JoBr52-06_154-164 Die Originalität des Schönstätter Liebesbündnisses X

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Die Originalität des Schönstätter Liebesbündnisses X

»Heilige Dreieinheit«

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»Heilige Dreieinheit«

Christliche Nächstenliebe strebt immer nach der seelischen Zweieinheit, nach dem seelischen Ineinander zwischen Mensch und Mensch, ohne deshalb die Verbindung mit Gott zu verlieren. Sie schließt also immer eine heilige Dreieinheit in sich: Einheit zwischen dem Ich und dem menschlichen Du und zwischen dem menschlichen und dem göttlichen Du(1). Erreicht sie einen hohen Grad, so kennt sie ein »cum«, ein »per« und ein »in(2)« mit dem lebendigen Gegenüber, mit dem persönlichen Du als Symbol und Transparent für das göttliche Du.

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In allen Stadien ist bewußt oder unbewußt, keimhaft oder ausgeprägt diese seelische Dreieinheit vorhanden. Niemals löst sie das menschliche Du von seiner Gottbezogenheit, also vom göttlichen Du. Beim Christen, der zum Gebrauch der Vernunft gelangt ist, tut sie das nicht in ihren primitivsten Formen; sie tut es nicht in den höchsten Graden der entichten, selbstlosen Liebe kanonisierbarer Heiligkeit; sie tut es auch nicht in den Zwischenstadien. Es gibt nur einen Ausnahmefall, das ist der Zustand der Sünde, die ja eine Abkehr von Gott in sich schließt und deswegen praktisch die Gottbezogenheit der Seele leugnet.

Primitiv wird christliche Du-Liebe nicht deshalb genannt, weil sie das menschliche Du getrennt vom göttlichen sieht, sondern weil bei ihr das Ich, die Ichbezogenheit stark im Vordergrund steht. Die Moral spricht hier vom »amor concupiscentiae(3)«. Andererseits muß aber auch festgehalten werden: Heroisch ist die Liebe des Heiligen nicht deshalb, weil sie das menschliche Du beseitigt hat und nur Gott sieht und umfängt, nicht deshalb, weil sie das menschliche Du zu einem Es entwürdigt und entweiht hat, sondern weil die seelische Dreieinheit eine Akzentverschiebung erfahren hat. Der Ichkrampf ist gelöst, das Ich ist in den Hintergrund getreten, das menschliche und das göttliche Du stehen in eigenartig geheimnisvoller Zweieinheit in einer Weise im Mittelpunkt, daß der Mensch mehr in Gott als Gott im Menschen gesehen und geliebt wird.

Menschen, die diese seelische Dreieinheit im irdischen Bereich nie oder nicht tief genug erlebt haben, werden /

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die Dreieinheit zwischen sich und Maria und Christus nur schwerlich verstehen. Es fehlt ihnen die Erfahrung; es mangelt ihnen der Anknüpfungspunkt, die Assoziationsbrücke. Deshalb wissen sie mit dem Gesetz der Affektübertragung nichts anzufangen. Sehr häufig entbehrt ihr übernatürliches Leben des Reichtums, weil sie in der niederen, in der natürlichen Ordnung seelisch verarmen mußten. Von ihnen gilt im doppelten Sinne das Wort des heiligen Johannes: »Wer nicht liebt, der ist im Tode« (1 Jo 3,14).

Ein klassisches Beispiel für die seelische Dreieinheit zwischen dem Ich, dem menschlichen und dem göttlichen Du haben wir an der heiligen Theresia [[151]] vom Kinde Jesu. Das menschliche Du war für sie der irdische Vater. Es läßt sich leicht nachweisen, wie er, der einer niederen Ordnung angehörte, bis zum Ende ihres Lebens für sie Ausdruck oder Repräsentant oder Transparent und Schutz sowie Hilfsmittel für das Bild des himmlischen Vaters und ihre persönliche Verbindung mit ihm gewesen ist. Von ihr heißt es:

»Therese wird hineingeboren in eine Familienwelt, die für sie sofort und bleibend zum Bild des Himmels wird. An der Familie, an ihren Grenzen, Beziehungen, Ereignissen lernt sie wie in einer Bilderfibel die Wirklichkeiten des Christentums buchstabieren. Alles an diesem Buch ist konkret, unmittelbar sprechend und verständlich, in jener Sprache verfaßt, die der liebe Gott eigens für die kleinen Kinder erfunden hat. Keine Gefahr, daß das Kind zu lange am Buchstaben haften bleibt und den darin liegenden Geist und Sinn nicht durchschaut. Das Bild leuchtet, der Buchstabe bedeutet, und das Kind lernt mit dem Schauen und Hören von Bild und Wort unmittelbar auch den Sinn. Ein Symbolschauen, ein Ganzheitserfassen geht in der Entwicklung dem abstraktiven Denken /

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noch voraus und verbürgt die rechte Ausrichtung des erwachenden Geistes. Die Welt ist ein Gesamtsakrament, das Erscheinungshafte an ihr ist wirksames Symbol des durch Phänomen und Materie hindurchwirkenden Gottesgeistes.

Mittelpunkt der Familie ist der Vater. Der menschlich so verehrte, geliebte, fast vergötterte Vater, der für Therese die sofort gegebene, nie aufgelöste Einheit von Autorität und Liebe ist. Im Verhältnis zum Vater, den sie nie auch nur einen Augenblick gefürchtet hat, lernt sie, daß Gehorsam und Liebe fraglos zusammengehören, im Grunde sogar eins sind. In der Autoritär des Vaters lernt sie verstehen, was die Autorität des lieben Gottes ist. Sie blickt auf den Vater, der Vater blickt auf Gott, und so lernt sie durch ihn auf Gott blicken.

Therese ist noch ganz klein, da der Vater sie mit in die Kirche nimmt. Während der Predigt neigt er sich zu ihr: ‚Paß gut auf, meine kleine Königin, es wird von deiner heiligen Namenspatronin gesprochen.‘ ‚Ich paßte wohl auf, aber ich gestehe offen, daß ich mehr auf meinen Vater sah als auf den Prediger. Sein schönes Antlitz sagte mir so vieles. Manchmal füllten sich seine Augen mit Tränen, die er vergeblich zurückrzudrängen versumte. Lauschte er der Verkündigung der ewigen Wahrheiten, so schien er nicht mehr der Erde anzugehören, seine Seele war in eine bessere Welt versetzt.‘ Und beim Abendgebet hat Therese wieder ihren Platz neben dem Vater: ‚Ich brauchte ihn nur anzusehen, um zu wissen, wie Heilige beten.‘ Daß ihr Vater ein Heiliger ist, davon wird Therese ihr Leben lang überzeugt sein. Mit Wohlgefallen erzählt sie, wie man ihn auf der Pilgerreise nam Rom ‚Monsieur Saint Martin‘ genannt habe, wie er noch zu Beginn seiner Krankheit ‚wunderbare Fortschritte auf der Bahn der Heiligkeit machte‘, wie er sich über Schmähungen freute, wie er die Gewohnheit hatte, immer ’sofort zu vergeben‘ und ’nach dem Zeugnis Mamas und aller, die ihn kannten, nie ein Wort gegen die Liebe sprach‘.

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Ist es nicht verständlich, daß ein solcher Vater für seine Tochter zum unmittelbaren Gleichnis Gottvaters wird? So nah und innig sind beide Väter verbunden, daß Therese beim Tod ihres Vaters zu schreiben wagt: ‚Der liebe Gott hat den, den wir so zärtlich liebten, hinweggenommen. Geschah es nicht, damit wir in Wahrheit sprechen können: Vater unser, der du bist im Himmel?‘ Und es rutscht ihr einmal, da sie von Gott spricht, das Wort auf die Lippen: Papa le bon Dieu. Dahinter steht ‚das Bild des eigenen Vaters, der ihr, wie der Tautropfen die Sonne, die Vaterliebe dessen spiegelte, von dem alle Vaterschaft ihren Namen hat‘. ‚Wenn ich an dich denke, mein Väterchen, dann denke ich ganz von selbst an den lieben Gott, denn es scheint mir unmöglich, auf Erden jemand Heiligeren zu sehen als dich.‘

Aber die volle Transparenz erhält dieses Vaterbild erst, da das Geheimnis des [[152]] Leidens den heiligmäßigen Mann zu umschatten begann. Eines Tages kommt er aus der Liebfrauenkirche von Alencon heim, überwältigt von den Tröstungen, die er dort erfahren, und erzählt, welches Gebet sich ihm auf die Lippen gedrängt habe: ‚Mein Gott, es ist zuviel. Wirklich, ich bin zu glücklich; so kann man unmöglich in den Himmel gehen; ich will etwas für dich leiden. Und ich habe mich angeboten…‘ Aber der Gott, der die Gebete hört, bevor sie gesprochen sind, hatte schon lange der kleinen Therese im Gleichnis das kommende Opfer ihres Vaters gezeigt: in der prophetischen Vision seiner Gestalt im Garten, mit verhülltem Kopf, die sie so sehr erschreckt hatte und deren Sinn weder sie noch die Schwestern enträtseln konnten. Ehrfürchtig denkt Therese später auch daran zurück, wie Leo XIII. bei der Audienz ihrem Vater ‚die Hand auf das ehrwürdige Haupt gelegt hat, als wolle er ihm im Namen Christi selber ein geheimnisvolles Siegel aufdrücken‘. Herzzerreißend ist der Schmerz der Kinder, als das Opfer vollzogen wird, der Vater in Umnachtung sinkt – am Anfang der Krankheit pflegte er wirklich oft selbst sein Haupt zu verhüllen -, in eine Pflegeanstalt gebracht werden muß und /

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jahrelang trostlos dahinsiecht. Nun ist es nicht mehr Gott Vater, sondern der Sohn, der durch das verhüllte Schmerzensantlitz sichtbar wird.

Bis in ihre Klosterjahre wird das Bild und Schicksal des leiblichen Vaters für Therese zur Versinnbildung der göttlichen Geheimnisse. Eine Schwester der Heiligen erzählt: ‚Es war im Karmel, zur Zeit unserer großen Prüfungen, verursacht durch die Geisteskrankheit unseres Vaters, daß Therese sich enger an die Geheimnisse der Passion anschloß. Damals war es auch, daß sie die Erlaubnis bekam, ihrem Namen den vom Heiligen Antlitz hinzuzufügen.‘ Die Andacht zum verborgenen Schmerzensantlitz wird Therese später als den Mittelpunkt ihrer ganzen Frömmigkeit bezeichnen. Von selber wurde sie aufmerksam auf das Knecht-Jahwe-Lied bei Isaias und auf jenen Vers, in dem es heißt, daß .sein Antlitz verborgen war‘. So steht die prophetische Vision vom Vater im Garten nicht unverständlich und vereinzelt da.

Petitot hat das Verdienst, auf die tiefen Zusammenhänge zwischen dieser anscheinend so befremdlichen Vision und der ganzen später aufblühenden Mystik des verborgenen Antlitzes hingewiesen zu haben. Wesentlich bleibt dies: daß Therese diese Schau nicht am Urbild, am Herrn, sondern am Abbild, an ihrem Vater bekam. Es liegt darin wie eine göttliche Besiegelung dieser realen, sakramentalen Symbolik zwischen den Ständen. ‚Wie das anbetungswürdige Antlitz während der Passion verhüllt wurde, so mußte auch das Antlitz seines getreuen Dieners verhüllt werden am Tag seiner Demütigung, um mit um so mehr Glanz im Himmel erstrahlen zu können.‘ Und Therese fühlt sich ganz hineingezogen in das vor ihren Augen sich abspielende Drama: ‚Ich wünschte, mein eigenes Antlitz möchte wie das heiligste Antlitz des Herrn verhüllt sein vor Schmerz, damit niemand meiner achte. Ich dürstete danach, zu leiden und vergessen zu werden.‘ Zwei Monate vor ihrem Tod setzt sie in einer /

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großen Schilderung ihres Vaters seinem Opfer ein letztes, herrliches Denkmal. Und als sie Profeß ablegte, mußte die Krone, die sie an ihrem Feste trug, dem Umnachteten mitsamt der Weiheformel aufs Haupt gelegt werden, um die Einheit des Opfers zu besiegeln(4).«

Das Idealbild mag nicht häufig in dieser Gestalt vorkommen. Das soll aber nicht heißen, wir müßten es nicht mit allen Mitteln erstreben. Was soll aber mit den ungezählt vielen Menschen geschehen, die gleichsam geistig-seelisch vaterlos aufwachsen? Gott ist der souveräne Herr über die Herzen der Seinen. Er kennt nicht nur den normalen Weg, um sie an sich zu ziehen. Nicht selten ist er darauf angewiesen – ich spreche in menschlicher [[153]] Weise -, sich des Gesetzes des Gegensatzes zu bedienen, um zum Ziele zu kommen. Das heißt, er läßt Menschen – und deren gibt es Legion -, denen ein tieferes irdisches Vatererlebnis versagt ist, von diesem dunklen Hintergrund aus den Vergleich mit ihm ziehen, so wie die Heilige Schrift ihn gezeichnet, um durch die so resultierende Gegensätzlichkeit das göttliche Vaterbild für den Verstand heller aufstrahlen zu lassen. Glückt das, so mag von da aus mit der Zeit auch das bislang verzeichnete irdische Vaterbild einen verklärenden Schimmer erhalten. Trotzdem bleibt – wie die Erfahrung zeigt – nicht selten bis zum Lebensende ein gewisser Krampf, ein Mangel an Gelockertheit, an Unbefangenheit, an Urwüchsigkeit und Ursprünglichkeit, wenn nicht in irgendeiner Weise ein irdisch gleiches oder /

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ähnlich geartetes Nacherlebnis hinzukommt, das nicht nur schlechthin das Empfindungsleben, sondern auch das unbewußte Seelenleben ergreift, anfüllt und durchdringt.

Erziehung und Seelsorge darf mit solchem Eingreifen Gottes nicht von vornherein rechnen. Ihre Aufgabe besteht darin, für normale Verhältnisse und Zustände zu sorgen. Die Richtung, wie das geschehen kann und soll, gibt Nietzsche an. Er macht darauf aufmerksam: Wir haben keine Kinderländer, weil wir keine Vater- und Mutterländer mehr haben(5). Ich füge bei: Wir haben keine Gottesländer, weil wir keine Eltern- und Kindesländer haben. Die in dem Satz enthaltene Verallgemeinerung entspricht natürlich in dieser Form nicht der Wirklichkeit. Er will aber typisch oder typisiert aufgefaßt werden; das heißt, er gibt nur die Richtung an, nach der sich die entsprechenden Lebensvorgänge praktisch in ihrer Entwicklung orientieren. Unsere Aufgabe besteht also darin, im Interesse der Gottesländer vor allem für Vater- und Mutterländer zu sorgen. Genauer gesagt: Reform der Familie und des Familienlebens ist die wesentlichste Aufgabe der heutigen Seelsorge.

Wir leugnen nicht, daß der Heilige Geist mit seinen Gaben unmittelbar und allein schenken kann, was wir von erleuchteter Mitwirkung seiner Werkzeuge erwar- /

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ten. Für uns als Erzieher bleibt die Frage offen, ob er das tun will und ob wir solche Aussichten als Einschläferungsmittel gebrauchen dürfen. Wir wollen auch nicht außer acht lassen, daß Kreuz und Leid seit Adams Fall und der Erlösung des Herrn am Kreuze zum unabänderlichen Lebensprogramm des Christen gehören. Das Glied darf es nicht besser haben und haben wollen als das Haupt.

Darauf macht ein protestantisches Kirchenlied sinnreich aufmerksam. Es läßt jede Strophe mit dem Vers beginnen: »Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein …(6)« Die letzte zieht daraus den Schluß: »Auch ich will ohne Kreuz nicht sein …« Eine Strophe hebt hervor, daß Kreuz und Leid die Schläge des Vaters für seine liebsten Kinder sind. Darin heißt es: »Je lieber Kind, je härter sind/des lieben Vaters Schläge.« Ein Brief, der von diesem Lied berichtet, fügt bei: »Gerade diese Partie summt mir immer wieder im Kopf herum und löst mir alle Probleme der Gegenwart und Vergangenheit. Wie muß der liebe Gott uns lieben, daß er so hart bei uns zuschlägt!«

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang hervorheben: Es ist selbstverständlich, daß wir uns und unsere Gefolgschaft fähig und bereit machen, die oben bezeichneten schicksalhaft bedingten Mißverhältnisse, in denen ungezählt viele heutige Menschen aufwachsen müssen, als Kreuz und Leid und als Schläge des Vaters aufzufassen, zu bewerten und anzunehmen. Unsere Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, daß alles Leid Splitter /

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vom Kreuzesbalken wird, daß es die Seele in des Kreuzes und des Gekreuzigten nächste Nähe bringt. Das alles ist recht und gut und schön. Es befreit uns aber nicht von der Pflicht, gleichzeitig die Hand anzulegen und an Änderung der Verhältnisse mitzuarbeiten, so gut wir können. Kommt die Wandlung uns nicht zugute, so sollte wenigstens die kommende Generation den Nutzen davon haben.

[[154]] Alles in allem: Nach den Ordnungsgesetzen ist seelisches Ineinander zwischen Mensch und Mensch und Gott Ausdruck, Hilfsmittel und Schutz für das seelische Ineinander zwischen Mensch, Maria und Christus. Folgt nicht daraus, daß es an sich berechtigt ist – ob klug und angebracht, ob es frommt, sei dahingestellt -, das »per ipsum et cum ipso et in ipso« nicht nur auf das Verhältnis zur Gottesmutter, sondern auch auf edle Menschen anzuwenden?

Der dargestellte seelische Lebensvorgang ist tatsächlich in allen Fällen derselbe, ob es sich um die Dreieinheit zwischen Mensch, Gottesmutter und Christus oder um die Dreieinheit zwischen Mensch und Mensch und Gott handelt. Man denke an das Beispiel der kleinen heiligen Theresia. Fast möchte man sagen: Mit ihrer Lehre und ihrem Leben sind die kurz umrissenen Ordnungsgesetze im gewissen Sinne mit selig- und heiliggesprochen. Damit ist selbstverständlich nichts ausgesagt über die Verschiedenheit der Ebenen, auf denen die einzelnen Personen stehen. Es dreht sich hier lediglich um den seelischen Vorgang, nicht um die seinsgemäße Grundlage, in der sie wurzeln. Gott und Gottesmutter stehen selbstverständlich auf einer ganz anderen Ebene als der gewöhnliche Mensch. Nichtsdestoweniger bleibt der /

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Vorgang der Liebe – psychologisch genommen – in alleweg derselbe.

So kommt es, daß die Ordnungsgesetze überall dieselbe dreifache Funktion haben, mag es sich dabei um die normale menschliche, um die marianische oder um die christologische Ordnung handeln. Wir können uns nicht oft genug sagen: Die niedere Ordnung ist und bleibt für die höhere Ausdruck, Hilfsmittel und Schutz.

1. Vgl. oben, S. 128 f.

2. Ein »mit«, ein »durch« und ein »in«.

3. Liebe des Begehrens.

4. H. U. v. Balthasar, Therese von Lisieux, Gesdiichte einer Sendung, Köln 1950, 104-107. Die Hervorhebungen stammen von P. Kentenich, nur »Vater« ist von Balthasar hervorgehoben. Neu erschienen in: H. U. v. Balthasar, Schwestern im Geist, Einsiedeln 1970, 112-115 (dort auch Quellenangaben).

5. F. W. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Stuttgart 1969, 131: »Fremd sind mir und ein Spott die Gegenwärtigen, zu denen mich jüngst das Herz trieb; und vertrieben bin ich aus Vater- und Mutterländern. So liebe ich allein noch meiner Kindheit Land, das unentdeckte, im fernsten Meere: nach ihm heiße ich meine Segel suchen und suchen.«

6. David Nerreter, Zu dem Lobe Gottes, in zwey Theylen abgefaßt, Nürnberg 1701. Ein Kreuz- und Trostlied in 6 Strophen.

Aus: Das Lebensgeheimnis Schönstatts. II. Teil: Bündnisfrömmigkeit, Vallendar-Schönstatt 1972, 278 S. – www.patris-verlag.de

 

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