GdL-1946-10 Liebesbündnis – Vorsehungsglaube – Sendungsglaube

GdL-1946-10 Liebesbündnis – Vorsehungsglaube – Sendungsglaube

Aus: Krönung Mariens – Rettung der christlichen Gesellschaftsordnung (Krönungswoche 1946)

Das vollkommene Liebesbündnis kennt nicht nur eine Vollkommenheit mit Rücksicht auf die Innigkeit, sondern auch mit Rücksicht auf die Weite. Das Liebesbündnis mit der Gottesmutter und ihr Liebesbündnis mit Schönstatt und mit jedem Schönstattkind soll mehr und mehr werden zum Liebesbündnis mit dem Heiland, dem Vater, dem Heiligen Geist, dem dreifaltigen Gott, zum Liebesbündnis unter- und miteinander, zu einem vollkommenen Liebesbündnis, zu einer Liebesgemeinschaft nicht nur mit dem Himmel, sondern auch unter- und miteinander. Dadurch bekommt ja gerade unser Ringen und Streben diesen starken sozialen, gesellschaftsbildenden Charakter. Ein Idealreich wollen wir schaffen! Wollen wir die großen Sterne noch einmal sehen, die uns beim Gedanken an das Idealreich aufleuchten sollen und wollen, dann brauchen wir bloß das Heimatlied zu betrachten. Da ist die Rede von einem Reich der Liebe, der Reinheit, der Freude, der Freiheit, der Wahrheit, der Gerechtigkeit, des Kampfeswillens und der Siegeszuversicht. Das ist das Idealreich. Dieses vollkommene Liebesbündnis bekommt sein besonderes Gepräge durch den vollkommenen Vorsehungsglauben, der sich dirigieren läßt durch den Gott des Lebens, (der) aber dann auch (Gott) eine Antwort (gibt) durch das Leben, will heißen durch die Werktagsheiligkeit, und der sich auswirkt in einem radikalen, universellen Sendungsglauben.

Wenn wir nun fragen, wer geeignet ist, in unser Reich aufgenommen zu werden, dann haben Sie hier die drei Kriterien. Sie brauchen selbstverständlich nicht in hohem Maße vorhanden zu sein, aber in etwa müssen sie doch da sein. Es muß eine Entwicklungsfähigkeit nach dieser Richtung vorhanden sein, Sinn für dieses originelle Liebesbündnis, für den Vorsehungsglauben – und damit für die Werktagsheiligkeit – und für den Sendungsglauben. Was Voraussetzung und in geringem Grade vorhanden sein muß, will als beglückende Frucht uns einmal in den Schoß fallen.

Aus:
Josef Kentenich,
Krönung Mariens – Rettung der christlichen Gesellschaftsordnung (Krönungswoche 1946)
Schönstatt-Verlag, Vallendar 1977, 279 S.
ISBN: 978-3-920849-29-4
Seite 83f

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