CS64 CAUSA SECUNDA Text 64

CS64 CAUSA SECUNDA Text 64

Aus: Vortrag 1967

Hier darf ich vielleicht einen Augenblick noch stehen bleiben, um eine andere Gedankenlinie wenigstens zu berühren. Wenn man heute auch innerhalb des Raumes unserer katholischen Theologen jubelnd immer wieder hinausruft: Wir sind auf dem Wege zum Zentralen, also so vieles, was nebensächlich ist, was nicht zentral ist, das dürfen wir alles quittieren. Sehen Sie, ich darf Ihnen ein Wort sagen, ein gewisses Gesetz promulgieren und formulieren, das von großer Bedeutung ist. Es ist recht, wir wollen zum Zentralen. Haben wir in Schönstatt immer gewollt. Das Zentralste ist für uns und war immer der Dreifaltige Gott. Sehen Sie: Zentralisierung, die verbunden ist mit Isolierung, ist morgen Nihilierung.

Das klingt so einfach. Zentralisierung, verbunden mit Isolierung – will also heißen: wenn wir die Erstursache lösen von der Zweitursache, wenn wir immer nur das Letzte wollen, ja, was heißt das, das Letzte wollen: den Dreifaltigen Gott, und die ganze Kette, die ganze Welt der Zweitursachen streichen, dürfen Sie sicher sein, übermorgen bedeutet das Nihilierung der Religion.

Wir haben im vorigen Jahre einmal den Werdegang vom Glauben zum Unglauben dargestellt. Soli Deo! Ich mag das jetzt nicht durchführen. Ist aber dasselbe. Gott allein! Ganz kurz skizziert: Gott allein. Die Heiligen sind nicht Gott. Gottesmutter ist nicht Gott. Weg damit! Soli Deo! In der Person des Gottmenschen, da gibt es ein menschliches Element. Soli Deo! Weg damit! Soli Deo. Es wird nicht lange dauern, dann wird das Wort dem Inhalte nach eine starke Wandlung erfahren, bedeutet dann: dem Sonnengott. Ist der persönliche Gott gestrichen und wir kennen höchstens einen Naturgott, der morgen, übermorgen seine Gestalt wiederum wandelt.

In dem Zusammenhang wollen wir uns daran erinnern, wie lange wir schon und wie stark wir in allen Situationen festgehalten haben an der Lehre von den Zweitursachen, Natur und Gnade, an der Lehre von den Verhältnissen zwischen Natur und Gnade, an der Lehre von den Verhältnissen zwischen Natur und Gnade. Soweit ich das persönlich verstehe, ist das eigentlich das Problem der Zeit. Ein Problem, das in den verschiedensten Schattierungen immer wieder kommt. Wir wollen nicht wiederholen, was wir ansonsten bei den verschiedensten Gelegenheiten davon gesagt. Was wir gesagt haben von der Funktion eines heiligen Augustinus, von der Funktion und Sendung des heiligen Thomas und von der großen Aufgabe, die wir glauben empfangen zu haben. Weg von der Theologie, von der bloßen Theologie und Philosophie des Grundverhältnisses zwischen Erst- und Zweitursache, – hin und hinein in die Psychologie! Was das im einzelnen besagt, will da und dort immer wieder neu in Erinnerung gerufen werden. Wollen wir uns das Gesetz noch einmal einprägen? Wollen wir es nicht im Leben überprüfen: diese Zentralisierung, die gleichbedeutend ist mit der Isolierung, Lösung vom Zentrum, das bedeutet, wo es sich um das Religiöse handelt, letzten Endes immer eine gewisse Nihilierung.

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