicht und Kraft lassen sich nicht alle Fehlgriffe vermeiden. Sie sind heilbringend, wenn sie sich als falsche Anwendung richtiger Grundsätze, nicht aber als Ausdruck falscher Prinzipien ausweisen. Das zeigt die Geschichte jeglicher kirchlicher Erneuerungsbewegung im Laufe der Jahrhunderte(11).«

Das hier angedeutete Spannungsverhältnis zwischen Eigengesetzlichkeit und Gliedhaftigkeit der Bewegung bleibt, solange die Bewegung ihre volle Lebenskraft entfaltet und in einer andersgearteten Umgebung auf starken Widerstand stößt. Paßt sie sich zu stark an, so ist sie bald eine Totgeburt. Bisher durften wir sie mit dem Leibrock des Herrn vergleichen – von der Gottes- /

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mutter selbst gewebt, ohne Naht, etwas Ganzes, etwas Heiliges: niemand durfte daran herumschneiden oder abtrennen. Ob es uns glückt, den Heiligen Rock so, wie er geworden ist, und so, wie wir ihn bisher tragen durften, unverletzt zu erhalten und der kommenden Generation zu übergeben?

Das kann nur glücken, wenn wir trotz aller klugen Anpassung den Mut aufbringen, gegen den Strom zu schwimmen. Nur so können wir uns vor der Zersplitterung, vor dem Untergang retten und unsere Sendung erfüllen. Das gilt vor allem für die Wurzel unsers Seins, für unser Mariengeheimnis. Halten wir daran nicht unerschütterlich fest, zünden wir kein helloderndes Gegenpräriefeuer an, so können wir die vernichtende und versengende Glut andersgearteter Strömungen nicht mehr eindämmen und überwinden.

Ein Blick in die Geschichte macht uns darauf aufmerksam, daß normalerweise in solden Zeiten aus den eigenen Reihen kraftvolle Verteidiger auftreten mußten, die in ihrer Art sich vor die bedrohte Festung stellen, alle Geschosse auffangen und unschädlich zu machen trachten: Hier mag es mit wissenschaftlichem Rüstzeug geschehen, dort durch freimütiges Bekenntnis, anderswo durch [[132]] den unwiderleglichen Beweis unseres umgeformten Lebens oder durch Gebet und Opfer.

Pater Köster weist in seiner wertvollen Studie »Schönstatt und der deutsche Katholizismus, Themen und Hintergründe eines Ideenkampfes(12)« auf die Verteidigungsschrift hin, die Suarez 1595 zur Rechtfertigung der /

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von vielen Seiten leidenschaftlich angefeindeten Gesellschaft Jesu, der er selbst angehörte, herausgegeben hat. Suarez begründet, wie Pater Köster darstellt, seine Handlungsweise wie folgt:

»Da er (Suarez) nämlich vor vierzig Jahren … durch ein großes Geschenk der göttlichen Gnade zu dieser Gesellschaft berufen und diese ganze Zeit in ihr erzogen und ernährt wurde, sich auch darin aufgehalten und ihre Lebensweise sowie ihre innere Einrichtung immer bewundert und in ihr ausgezeichnet bewährte Sitten und gegen die göttliche Majestät Hingabe und Ehrfurcht, gegen die Menschen aber große Liebe und Seeleneifer … gefunden hat; weil er nichtsdestoweniger diese Gesellschaft nicht nur von Häretikern, was ihr ja nur zum Lobe gereicht, gehaßt, sondern auch vermeintlich aus religiösen Gründen (sub specie religionis) von Menschen, die die gesunde Lehre und den katholischen Glauben vertreten, angegriffen und auf vielfache Art behelligt sieht, sei es in privaten Gesprächen, sei es in öffentlichen Vorlesungen und Predigten oder in niederträchtigen Verleumdungen oder in sophistischen Scheinargumenten, trägt er schon lange den sehnlichen Wunsch, über diese Gesellschaft Rechenschaft abzulegen und allen gegen sie ausgedachten Einwürfen zu antworten. Nicht als ob die Wahrheit selbst… seiner Verteidigung und Erläuterung bedürfte, sondern um Gott, der ihn in (diese) Gesellschaft gerufen hat, und der Gesellschaft selbst, der er alles verdankt, was er ist und hat, ein Zeichen der Dankbarkeit zu geben(13).«

Müßte sich diese vorbildliche Handlungsweise nicht in unseren Reihen wiederholen, nachdem ähnliche Angriffe von vielen Seiten auch auf uns erfolgt sind? Oder man denke an Lourdes, an Fatima. Daß alles, was aus /

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der gewöhnlichen Reihe herausfällt, die Geister in Erregung bringt, wundert den Menschenkenner nicht. Er hält es für selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich sollte es aber auch sein, daß dort, wo es sich um ein Gotteswerk handelt, Männer und Frauen erstehen, die sich ohne Angst und Furcht mutig dafür einsetzen; wie es in und um Lourdes und Fatima geschehen ist. Wie viele edle Verteidiger und geschickte Verteidigungsschriften haben die dortigen Ereignisse auf den Plan gerufen! Müßte das nicht auch bei uns so sein, wenn wir gesund gewachsen sind? Freilich setzt das eine tiefe gläubige Überzeugung, ein Ergriffensein von unserem Mariengeheimnis und seiner Sendung für die heutige Welterneuerung voraus.

Ich denke da vor allem an Deutschland. Wenn in unseren Kreisen das Erfaßtsein von der Aufgabe stärker lebte, die die Gottesmutter laut Gründungsurkunde von unserem Heiligtume aus in diesem hart geprüften Land lösen will(14), das wegen seiner geographischen Lage und der seelischen Eigenart seiner Bewohner das Schicksal von Europa wesentlich mitbestimmt, müßten wir alle viel, viel wacher sein. Pius XII. schrieb unter dem 18. Januar 1946 an den Erzbischof von Paderborn:

»Oftmals denken Wir in Hoffnung und Liebe an Deutschland, das, festbegründet durch Wiederherstellung der Einheit der katholischen Religion, glänzend durch die Mannigfaltigkeit seiner reichen ursprünglichen Begabung, gekräftigt in milder Kraft durch die Sanftheit des Evangeliums, den übrigen Völkern ehrwürdig und befreundet sein möge; das allerdings auch reich sein möge an Gaben christlicher Weisheit und diese /

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reichlich den übrigen Völkern schenke. Ahnen Wir es oder sagen Wir es voraus, daß dies kommen wird?«

[[133]] Bedeutungsvoll ist der letzte Satz: »Ahnen Wir es oder sagen Wir es voraus …«, das heißt, handelt es sich um eine Zukunftsvision oder um eine bloße Zukunftsahnung? Wie dem auch sei, wir lassen die Frage ebenso unbeantwortet, wie der Papst es tut, prägen uns aber erneut ein: Was Pius XII. ahnt oder schaut, ist das große Zukunftsbild von Deutschland, wie es seit 1914 in unseren Köpfen und Herzen lebt und Antwort heischend sich immer deutlicher vor unseren Augen abhebt. Sollte seine Verwirklichung tatsächlich »im Plane« liegen, so können wir Schönstätter unseren Beitrag nur wirksam durch Verbreitung unseres Mariengeheimnisses und durch das ernste Bemühen liefern, unser Leben und das unserer Umgebung und weitester Kreise daraus zu gestalten. Ähnliches läßt sich von anderen Ländern sagen, in denen die Gründungsurkunde angenommen wird und Filialheiligtümer erstehen. Wird beides – Gründungsurkunde und Filialheiligtum – ganz bejaht, so wird die Gottesmutter auch dort dieselbe Aufgabe lösen und dieselben Früchte zeitigen.

Im übrigen drängen die Verhältnisse in der ganzen Welt uns zu einer größeren Geschlossenheit um unsere Heiligtümer und unter- und miteinander zu einem Block, zu einer fliegenden Insel, zu einer abgedichteten Arche inmitten der Sintflut der Zeit. Gewiß müssen wir uns anpassen, müssen aber auch eine undurchdringliche Mauer sein, die allen Stürmen gegenüber standhält. Was ein Verbandspriester mir dieser Tage vom Weltklerus in seiner heutigen Lage schrieb, dürfte mehr noch vom Laien Geltung haben. Es deutet eine Situation an, in der /

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sich übermorgen der Katholizismus in der ganzen Welt befindet. Im Brief heißt es:

»Der Weltklerus kann nur durch eine Gemeinschaft wie die unsere gerettet werden. Wenn eine solche Gemeinschaft nicht kommt oder wenn die unsrige sich nicht durchsetzt, wird es in absehbarer Zeit keinen Weltklerus mehr geben. Ein alleinstehender Priester hält auf die Dauer nicht aus, was in der heutigen Welt auf ihn einstürmt. Noch vor vierzig oder fünfzig oder auch weniger Jahren wurde er von der Atmosphäre seiner katholischen Pfarrgemeinde mitgetragen. Er half zwar, diese Atmosphäre zu schaffen, aber umgekehrt trug sie auch ihn wieder. Das ist heute dahin. Heute will die Zeit den Priester auslaugen und aufsaugen. Alleinstehend ist er rettungslos verloren. Wenn aber eine Weltpriestergemeinschaft ihren Geist beibehalten soll, muß sie eine gleichgerichtete Ordensgemeinschaft haben, die sich für ihren Geist mitverantwortlich fühlt… Wenn man so dasteht wie wir Weltpriester und immer dem Einfluß der gottwidrigen Welt ausgesetzt ist, kann man nicht der Garant des geistlichen Lebens sein. Wenn ich in die Welt Schönstatts wieder eintauche, komme ich wieder in den Strom des dort flutenden Lebens. Aber bis man darin ist, vergehen einige Tage. Wenn man darin ist, muß man reisen. Kurze Zeit hält man noch fest, was man dort in sich hineingenommen hat; dann ist man wieder im Alltag und mitten im auslaugenden Strom der heutigen Zeit. Garant des geistlichen Lebens in unseren Reihen kann darum nur eine Gemeinschaft sein, die dauernd als ein Ganzes in dem lebendigen Strom dasteht. Wollten wir selbst diese Gemeinschaft sein, müßten wir das werden, was unsere Bischöfe befürchten: eine ordensähnliche Gemeinschaft, die sich aus dem Verband der Diözesen löste. Wenn das würde, hätten wir als Priester unsere typische Aufgabe nicht erfüllt, das Problem der Gemeinschaft im Weltklerus zu lösen. Das Gegenteil von dem, was die Bischöfe befürchten, stimmt, wenn wir unserer Aufgabe treu bleiben.«

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Realistische Frömmigkeit steht bei aller Zartheit, Innigkeit und Tiefe unerschütterlich auf dem Boden einer objektiven Ordnung, an der sie sich allezeit orientiert. Das tut sie auch, das tut sie besonders bei der Marienverehrung, weil diese geeignet ist, das Gemüt anzusprechen, und deshalb [[134]] die Gefahr in sich schließt, in Wildwuchs auszuarten, wenn sie nicht von einer fest verankerten objektiven Ordnung gehalten und geleitet wird.

10. Trotz der veränderten ökumenischen Gesamtlage behält die pastoral-pädagogische Frage ihre Bedeutung.

11. Brief vom 1.10.1948 aus Santiago/Chile, gedruckte Ausgabe, 22.

12. Unferöffentlichte Studie, geschrieben am 20.10.1951.

13. P. Köster zitiert hier Suarez, De Religione Societatis Jesu, liber I, introductio, in: Opera omnia, tomus 15, Venetiis 1744, 300.

14. Vgl. Schönstatt, Die Gründungsurkunden, 26.

Aus: Das Lebensgeheimnis Schönstatts. II. Teil: Bündnisfrömmigkeit, Vallendar-Schönstatt 1972, 278 S. – www.patris-verlag.de

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