GdL-1967- Kreisen um den lebendigen Gott

GdL-1967- Kreisen um den lebendigen Gott

Aus: Peter Wolf (Hrsg.), In seiner Liebe bleiben. Ausgewählte Texte zur Eucharistie von J. Kentenich

Gott, alles in allem und alles in allen. Sinn des Weltgeschehens insgesamt soll nun auch der Sinn unserer eigenen Lebensgeschichte sein. Hinter allem den lieben Gott sehen. Und wie repräsentiert sich der lebendige Gott? Wenn wir hier eine Unterscheidung einfügen und einführen wollen, müssen wir sagen, wir unterscheiden den Gott des Lebens, den Gott unserer Altäre und den Gott unseres Herzens. Welcher Gott soll denn nun alles in allem werden? Was wir eben sagten, sind nur verschiedene Erscheinungsweisen Gottes. Gott ist immer der Eine.

Außergewöhnlich stark hat unsere Familie von Anfang an sich bemüht um den Gott des Lebens. Das ist der Gott, der sich in unserem praktischen Alltagsleben repräsentiert. Das ist der Gott, der die Welt regiert, der die Welt ordnet, der Gott, der heute allenthalben im Vordergrunde steht. Was sollten wir jetzt tun zu dem Zwecke? Sorgen, dass wir immer kreisen um den lebendigen Gott, der die Fäden unseres Lebens in der Hand hat. Das geschieht durch das Gesetz der geöffneten Türe. Wir wollen schauen, wo und wie der lebendige Gott uns ein Türchen öffnet, wo und wie er uns seine Wünsche mitteilt, mitteilt nicht nur durch die inneren Einsprechungen, sondern auch durch die Führungen und Fügungen unseres Lebens. Hinter allem den lieben Gott erblicken, Gott des Lebens!

Wie frühzeitig haben wir schon die Ausdrücke geprägt: Es gibt heute eine anthropologische und eine kosmische Kälte. Anthropologische Kälte: Der Mensch löst sich mehr und mehr von der Führung Gottes, will sich selber führen. Kosmische Kälte: Der Kosmos löst sich mehr und mehr im Empfinden der Menschen von der Verbindung mit Gott. Und das ist einfach unsere zentralste Aufgabe, den lieben Gott überall sehen, wirksam sehen, auch in meinem Leben, in den kleinen und kleinsten Äußerungen. Überall ihn sehen, überall mit ihm sprechen und überall für ihn Opfer bringen.

Pater Josef Kentenich, 1967, zitiert nach: Peter Wolf (Hrsg.), In seiner Liebe bleiben. Ausgewählte Texte zur Eucharistie von Josef Kentenich. Vallendar-Schönstatt 2005,165f.

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