JoBr52-05_105-117 Das Liebesbündnis als Schönstatts Lebensquelle III

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Das Liebesbündnis als Schönstatts Lebensquelle III

Die Sorge für die Verehrung Mariens – Die gegenwärtige Gefährdung für das Liebesbündnis

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Die Sorge für die Verehrung Mariens, den »Schönstatt-Schatz«

Es gibt noch ein drittes Element, das Schönstatts geheimnisvolles Werden, Wirken und Wachsen erklärt. Es hängt wesentlich mit den beiden genannten zusammen. Alle drei ergänzen und bedingen einander; das eine kann ohne die anderen, und die anderen können ohne das eine nicht bestehen. Das beweist die Familiengeschichte. Als drittes Element meine ich die beglückende Tatsache, daß Schönstatt bei der Arbeitsteilung, die Gottes Regierungsweisheit in Lenkung der Welt vorgenommen hat, eine überaus große, wertvolle und fruchtbare Aufgabe zugefallen ist. Das Vermächtnis des Herrn: »Ecce mater tua(1)« ist besonders an unsere Adresse gerichtet. Uns ist – ähnlich wie Johannes – die Gottesmutter und die Sorge für ihre Verehrung und die Erfüllung ihrer christusgebärenden, christustragenden, christusdienenden Sendung vorzüglich übertragen.

Mehr noch: Unsere Liebe Frau will sich offensichtlich – das beweist die Entwicklung unserer Familien- /

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geschichte – in und durch Schönstatt ein weithin sichtbares Denkmal ihrer Macht, Güte und Weisheit setzen, um Welt und Kirche auf die Herrlichkeit aufmerksam zu machen, die sie künftig »am anderen Ufer« allerorten offenbaren will. Es ist die Herrlichkeit der amtlichen Dauergefährtin und Dauerhelferin des Herrn beim gesamten Erlösungswerke als Spiegel der Herrlichkeit Gottes und des Gottmenschen, als Retterin des gefährdeten Kirchen-, Menschen- und Weltenbildes.

Ich glaube beifügen zu dürfen, daß die große Schönstattfrau ihre Aufgabe glänzend gelöst hat. Das letzte Wort, das ich unmittelbar vor meiner Verbannung sprechen durfte, »Clarifica te(2)«, ist ein kurzes Kompendium der vergangenen Schönstattgeschichte und der sicherste Garant für die Entwirrung der verworrenen Knoten der augenblicklichen Situation.

Es dürfte wohl auch nicht vermessen sein, wenn ich den Mut habe, darauf hinzuweisen, daß sich in der Schönstattgeschichte gleicherweise wie im Leben des heiligen Johannes die Reaktion auf unsere marianische Sendung wiederholt. Von Johannes heißt es: »Et accepit eam discipulus ex eo in sua(3).« Dasselbe läßt sich von Schönstatt sagen. Wie die Gottesmutter alles getan, um [[36]] unsere »Herzen an sich zu ziehen(4)«, haben wir uns bemüht, ihr unsere Herzen zu schenken und als glühende Marienapostel überall ihr Reich auf- und auszubauen. Die öffentliche Meinung, deren Niederschlag in der /

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Literatur nachgelesen werden kann, stellt uns deshalb nicht mit Unrecht das Zeugnis aus, daß wir in den letzten Jahren die Hauptträger der marianischen Bewegung in Deutschland(5) gewesen sind, und daß wir mit kühnem Mut, mit Ausdauer und Opferfreudigkeit hochgemute Ritter der Gottesmutter geblieben, die »trotz der Feinde Macht und Schar« ihren Minnedienst verbreitet haben(6). Das taten wir hier und dort für die Gebenedeite unter den Weibern schlechthin; überall aber, wo es eben möglich war, für sie unter dem Titel der Dreimal Wunderbaren Mutter und Königin von Schönstatt. So war es bisher allezeit, so muß es immer bleiben! Es handelt sich hier um heilige Pflicht, von der uns niemand dispensieren kann. Was ihr ererbt von euren Vätern habt, erwerbt es, um es zu besitzen!

Schlagen wir wieder »Himmelwärts« auf. Das Büchlein ist ein zuverlässiger Berater, der uns nicht so leicht im Stiche läßt. Es gibt ungeschminkt Antwort auf alle Fragen um unser Wesen und um unsere Sendung. Da lesen wir:

»Dreifaltiger Gott, sei ewiglich gepriesen
für alles Große, das du uns erwiesen,
daß Schönstatt du die Mutter hast geschenkt,
durch sie in Christus tief uns eingesenkt.

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Wir preisen dich, weil das Marienleben
die Norm für unser Tagewerk gegeben,
daß du die Christussonn‘ in ihrer Pracht
in ihm so menschlich nah uns hast gebracht.

Wir fassen jubelnd alles Lob zusammen,
das in der Schöpfung brennt wie Feuerflammen:
Wir bringen’s dir, Dreifaltiger, zum Altar
in Jesus und Maria immerdar. Amen(7).«

Oder:

»Was er uns gab als Testament,
erhalt uns bis ans Zeitenend‘:
Die Dreimal Wunderbare Frau,
den Schatz in Schönstatts Friedensau.

Solang wir treulich ihn bewahren,
wird er die Besten um uns scharen(8).«

Oder:

»Du hast in unaussprechlich reicher Güte
Schönstatt geschenkt der Menschheit Edelblüte.
Laß uns sie bergen in des Herzens Schrein,
sie mutig tragen in die Welt hinein(9).«

Oder:

»Wir danken dir für alle Gaben,
die wir so reich empfangen haben;
daß Schönstatt du hast auserkoren
und Christus dort wird neu geboren;
daß du der Mutter Herrlichkeiten
von dort willst in die Welt verbreiten,
um Liebesströme zu ergießen,
daß sie durch kalte Herzen fließen(10).«

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[[37]] Fassen wir alle drei dargestellten Elemente zusammen, betrachten wir sie in sich – das Schönstatt-Bündnis, den Schönstatt-Ort und den Schönstatt-Schatz – und in ihrer inneren Zuordnung zueinander, erwägen wir ihre Bedeutung, so knien wir uns gern mit »Himmelwärts« hin und beten aus ganzer Seele:

»Halt das Zepter in der Hand,
Mutter, schütz dein Schönstattland;
dort bist du nur Königin,
sorg, daß alle Feinde fliehn.
Schaff dir dort ein Paradies,
halt den Drachen im Verlies.
Sonnenfrau, tritt klar hervor,
steig zur Mittagshöh‘ empor.

Bau von hier aus eine Welt,
wie dem Vater sie gefällt,
wie der Heiland im Gebet
einst voll Sehnsucht sie erfleht.
Liebe herrsch dort allezeit,
Wahrheit und Gerechtigkeit,
Einheit, die nicht Masse wird,
nicht zum Sklavengeiste führt.

Offenbare deine Macht
in der dunklen Sturmesnacht;
laß die Welt dein Wirken sehn
und bewundernd vor dir stehn,
daß sie dich mit Liebe nennt,
sich zu deinem Reich bekennt,
weithin stark dein Banner trägt,
siegreich alle Feinde schlägt.

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Schönstatt bleib dein Lieblingsort,
des Apostelgeistes Hort,
Führer hin zum heiligen Streit,
Quell der Werktagsheiligkeit;
Feuerbrand, der Christus glüht,
lodernd helle Funken sprüht,
bis die Welt als Flammenmeer
brennt zu des Dreifaltigen Ehr(11).«

Was ich bisher so oft gesagt, möchte ich abermals wiederholen, diesmal aber mit erhöhter Stimme, mit erhobenem Finger und leuchtenden Augen: So war es bisher, so muß es allezeit bleiben. Was ihr erwerbt von euren Vätern habt, erwerbt es, um es zu besitzen!

Während ich das alles niederschreibe, klingt mir ein Wort in Ohr und Herz, das ich am 14. Juni 1914 gesprochen. Es war kurz nach der Gründung der Marianischen Kongregation oben in der Hauskapelle des Studienheims:

»Ob unsere Kongregation tatsächlich einen Heiligen hervorbringt? Wir wissen es nicht, hoffen es aber zuversichtlich. Eines jedoch wissen wir: Eine schwere Verantwortung und den Zorn unserer himmlischen Mutter lädt die Generation auf sich, die unser opferreiches Werk – das Werk der göttlichen [[38]] Vorsehung – zugrunde gehen oder verkümmern läßt! Wehe dem Magistrat, der es so weit kommen läßt! Die gerechte Strafe wird ihn ereilen!(12)«

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Die gegenwärtige Gefährdung für das Liebesbündnis

Wir leben in einer Schicksalstunde unserer Familie. Ihr Los entscheidet sich. Ihre Fundamente sind angegriffen. Ich denke dabei nicht an die Organisation – die ist nicht sonderlich gefährdet. Was man uns nach der Richtung lassen möchte – »etwas« muß es nach Pallottis Seligsprechung(13) auf jeden Fall sein -, wir kommen schon zurecht! Wenn ich richtig sehe, brauchen wir nicht einmal eine organisatorische Erschütterung zu fürchten. Eher ist das Gegenteil zu erwarten: eine schnellere Entwicklung und ein durchaus gesunder Abschluß. Selbst wenn es nicht so käme: Wegen solcher Dinge lasse ich mir keine grauen Haare wachsen.

Anders ist es, wenn man die Axt an die Wurzel des Baumes legt. Dann möchte ich mich wehren wie der Löwe, der seine junge Brut unter Gefahr des eigenen Lebens verteidigt! Die drei Elemente – Schönstatt-Bündnis, Schönstatt-Ort, Schönstatt-Schatz – bilden die Wurzel des Schönstatt-Baumes, und diese – nicht etwas anderes, etwas Nebensächliches, nicht etwas Äußeres und Äußerliches – sind bedroht! Das müssen die Männer wissen, die augenblicklich das Schicksal der Familie in der Hand haben. Ihnen vor allem gilt die Mahnung und Drohung von 1914:

»Eine schwere Verantwortung und den Zorn unserer himmlischen Mutter lädt die Generation auf sich, die unser opferreiches Werk – das Werk der göttlichen Vorsehung – zugrunde gehen oder verkümmern Iäßt. Wehe dem Magistrat (der Führerschicht), der es so weit kommen läßt! Die gerechte Strafe wird ihn ereilen!«

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In solcher entscheidungsvoller Stunde kommt das Heil nicht von Seiltänzer- und Radfahrernaturen, auch nicht von Katzen mit samtenen Pfoten! »Wenn die Feuerzeichen rauchen, wird die Stunde Männer brauchen! Nur am Kreuze reifen sie!«

Im Leben der Apostel gab es Augenblicke, da der Herr sie vor schwere Entscheidungen stellte. Nichts hat er ihnen davon erspart. Die Natur mochte sich aufbäumen, sie mochte wimmern und murren. Er bleibt fest. Er kennt keine Kompromisse. Für ihn gibt es nur ein Entweder-Oder – und wenn sie alle ihn verlassen! Darum die harte Frage: »Wollt auch ihr gehen?« (Jo 6,67).

Die Situation erinnert mich an die ersten Einführungstagungen nach dem Ersten Weltkriege. Gleich der Einleitungsvortrag im Kapellchen setzte ungeschminkt, das heißt ohne Verharmlosung und Verwischung, bald in der, bald in jener Form die drei Wurzeln des Schönstatt-Baumes auseinander. Nicht selten war die Reaktion – vornehmlich unter Laien-Akademikern: »Die Rede ist hart, wer kann sie hören?« (Jo 6,60). Ähnlich ging es bei den ersten Frauentagungen. Die Antwort vertuschte nichts, sie hielt an der tiefen Übernatürlichkeit des ganzen Werkes fest, sie forderte ein herzhaftes, demütiges, ganzheitliches Ja zur gläubigen Überzeugung vom Einbruch göttlicher Kräfte in die Schönstattgeschichte. War das nicht zu erreichen, so machte sie die Tür des Heiligtums weit auf und lud zum Verlassen der heiligen Stätte ein. Sie wollte nur tiefe, übernatürliche Baumeister, Bauleute und Architekten. Allen anderen sollte der Zugang in eine Gemeinschaft verwehrt bleiben, die sich von Anfang an einer »feierlichen Schilderhebung des innerlichen Lebens(14)« gerühmt hat.

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Es ist gut, bisweilen die alten Jahrgänge der »Mater Ter Admirabilis«(15) durchzublättern. Ich habe es gerade getan, um eine Stelle zu suchen, die auf denselben Ton abgestimmt ist und so die Verbindung mit der Anfangsgeschichte herstellt. Ich wußte noch genau, wo sie zu finden ist, so bedeutungsvoll erschien sie mir, als ich sie seinerzeit als Ausdruck der damaligen Haltung der jungen Familie hineinsetzte. Sie steht als schlichtes Geständnis und Bekenntnis in dem Sinne, wie wir es hier meinen, im ersten Jahrgang, am Schluß. Sie ist [[39]] bereits am 6.August 1916 geschrieben, könnte ihrem Inhalt und ihrer Formgebung nach aber neuesten Datums sein:

»Letzten Sonntag war ich in Schönstatt. Leider waren die Studenten schon alle ausgeflogen. Du weißt wohl aus Erfahrung, wie wohl einem die klösterliche Ruhe und Feierlichkeit Schönstatts tut. Am schönsten waren die Augenblicke, die ich im Kapellchen vor dem Gnadenbilde der Mater Ter Admirabilis verbrachte. Man mag hier dasselbe empfinden, was fromme Pilger in Rom und Palästina an geweihter Stätte empfunden haben. Die Nähe einer überirdischen Macht und die Größe der menschlichen Schwäche und Sündhaftigkeit. Ja, unsere Kapelle ist wirklich ein Gnadenort, wo die Dreimal Wunderbare mit ihrer ganzen Macht wirksam ist, sie ist ein zweites Nazareth, wo Jesus und Maria in innigstem Verkehr /

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miteinander leben. Und ich zweifle nicht mehr, daß Schönstatt seinen Teil beitragen wird zur religiösen Wiederbelebung unseres Vaterlandes(16).«

Ich wiederhole: So war es bisher von Anfang an, so muß es allezeit bleiben. Was ihr ererbt von euren Vätern habt, erwerbt es, um es zu besitzen! – Eben erhielt ich eine kurze Mitteilung aus Schönstatt. Sie besagt:

»Hier in Schönstatt ist augenblicklich blühender Mai. Gestern war wieder eine große Wallfahrt von Baumbach hier. Die Pfarrei kommt jedes Jahr an diesem Sonntag, um ein Gelöbnis einzulösen, das sie in der Kriegszeit gemacht. Sie kamen oben den Berg von der Wand(17) heruntergezogen in schöner Ordnung mit Musikkapelle und Kirchenfahnen. Das war alles herrlich und ergreifend. Das Kapellchenglöckchen läutete um die Wette mit den großen Glocken(18). Am ersten Mai wurde das Kapellchen der Südprovinz der Marienschwestern eingeweiht(19). Es waren 3500 Leute dabei. So geht’s trotz allem überall weiter. Die Gottesmutter sorgt für alles. In solchen Stunden überkommt es mich ganz furchtbar, daß dies alles nur geworden ist, weil ein getreues Werkzeug, ohne das nichts geworden wäre, auf die Pläne Gottes einging. Und dieses Werkzeug ist jetzt in der Verbannung.«

Auf solche und ähnliche Nöte und Sorgen ist schnell eine bündige Antwort gegeben: Wenn nur nicht die Gottesmutter gezwungen wird, in die Verbannung zu gehen, nach Agypten zu fliehen. Das ist mein einziges /

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Anliegen! Auf mich kommt es nicht an! Sollte meine Entheimatung der Preis für die dauernde Beheimatung der Dreimal Wunderbaren Mutter und Königin von Schönstatt in ihrem Paradiesesland, in ihrem Wunderland, an ihrem Lieblingsort, auf ihrer Sonnenau sein,

»wo unsere Dreimal Wunderbare Frau
im Kreise ihrer Lieblingskinder thront
und alle Liebesgaben treulich lohnt
mit Offenbarung ihrer Herrlichkeit
und endlos, endlos reicher Fruchtbarkeit(20)«,

so verzichte ich freudig bis zum Ende des Lebens auf jede Art von Rückkehr und Verbindung. Ich weiß, daß ich mit dieser Einstellung nicht allein dastehe. Viele sind mit bereit, denselben Preis zu zahlen, sofern er angenommen wird. – Wenn nur die Gottesmutter Schönstatt nicht verläßt und von ihren Getreuen, von ihren Lieblingskindern nicht verlassen wird!

Ob die Gefahr des Abbröckelns – von seiten ihrer Anhänger – nicht doch größer ist, als es scheint? Meine größte Sorge nach der Rückkehr aus Dachau war und ist die Gefahr der Verwässerung und der Verallgemeinerung unserer Ideen. Wie hat es oben geheißen?

»In der Wasserburg soll einer geäußert haben: Dort unten würden sie viel zu stark unser Mariengeheimnis künden; das hätte Herr Pater auch getan, deshalb ständen wir jetzt so schlecht mit den Bischöfen. Und ein anderer hätte eine Wallfahrt angemeldet mit dem [[40]] Wunsch, es möchte bei der Gelegenheit mehr das allgemein Marianische und nicht das spezifisch Schönstättische gekündet werden(21).«

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Das ist derselbe Geist des falschen Universalismus und Irenismus, des Marktens und Feilschens, der »Arbeit nur im Geiste Schönstatts«, der mir bereits 1945 in bedenklicher Weise entgegenwehte, den ich bisher mit allen Mitteln überall bekämpft habe, sowohl in meiner nächsten Nähe als in der Ferne. Es galt, mit kühnem Wagemut die Familie von dem gähnenden Abgrund zurückzureißen. Der Griff wurde getan – dauernd und kraftvoll. Die Folge war Rettung und Sicherung der inneren Geschlossenheit, aber auch die jetzige Situation. Sie gibt allen erneut Gelegenheit, sich zu entscheiden. Jeder möge an sich die Frage gerichtet wissen: Willst auch du gehen?

Den ewig Klugen, den ewig Friedfertigen und Nachgiebigen galt schon das Schlußwort meines großen Maibriefes vom Jahre 1948, der zum 20. Mai im Ausland zur Feier der diözesanrechtlichen Errichtung der Marienschwestern als institutum saeculare geschrieben worden ist. Ich brauche den aufrüttelnden Worten nichts beizufügen. Wie damals, so mag auch heute das Axiom gelten »nomina sunt odiosa(22)«. Deshalb wurden und werden keine Namen genannt. Im Brief heißt es:

»Fassen wir abschließend alles Gesagte mit den dadurch geweckten Eindrüdren noch einmal zusammen, so fällt es uns nicht schwer, den Satz zu unterschreiben: Der 20. Mai 1948 will in die Geschichte eingehen als ein großer Sieges-, Bekenntnis- und Verpflichtungstag.

Alle drei Gesichtspunkte bestehen vollauf zu Recht und wollen in unserer Seele warme Affekte der Freude und Dankbarkeit, des Kampfesmutes und der Siegeszuversicht wecken. /

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Sie wollen uns zu heiligen Entschlüssen und zu kraftvollem Weiterstreben ermuntern, bis wir das große Ideal des neuen Menschen- und Gemeinschaftstyps in einer Weise und in einem Grade verwirklicht, wie die geheimnisvollen Weisheits- und Liebespläne des ewigen Gottes sie für uns vorgesehen haben – zum Wohle der Kirche.

Das gilt zunächst für unsere Marienschwestern. Sie stehen heute ja im Mittelpunkt. Gott hat sie reich gesegnet. Er wird sie weiter segnen, wenn sie ihrer Uridee treu bleiben. Aber auch alle anderen Verbände sind aufgerufen zur Mitfeier und Erneuerung ihres Geistes. Was unsere Schwestern glücklich erreicht haben, wird auch ihnen einmal zuteil werden. Ob der Weg zu diesem Ziel kurz oder lang ist, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen.

1. Siehe da deine Mutter (Jo 19,27).

2. Verherrliche dich! Vgl. den Schlußvortrag der Oktoberwoche 1951, am 19. 1O. abends nach der Lichterprozession.

3. Und der Jünger nahm sie von dieser Stunde an in sein Haus auf: Jo 19,27.

4. Schönstatt, Die Gründungsurkunden, 27.

5. Vgl. C. Feckes, Die Überwindung der heutigen religiösen Krise durch die theologische Wertung und Betonung der kirchlichen Marienverehrung, in: Meyer-Neyer (Hrsg.), Gestaltkräfte lebensnaher Seelsorge, Freiburg 1939, 137-165, hier 145: »Der Neublüte der mariologischen Lehre ist auch eine Neublüte marianisden Lebens gefolgt. Belgien und Holland marschieren an der Spitze dieser marianischen Bewegung, und in Deutschland hat insbesondere die Schönstätter Bewegung mächtige marianische Triebe entfaltet.«

6. Vers aus dem Gebet „Mutter dreimal wunderbar…“. Vgl. oben, S. 77.

7. Himmelwärts, 56.

8. Ebd., 34.

9. Ebd., 69.

10. Ebd., 13 f.

11. Ebd., 130 f.

12. F. Kastner, Unter dem Schutze Mariens, a.a.O., 262.

13. Am 22.1. 1950.

14. F. Kastner, Unter dem Schutze Mariens, a.a.O., 348.

15. »Mater ter admirabilis, Gegenseitige Anregungen im Kampfe um unsere bedrohten Ideale in schwerer Zeit«, war die Zeitschrift der Marianischen Kongregation in Smönstatt für die Sodalen an der Front und den späteren Apostolischen Bund. Die Zeitschrift erschien seit dem 5. 3. 1916, redigiert von P. Kentenich, im Abstand von zwei Wochen zunächst im Steindruckverfahren, bis sie vom 25. 2. 1917 an im Buchdruck erschien. Der erste Jahrgang wurde 1913 nachgedruckt.

16. Brief von Wilhelm Witte in: Mater ter admirabilis, 1. Jg., Nr. 33 vom 25. 3. 1917, 132 (im Nachdruck 97).

17. Gemeint ist der heutige Berg Schönstatt.

18. Im Steinbruch über dem Exerzitienhaus hingen damals Glocken, die die Jungmänner für die zukünftige Anbetungskirche gestiftet hatten.

19. Das Heiligtum auf der Liebfrauenhöhe bei Ergenzingen.

20. Himmelwärts, 158.

21. Vgl. oben, S. 22.

22. Namen sind eine heikle Sache. Dieses Wort stammt wohl aus: Cicero, Pro Roscio Amerino, 16, 47.

Aus: Joseph Kentenich, Das Lebensgeheimnis Schönstatts. I. Teil: Geist und Form, Vallendar-Schönstatt 1971, 242 S. – www.Patris-Verlag.de

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