CS33-1 CAUSA SECUNDA Text 33/1

CS33-1 CAUSA SECUNDA Text 33/1

Aus: Tagung in Rottenmünster (Der freie Mensch) 1946

3. Gott greift in das Weltgeschehen ein durch Zweitursachen.

Den Gedanken: es gibt eine jenseitige Wirklichkeit, wollen wir weiter auflösen. Gott benützt die Welt, die diesseitigen Wirklichkeiten für seine Zwecke.

Hier mögen Sie bewundernd stehen vor der Ehrfurcht Gottes gegen seine Kreatur. In dem Ausmaße, in dem er seiner kleinen Kreatur die Gnade der Teilnahme an seinem übernatürlichen Sein gegeben hat, benützt er sie auch zu seinem Zwecke und als Hilfe, um seine Pläne durchzuführen. Alles weiß er einzuspannen für seine Pläne,- lassen Sie mich vorwegnehmen – auch das Krasseste, den Teufel.Vom Teufel hörten wir als von einer Macht, die wirklich existiert und die uns stark interessieren muß. Wir nehmen die moderne Formulierung: Der Teufel ist im Großen und Ganzen nach der Absicht Gottes der wesentliche Erreger der Weltgeschichte. Was bedeutet das alles? Der Teufel! Für Viele hat er nicht existiert. Aber gegenwärtig wird viel vom Teufel geredet und wir können verstehen, wenn von anderer Seite vorgeworfen wird: Damit wollen sie alle Schuld auf den Teufel schieben. Was ist wahr und was ist falsch?

Wir dürfen nie vergessen: Auch wenn der Teufel schuld ist an dem und jenem Unglück, an dieser oder jener Schuld, er wirbt doch ähnlich wie Christus um unser freies Ja. Es gibt eben hintergründige Mächte, die in das Weltgeschehen eingreifen: Gott und der Teufel. Wir kleinen Menschlein, die wir im Rampenlicht des Weltgeschehens stehen, sind entweder geritten vom Teufel oder geführt von Gott. In den letzten zwölf Jahren konnten wir Menschen kennen lernen, von denen man sagen mußte: Der oder jener ist nicht von Haus aus schlecht, er war eben nur Werkzeug in einer mächtigen Hand.

Von tiefer Bedeutung ist es, daß wir die hintergründigen Mächte kennen lernen. Sie machen die Weltgeschichte. Wir Menschen sind nur Werkzeuglein in der Mächtigen Hand. Doch dürfen wir nie vergessen: Auch wenn der Teufel seinen ganzen Hexensabbat entfaltet, sind die Menschen immer frei in ihren Entschlüssen und Entscheidungen und deshalb nicht unschuldig. Diese Dynamik, diese Auf und Ab im Weltgeschehen wird signalisiert dadurch, daß in die jenseitige Welt ein Bruch hineingekommen ist und daß die teuflischen Mächte die Aufgabe haben, die Welt immer wieder in den Kampf zu ziehen.

Zunächst der Gedanke: Gott benützt Zweitursachen. Gott greift ein in das Weltgeschehen, aber er tut es nicht unmittelbar, sondern durch Zweitursachen. Wir möchten wohl sagen: er kann das nur durch den Teufel.(?) Der Teufel darf uns versuchen. Lesen Sie nach in der Apokalypse: Der Teufel darf ganze Heere und Staaten an sich ziehen, um gegen die Auserwählten in den Kampf zu ziehen. Aber Gott benützt nicht nur die diabolischen Mächte, sondern auch die positiven Mächte, die uns Gutes tun wollen.

Ganz tief ist das aufzufassen, was wir gesagt haben vom Weltgrundgesetz: der letzte Grund für alles, was Gott tut und duldet, ist nur die Liebe! Wir sollen uns durch diesen Kampf innerlich neu entscheiden für Gott, um dadurch fähig zu werden, erlöst und an sein Herz gezogen zu werden.

Wir wollen zwei Gedankengänge herausarbeiten.

1. Die Herausstellung der Gesetzmäßigkeit, so weit es eben möglich ist unserm einfachen begrenzten Verstand. Der Dreifaltige Gott, der Dreipersönliche Gott greift durch Zweitursachen ein in das Weltgeschehen. Die teuflischen Mächte möchte ich vorerst nicht zum Gegenstand unserer Erwägungen machen, sondern die positiven Mächte sehen, die der Herrgott benützt, um uns Gutes zu tun.

2. Die praktische Anwendung auf das alltägliche Leben, nachdem wir dieses Gesetz verständlich gemacht haben.

Gott regiert die Welt. Nach welchen Gesetzen tut er es? Gott tut nicht alles selber, er läßt auch durch andere wirken.

  • 1. Gesetz: Weltregierungsgesetz,
  • 2. Gesetz: Weltordnungsgesetz,
  • 3. Gesetz: Weltvervollkommungsgesetz,
  • 4. Gesetz: Weltanpassungsgesetz.

Man könnte nach all dem zu der Vermutung gelangen: ich darf an keinem geschaffenen Ding mehr hängen. Was wäre eine ungewöhnliche Auffassung. Darf ich nicht mehr an den Menschen hängen, an Haus und Hof, an irgend einem Gegenstand! Wenn wir eine derartig verstiegene Behauptung aufstellen wollten, würde sich morgen oder übermorgen diese extreme Auffassung bestimmt rächen.

Um tieferen Einblick zu bekommen in die Denkweise Gottes, müssen wir uns bemühen, einen tieferen Einblick zu bekommen in seine Gesetzesordnung.

1. Gesetz: Weltregierungsgesetz

Der hl. Thomas gibt uns die Formulierung: Gott regiert die Welt durch Zweitursachen. Er regiert meine Kinder – ob leibliche oder angenommene – nicht allen, er regiert sie durch mich. Sie verstehen nun sofort, daß die Größe der Aufgaben der Exerzitien darin besteht, zu erkennen, daß wir Werkzeuge sind an der Hand des Meisters. Gott will meine Kinder erziehen nach seinem Ebenbilde. Gott wirkt durch freiwirkende Zweitursachen.

Meine Aufgabe ist: Ich muß meine Freiheit binden an den lebendigen Gott, damit ich sein Werkzeug werde! Der tiefe Sinn meines Seins besteht darin, Werkzeug zu sein, Werkzeugsbewußtsein und Werkzeugstätigkeit zu entfalten. Meine Aufgabe besteht darin, mich Gott ganz auszuliefern, damit sein Lebensstrom auch in mir zittern kann.

Was will Gott von mir? Wie will er meine Kinder erzogen haben? Einer nur ist euer Lehrer, einer nur ist euer Erzieher, das ist der lebendige Gott! Aber er hat uns in seiner Weisheit gedacht als kleine Werkzeuge in seiner Hand. Wir müssen uns freigewollt an Gott binden. Der Mensch, der sich nicht zu Gott fügt, wird mit der Zeit eigengesetzlich, autonom, selbstherrlich, er verabsolutiert sich. Der gesunde, echt katholische Mensch beugt sich auch dem Vorgesetzten und damit Gott.

Psychologisch ausgedrückt, will das heißen: Gott regiert meine Kinder nach dem Gesetz der organischen Übertragung und Weiterleitung. Er überträgt auf Zweitursachen. Wir denken an das vierte Gebot. Gott überträgt etwas von seiner Eigenschaft, von seiner Macht und Güte und Weisheit auf die Eltern. Die Eltern dürfen in gewissem Sinne teilnehmen an der Allmacht Gottes. Die schöpferische Macht bei der Erzeugung des Kindes ist nichts als die Teilnahme an der Allmacht Gottes. Gott ruft nicht einmal den Leib des Kindes ins Leben, ohne daß er die Eltern teilnehmen läßt an seiner Allmacht. Wie schön ist es, wenn die Eltern sich selber im Rahmen Gottes sehen als Werkzeug Gottes. Das ist das Gesetz der organischen Übertragung und Weiterleitung. Wenn Gott mich in diesem Falle teilnehmen läßt an seiner schöpferischen Macht, dann beabsichtigt er dabei das Kind. Deshalb darf ich nicht willkürlich diese Macht gebrauchen. Und darum gibt es auch Ehegesetze; sie sind ein Schutz für das Kind. Gott sieht in mir und durch mich das Kind.

Sie werden finden, daß dieses Gesetz in der ganzen Schöpfung lebt. Gott gibt allen geschaffenen Dingen etwas von seinen Eigenschaften. Nehmen wir einmal ein banales Beispiel, ein Stück Brot. Was will der Herrgott dadurch? Alles. was nicht Mensch und Gott ist hat der Herrgott geschaffen aus Liebe zu mir, um mich emporzuziehen an sein Herz. Oder er hat es geschaffen, daß ich verzichten lerne aus Liebe zu ihm. Was überträgt Gott auf das, was wir Heimat nennen? Etwas von seiner Geborgenheit. Nehmen Sie jede Art von Liebe. In jeder Liebe lebt das Gesetz der organischen Übertragung. Gott überträgt seine Liebe auf mich – väterliche, mütterliche Liebe, Freundesliebe, bräutliche Liebe, eheliche Liebe. Ich soll sie weiterleiten. Das ist von Gott aus gesehen. Vom Menschen aus gesehen: Wenn Gott etwas auf meine Eltern überträgt, dann sagt er mir dadurch, daß ich nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht habe, daß das, was letzten Endes Gott gehört, daß ich das übertrage auf meine Eltern. Das darf nicht mechanisch werden. Was bin ich Gott schuldig? Ehrfurcht, Liebe, Dankbarkeit – alles gehört ihm! Nach dem Gesetze der organischen Weiterleitung: Was Gott gehört, übertrage ich auf die Eltern. Das will Gott. Indem ich den Eltern Ehrfurcht, Folgsamkeit, Liebe und Dankbarkeit schenke, liebe ich auch damit Gott. Das gilt von jeder erlaubten Liebe. Ich darf auch auf ein schönes Kleid meine Liebe übertragen. Hat er nicht allen Dingen etwas von seiner eigenen Schönheit gegeben? Deshalb darf ich meine Liebe allem Schönen schenken, einem schönen Körper, einem schönen Gesicht, dem andern Geschlecht usw. Ich darf auch einen guten Bohnenkaffee lieben! An sich darf ich an all diesen Dingen hängen.

Unsere Aufgabe besteht zunächst nicht darin, daß wir weltflüchtig sind. Doch besteht immer auch die große Gefahr, daß ich eine Liebe ausschließlich auf Menschen und Dinge übertrage. Ich darf nicht eine Liebe, die Gott allein gehört, ausschließlich einem Ding übertragen oder einer Kreatur schenken. Das ist dann Ding- oder Menschenversklavung. Während ich etwas Schönes liebe, soll ich damit gleichzeitig hinzielen auf Gott – ich liebe in allem Gott. Das ist für uns, die wir in der Welt leben, das Kabinettstück der Erziehung.

Die Dinge um uns herum sind Wirklichkeiten und haben dabei nach Gottes Absicht eine Reizfunktion. Sie sollen etwas in mir reizen und wecken eine gewisse Anhänglichkeit, eine Liebe – z.B. beim anderen Geschlecht eine weckende Funktion. Hier dürfen wir aber nicht verwechseln Reizfunktion mit Versuchung. Das Gesetz der organischen Übertragung muß da sein, es wird dann von selber zum Gesetz der organischen Weiterleitung. Gott leitet die Liebe, die er zu mir als Kind hat, über die Eltern auf mich; ich leite die Liebe, die ich den Eltern schenke, über die Eltern zu Gott. Gott leitet mein Wohl in gütiger Absicht – das weckt in mir die Liebe und schließt somit das Gesetz der organischen Weiterleitung in sich – die Liebe wird weitergeleitet auf den lebendigen Gott.

Gott ist das Letzte und Höchste. Es darf keine Liebe geben, die nicht letzten Endes ausmündet in die Liebe zu Gott. Wir sollen Gott nicht lieben ohne die Liebe zur Kreatur, wir dürfen aber auch die Kreatur nicht lieben,ohne zd sagen: Mein Gott und mein Alles! Das kann jeder sagen, nicht nur der gottgeweihte Mensch. Das kann auch der Verheiratete sagen, das können Braut und Bräutigam sagen, das kann überall gesagt werden, wo warme Liebe aufglüht.

Jede Liebe soll nach dem Gesetz der Reizfunktion gesehen werden, aber auch gleichzeitig nach dem Gesetz der organischen Weiterleitungsfunktion. Jede Kreatur muß mich über mich selber hinaus leiten. Wenn wir das nicht tun, werfen wir alle Gesetzordnung und Gesetzmäßigkeiten über den Haufen.

Sind wir nicht versucht zu sagen: Wie schwer ist es doch, katholisch zu sein! Als Katholiken sagen wir zu allem Geschaffenen Ja. Es wäre leichter, nur übernatürlich oder nur natürlich zu sein. Der echte Katholik muß aber beides verbinden können. Wir müssen geöffnet sein für jede Liebe, dürfen uns aber dabei nicht an die Kreatur versklaven, wir müssen alles weiterleiten zu Gott. In der gesunden Entwicklung des Menschen wird mit der Zeit immer das Gesetz der organischen Weiterleitung betont werden. Wenn Sie das Kind beobachten, werden Sie merken: Mit der Zeit tritt die Liebe des Kindes zu den Eltern in den Hintergrund, sie wird nur als Durchgangsstadium aufgefaßt, es tritt eine andere Liebe in den Vordergrund. Manche religiösen Menschen meinen, wenn sie ins Kloster eintreten, dürften sie nur noch Gott lieben und müßten der ganzen Welt einen Fußtritt geben. Das ist natürlich grundfalsch. Wenn ich Gott umarme, darf ich auch die Kreatur benutzen zur Weiterleitung meiner Liebe, nur tritt jetzt Gott in den Vordergrund.

Ich muß also sagen:

  • 1. Das Gesetz der organischen Übertragung schließt in sich das Gesetz der organischen Weiterleitung.
  • 2. Wie muß ich sorgen, daß das geschieht?

Wir wollen das Wachsen und Werden einer Familie betrachten. Wie sorgen in einer gesunden Familie Vater und Mutter dafür, daß sie von den Kindern nicht angebetet werden, sondern daß die Liebe ihrer Kinder weitergeleitet wird zum himmlischen Vater? Sie tun das

  • 1. durch seinsgemäße Hinweise,
  • 2. durch wortgemäße Hinweise.

1. Durch seinsgemäße Hinweise.

Gute Elternbeten. Und dadurch, daß das Kind die Eltern beten sieht, sich beugen sieht vor einem anderen Wesen, weiß es, daß die Eltern nicht das Letzte sind. Die Weiterleitung ist gesichert. Was werde ich tun? Ich werde meine religiöse Gesinnung nicht verschleiern. Dieser seinsgemäße Hinweis wirkt mehr als bloße Rede.

2, Durch wortgemäße Hinweise.

Die Eltern belehren das Kind über den Vater im Himmel, über den Heiland und sein Leben von der Krippe bis zum Kreuz; über die liebe Gottesmutter; über den Schutzengel; über den Himmel. Das ist die Funktion der Weiterleitungstätigkeit der Eltern. Was bedeutet das für mich? Ich muß die mir Anvertrauten über mich selber hinausführen, ihre Liebe zu Gott weiterleiten.

Ein zweites Mittel: Gesunde Eltern sorgen auch dafür, daß ihre Kinder mit andern Kindern zusammenkommen, daß sie auch eine andere Fühlung bekommen. Es darf nicht alle Liebeskraft von den Eltern allein angesogen werden. Die Eltern leiten die Kinder dadurch an zum Verzicht. Die Kinder verzichten auf die ausschließlichen Ansprüche an die Eltern; diese haben ja auch Arbeit. Damit wird die Liebe nicht einseitig zu den Eltern hin entwickelt. In dieser Verzichtleistung der Eltern liegt das Gesetz der Weiterleitung; der Verzicht auf die ausschließliche Liebe des Kindes leitet diese Liebe auf etwas anderes hin, auf Gott. – Diese Verzichtleistung gilt für jede Liebe. Es liegt darin eine Sicherung des Gesetzes der Weiterleitung.

Ein drittes Mittel ist die Enttäuschungsfunktion. Diese kommt von selber, da brauchen dienicht dafür zu sorgen. Ich denke einmal an freundschaftliche oder an bräutliche Liebe. Wenn wir zu sehr an einer solchen Liebe hängen, wenn die Weiterleitung nicht funktionieren will, kann man es zum Gegenstand des positiven Wollens nehmen. Oft tritt in diesem Falle aber auch die Enttäuschungsfunktion an mich heran: die geschaffenen Dinge enttäuschen mich. Diese Enttäuschungsfunktion ist ein vorzügliches Mittel zur Weiterleitungsfunktion. Haben wir das nicht schon alle selber erlebt: Wenn ich einen Menschen schier anbete, kommt plötzlich die Enttäuschungsfunktion an mich heran. Und die schwersten Enttäuschungen erleben edle Menschen nur zu oft an ihren Vorgesetzten. Wenn ich nun diese Krise nicht benutze als Weiterleitungsfunktion zu Gott, gehöre ich bald zum Meer der verbitterten Menschen.

Wir hängen zu sehr an den irdischen Dingen. Wir verstehen Gott zu wenig und vergessen zu gerne die Aufgabe der Dinge, uns weiterzuleiten zu Gott. Woran hängen Sie? An einem Gegenstand? An einer Lieblingsspeise? Merken Sie sich: Wenn der Herrgott diese Dinge sich auswirken läßt zur Enttäuschungsfunktion, ist das eine Gnade. Diese Dinge sind nicht ewig, sie sind vergänglich. Oder wenn Sie auf einmal keine Freude mehr haben an einem Ding, wenn Sie fühlen, daß diese Dinge Sie nicht mehr ausfüllen können: Gott will Ihnen durch diese Enttäuschungsfunktion zum Bewußtsein bringen, durch diese Dinge endlich einmal die Weiterleitungsfunktion betätigen. Der heutige Mensch ist dingversklavt. Wir schauen über den Dingen zu wenig das Herz Gottes. Gott regiert die Welt nach den Gesetzen der organischen Obertragung und Weiterleitung.

Wie soll die Praxis Gottes in meinem eigenen Leben ausgedeutet werden? Wir ringen um Gott und wir wollen ganz frei werden für Gott. Die Dinge können uns mit Sklavenketten fesseln – deshalb müssen wir einen Befreiungskampf führen. Ich will mich freikämpfen von diesen Dingen, die mich versklaven, freikämpfen für Gott. Darf ich Sie fragen: Müssen Sie nun auf alles Irdische verzichten? Dürfen Sie nun keine Dinge mehr gern haben?

1. Ich darf und muß alle Dinge gern haben, damit ich durch die organische Weiterleitung Gott liebe.

2. Wenn ich den lieben Gott grenzenlos gern habe, dann erst fange ich an, die Dinge wahrhaft zu lieben. Ich strebe von den Dingen zu Gott und von Gott zu den Dingen. Wenn die Ehegatten Gott lieben, dürfen sie nicht fürchten, daß sie die Liebe zueinander verlieren. Wenn sie Gott lieben, vergötzen sie sich nicht. Es gibt keine Liebe, die dauernd treu bleiben kann, ohne daß sie eingetaucht ist in die göttliche Liebe. Ich darf nicht nicht versklaven an die Dinge, aber sie auch nicht verachten. Der katholische Mensch ist der Mensch der Mitte. Der Verzicht hält die Liebe warm und diese soll tiefer und tiefer werden. Ohne Verzicht gibt es keine Weiterleitung. Die Dinge, die wir in uns tragen, schließen einen großen Wert in sich.

Gott will die Welt regieren nicht unmittelbar, sondern durch die Geschöpfe. Sie mögen das Gesagte auch anwenden auf die Kräfte und Persönlichkeiten der andern Welt. Darf ich auch die Gottesmutter, den Heiland, den Schutzengel gern haben? Ja. Noch viel mehr gilt dieses Gesetz für die übernatürliche Welt.

vervielfältigt/Wachs, 103 Seiten A4, S. 48-54 *

Back