2.2. Die Schönstattfamilie in der Diözese Trier und die „Victoria Patris“

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2.2. Die Schönstattfamilie in der Diözese Trier und die „Victoria Patris“

2.2.1. Resonanz der Vaterströmung in der Trierer Schönstattfamilie

Nachdem die Vaterströmung dargestellt wurde, die die gesamte Schönstatt-Bewegung nach 1965 ergriffen hatte, wird nun der Blick auf die Entwicklung in der Schönstatt-Familie der Diözese Trier gerichtet. Die entscheidenden Prozesse verliefen vor allem in den Gemeinschaften, die diözesan gegliedert sind. Die Trierer Mitglieder der überdiözesan strukturierten Gemeinschaften brachten sich in die Entwicklung ein,
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zumal sie meist in den diözesan gegliederten Gemeinschaften verantwortlich mitarbeiteten. Der Lebensvorgang, den es zu beschreiben gilt, wurde entscheidend vom Diözesanrat aufgegriffen und durch ihn gesteuert. Er war das Gremium, in dem alle Gemeinschaften vertreten waren und das die Trierer Schönstatt-Familie nach außen vertrat. In der betreffenden Zeit war Pfarrer Heinz Künster Vorsitzender dieses Gremiums und führte den Titel „Diözesanpräses“[1].

Die Trierer Schönstatt-Familie ist, was den darzustellenden Lebensvorgang betrifft, als eine eigenständige Größe im Gesamt der Schönstatt-Bewegung anzusehen. Es gibt eine eigene Reaktion der Trierer Schönstatt-Familie auf die Vaterströmung, in deren Verlauf man erst zur Kenntnis nahm, das auch andere Diözesen oder überdiözesane Gemeinschaften einen ähnlichen geistlichen Weg gingen.

Selbstverständlich spielte die Person J. Kentenichs und die Beziehung zu ihm als Konsequenz des bereits im Exkurs dazu dargelegten eine große Rolle.[2]

Die eigenständige Entwicklung in der Diözese Trier wurde jedoch entscheidend dadurch geprägt, daß Schönstatt[3], der Gründungsort, innerhalb des Bistums liegt. So fühlte sich die Trierer Schönstatt-Familie in besonderer Weise für das Urheiligtum, die Gnadenkapelle, in der die Schönstatt-Bewegung am 18. Oktober 1914 gegründet wurde, und das „Urschulungsheim“, das Haus gegenüber der Kapelle, verantwortlich. Vor allem das Urheiligtum hat für die gesamte Schönstatt-Bewegung größte Bedeutung. Es ist die bleibende geistliche Mitte Schönstatts. Urheiligtum und -schulungsheim befinden sich im Besitz der Pallottiner. Während der Zeit des Exils J. Kentenichs waren Kapelle und Schulungshaus zeitweise nicht oder nur erschwert zugänglich.

In diesen Kontext ist eine Weihehandlung des Diözesan-Familienrates am 15. Oktober 1961 einzuordnen. Die Verantwortlichen der einzelnen Gemein-schaften vertrauten ihre Anliegen der Gottesmutter als Fürsprecherin an und boten ihr sich selbst mit allem Besitz und ganzer Existenz als Werkzeuge an. Im Weihegebet wird ausdrücklich darauf Bezug genommen, daß das Urheiligtum im Bistum Trier steht, was als Geschenk angesehen wird. Dieses Geschenk schließe aber auch die ernste Verpflichtung in sich, „Hüter und Wächter deines und unseres Heiligtums zu sein, und die Sendung, die du unserem Gründer schenktest, mitzutragen und zu verwirklichen: den neuen Menschen in der neuen Gemeinschaft.“[4]
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Im Bewußtsein dieser Verantwortung kam 1967 bei den Verantwortlichen die Frage auf, was nun der Beitrag Triers – mit Blick auf Urheiligtum und Urschulungsheim – innerhalb der allgemeinen Vaterströmung sein solle.

1966 hatte J. Kentenich bereits selbst davon gesprochen, daß es nun, im Zusammenhang mit seiner Rückkehr, wichtig sei, wieder Zugang zu Urheiligtum und Ur-schulungsheim zu erhalten. Anfang 1967 gab die Jungfrauenliga, eine der diözesan gegliederten Gemeinschaften, durch einen Anruf ihrer Leiterin Frl. Bohr bei Diözesanpräses Künster einen ersten Anstoß. Die Jungfrauenliga regte an, alle Trierer Gemeinschaften sollten sich in bezug auf das Urheiligtum engagieren und ein Vatersymbol[5] erarbeiten, das dann dort angebracht werden sollte. Dieser Vorstoß wurde durch eine Rückfrage bei J. Kentenich abgesichert, der äußerte, diese gemeinsame Sorge um das Urheiligtum könne die Gemeinschaften einen. Am 9. April 1967 tagte der Diözesanrat. Das Protokoll gibt lediglich den wenig präzisen Beschluß wieder, daß die Arbeit in den Gemeinschaften auf das Urheiligtum zentriert werden soll. Das Vatersymbol sollte Ausdruck dieses Mühens sein. Außerdem wurde beschlossen, daß monatlich eine der Gemeinschaften einen Brief mit Anregungen zur Erarbeitung des Vatersymbols für das Urheiligtum veröffentlichen sollte. So sind im Zeitraum vom 20. April bis 27. August 1967 sechs Briefe erschienen, die aus der Sicht der jeweiligen Gemeinschaft beleuchten, welche Inhalte bezüglich Urheiligtum, Vatersymbol und der Person J. Kentenichs in den Gemeinschaften im Vordergrund stehen. Es ist festzuhalten, daß die Briefe zumeist von der Problematik echter geistlicher und menschlicher Vaterschaft sowie von gelebter Kindlichkeit handeln. Es geht um die Beziehung des Menschen zum Gott des Lebens. Zentral ist zudem die Frage nach der Art der Mitarbeit in Schönstatt und die Überlegung, wie man J. Kentenich in seiner Gründerarbeit unterstützen und nachahmen könne, und wie die Beziehung zwischen Gründer und Gründung zu sehen sei.[6] Eine
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Art Zusammenfassung aller Briefe bietet H. Künster, indem er Abschnitte der ersten Anregung, verfaßt von der Jungfrauenliga, zusammenstellt und zitiert: „Das Vaterauge stellt ein sichtbares Symbol für eine unsichtbare Wirklichkeit dar, es ist ‚ein Zeichen des Vaters‘ für uns, und wir alle sind berufen durch unser Sein und Leben immer mehr selbst ‚lebendige Zeichen des Vaters‘ zu werden. Das Leben unseres Gründers ist ein klassisches Beispiel für das Ernstnehmen dieser Wahrheit vom Gott des Lebens. Er erkennt in allem den Anruf, das Wirken des Vaters und spricht sein ‚Ja‘ zu den leisesten Wünschen. Denken wir an den 20.1.1942. Herr Pater[7] liefert sich selbst und sein Werk total an Gott aus, weil er persönlich überzeugt ist, daß der Vater hinter allem steht, daß er alles in der Hand hält, daß seine Liebe die größte Sicherheit bedeutet, daß seine Weisheit der Familie mit diesem Leid eine große Gnade anbietet, daß seine Macht den Sieg davon tragen wird. … Auch in unserem Leben will der Vater in gleicher Weise wirksam werden.“[8]

H. Künster weist darauf hin, daß die Gedanken, die zum Lebensvorgang Victoria Patris führen werden, zwar in den Briefen anklingen, aber von der Victoria Patris selbst noch keine Rede ist. Alles Denken ist noch sehr an das Urheiligtum gebunden und kreist um die Person J. Kentenichs.

Nachdem die Trierer Schönstatt-Familie im Mai 1967 auch die anderen Diözesen in die Bemühungen um das Urheiligtum einbezogen hatte, kam es zu einer Einigung über das weitere Vorgehen:

  1. Alle anderen Gemeinschaften oder Diözesanfamilien können an der geistigen Erarbeitung des Vatersymbols teilnehmen.
  2. Während der Oktoberwoche 1967 soll eine Abordnung J. Kentenich das Symbol überreichen.
  3. Sprecher kann ein Trierer sein.
  4. Weitere Vorschläge zur Gestaltung des Vatersymbols sollen an den Bewegungsleiter[9]gerichtet werden.

Im Sommer 1967 erschienen die verschiedenen Bemühungen sehr unkoordiniert. Heinz Künster spricht von einem „großen Wirrwarr“[10] und von „fixierter Ratlosigkeit“[11]
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nach der Diözesanratssitzung am 3. September, die sich am Rande mit der Frage des Vatersymbols für das Urheiligtum beschäftigte. So entschloß man sich, die ganze Angelegenheit J. Kentenich vorzutragen und ihn um einen Lösungsvorschlag zu bitten. Diözesanpräses Künster schrieb am 29. September 1967 einen Brief an J. Kentenich, in dem er ausführt, wie die Sorge um das Urheiligtum die gesamte Schönstatt-Bewegung im gemeinsamen Gebet einen könnte. Dafür könne das Vatersymbol ein Ausdruck sein. Die Trierer Schönstatt-Familie wolle keinen Alleingang unternehmen und ein Vatersymbol erarbeiten, ohne daß die anderen Gemeinschaften oder Diözesen einbezogen würden. Nun stehe man ratlos da und bitte um die Hilfe des Gründers.[12]Zuvor hatte J. Kentenich auch die Briefe der einzelnen Gemeinschaften erhalten. Er kannte die Situation und erklärte sich bereit, am 4. Oktober 1967 den Diözesanrat Trier zu empfangen. Dieses Treffen sollte der Entwicklung eine entscheidende Wendung geben.[13]

Zunächst erscheint es jedoch angebracht, den Gehalt des Vatersymbols darzulegen und aufzuzeigen, welche Inhalte und Anliegen durch es symbolisiert waren und sind.

2.2.1.1. Das Vatersymbol

Der Gedanke der Trierer, ein Vatersymbol[14] im Urheiligtum anzubringen, ist kein originärer, neuer Ausdruck eines Anliegens oder einer Strömung. Vielmehr wußte man um die Anbringung von Vatersymbolen in verschiedenen Heiligtümern in Deutschland. Am 3. Mai 1966 brachte J. Kentenich ein Vatersymbol im Heiligtum auf der Liebfrauenhöhe (Diözese Rottenburg-Stuttgart) an, und enthüllte am 30. Oktober 1966 ein Vatersymbol in Köln. Am 22. Januar 1967 hielt er der Fuldaer Schönstatt-Familie einen Vortrag in deren Diözesanzentrum Dietershausen, nachdem er im dortigen Heiligtum ebenfalls ein Vatersymbol angebracht hatte.

J. Kentenich sah im Vaterauge ein Symbol für das gegenseitige Liebesbündnis der gesamten Schönstatt-Familie mit dem himmlischen Vater.[15] Zudem findet im Vatersymbol das neue Vater-, Kindes- und Gemeinschaftsbild von Gott als dem barmherzig liebenden Vater und vom Menschen als erbärmlichem Vaterkind einen
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bildhaften Ausdruck.[16] Das Vatersymbol ist hierfür ein Bittgeschenk.[17] Desweiteren ist das Vaterauge, wenn es angebracht wird, ein öffentliches Bekenntnis für den Glauben an Gott, den Vater, ein Symbol der Dankbarkeit, „ein Zeichen für dauernde Hingabe und ein Zeichen für himmelstürmendes Vertrauen“[18]. Es ist in besonderer Weise ein Zeichen der Dankbarkeit für das Liebesbündnis mit der Gottesmutter, das sich zum Bündnis mit dem himmlischen Vater vertieft hat und für die erfahrene Nähe der Schönstätter zu ihrem Gründer, den sie als geistlichen Vater der Familie erleben dürfen.[19] Kurzum: Das Vatersymbol soll Ausdruck der Dankbarkeit für die Vaterströmung sein, die in den 60er Jahren die spirituelle Atmosphäre in Schönstatt prägte.[20]

Nachdem die allgemeine Symbolik des Vaterauges betrachtet wurde, bleibt darauf hinzuweisen, was das Vatersymbol im Lebensvorgang Victoria Patris für die Schönstatt-Familie des Bistums Trier bedeutet.

Für die Trierer wurde das Vatersymbol zum Ausdruck ihrer Sendung, die sie von J. Kentenich erhalten haben. Ihnen wurde es von J. Kentenich während der Oktoberwoche 1967 geschenkt, damit sie es so lange aufbewahren, bis es im Urheiligtum angebracht werden kann.[21]

Bereits die o.g. Briefe der einzelnen Gemeinschaften in Trier trugen den Titel „Anregungen für die Erarbeitung des VATERSYMBOLS für das Urheiligtum“[22] Zunächst war also das Vatersymbol eng an die Sorge um das Urheiligtum gebunden, zudem war es ein „Zeichen des Vaters“[23], wobei wiederum die schillernde Bedeutung des Wortes „Vater“ zu beachten ist.

Durch die Entwicklung im Oktober 1967 bekam das Vatersymbol für die Trierer Schönstatt-Familie eine ganz eigene Bedeutung. Es wurde Ausdruck ihres Auftrags, den sie von J. Kentenich erhalten hatte, es wurde Symbol für die Spiritualität der Victoria Patris. Nun stand nicht mehr allein die Sorge um Urheiligtum und -schulungsheim im Vordergrund, sondern jeder, der in diesen Lebensvorgang einbezogen war, verband nun mit dem Symbol das neue Menschen- und Gottesbild: der erbärmliche und erbarmenswürdige Mensch steht als Kind vor seinem barmherzig liebenden Vater, vor Gott. Dies ist die besondere, die Trierer Symbolik des Vaterauges.[24]
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2.2.2. Oktober 1967

Die Entwicklung von April bis Ende September 1967 wurde bereits dargestellt. Der 4. Oktober war das erste in einer Kette wichtiger Daten im Oktober 1967. Heinz Künster betont, daß die Ereignisse nicht das Produkt menschlichen Planens und Handelns gewesen seien. Vielmehr haben J. Kentenich und der Diözesanrat lediglich auf das Geschehene und Gewachsene reagiert. Künster sieht in der Trierer Sendung vom 15. Oktober sogar eine Art Testament J. Kentenichs, dessen „Wächter“ die Trierer Schönstatt-Familie nun sein solle.[25]

Nun sollen aber die wichtigen Daten und die mit ihnen verbundenen Ereignisse einzeln betrachtet werden.

2.2.2.1. Das Angebot: 4. Oktober 1967

Aufgrund des Briefes von Diözesanpräses Künster an J. Kentenich vom 29. September 1967 kam es am 4. Oktober 1967 zu einem Treffen des Diözesanrates der Schönstatt-Familie im Bistum Trier und dem Gründer der Schönstatt-Bewegung, P. Joseph Kentenich, auf Berg Schönstatt.

Nach kurzen einleitenden Worten beiderseits stellt J. Kentenich recht schnell die Frage, was denn die Sendung der Schönstatt-Familie Trier sei, was ihre besondere Aufgabe im Plan Gottes sei. Er sah vor allem zwei Gedanken: zum einen die ungelösten Fragen bezüglich des Urheiligtums und -schulungsheims, und zum anderen die Idee, ein Vatersymbol für das Urheiligtum zu gestalten. Damit war augenscheinlich der Zusammenhang zwischen Vatersymbol und Urheiligtum hergestellt. Das Vatersymbol sollte der Gottesmutter geschenkt werden als Ausdruck des Wunsches, sie möge ‚dafür Sorge tragen‘, daß die Schönstatt-Bewegung wieder über ihren Ursprungsort verfügen dürfe.

J. Kentenich, der die Monatsbriefe der Trierer Gemeinschaften erhalten hatte und wohl auch von der o.g. Übereinkunft der Diözesanpräsides bezüglich des weiteren Verfahrens mit der Gestaltung des Vatersymbols wußte, schlug den überraschten Vertretern der Diözese Trier nun vor, er selbst könne den Trierern das Vatersymbol schenken. Das wäre die Lösung der Spannung, wer denn nun das Vatersymbol schenken dürfe. Allerdings verband J. Kentenich eine Bedingung mit seinem Angebot. Die Schönstatt-Familie der Diözese Trier müsse die Aufgabe übernehmen, dafür zu sorgen, daß der Symbolwert des Vaterauges in der ganzen Schönstatt-Bewegung klarer erfaßt und lebendiger verwirklicht würde. Im Sinne des Anliegens, das Urheiligtum wieder benutzen zu können, sei der Einsatz der Trierer Schönstätter, daß sie versuchen, den Glauben an Gott, den Vater, vertiefen und verlebendigen helfen. Trier sollte sich, so der
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Vorschlag J. Kentenichs, quasi als Garant dafür einsetzen, daß die Schönstatt-Familie als Ganze vatergeöffnet, vaterverfügbar, vaterselig und vatertreu werde und daß die Vaterströmung unter dem Gesichtspunkt der Victoria Patris noch mehr die Spiritualität Schönstatts präge. An diesem 4. Oktober 1967 bot der Gründer Schönstatts der Diözesanfamilie von Trier eine Aufgabe an, die diese auf Dauer zu erfüllen hätte – wenn die Trierer diese Herausforderung annähmen. Es wäre somit die besondere Sendung Triers, den Vatergedanken in der gesamten Schönstatt-Bewegung lebendig zu erhalten.

Das war das Angebot J. Kentenichs an die Trierer Schönstatt-Familie. Der Diözesanrat hatte nun zu entscheiden, ob er sich der Größe der Aufgabe stellen wollte.[26] Immerhin bezeichnet Heinz Künster später die Überantwortung des Vatersymbols mit dem damit verbundenen Anliegen durch J. Kentenich als „Einbruch des Göttlichen in unser Bistum, der für uns, für die Schönstattpriester und die Laiengliederungen ein wahrscheinlich einmaliges Angebot göttlicher Gnade ist.“[27]

2.2.2.2. Die Zustimmung: 11. Oktober 1967

Die Mitglieder des Diözesanrates sahen das Angebot J. Kentenichs vom 4. Oktober 1967 als eine Antwort Gottes auf ihre Weihe an die Gottesmutter vom 15. Oktober 1961. Noch am Abend des 4. Oktober entschied sich der Diözesanrat, das Geschenk des Vatersymbols anzunehmen, obwohl man sich, wie bereits dargestellt, der Größe der damit verbundenen Aufgabe bewußt war. Die Entscheidung war im letzten wohl nur noch ein formaler Akt, denn bereits im Verlauf des Gesprächs mit J. Kentenich wurde offensichtlich, daß man sich nicht einer Aufgabe verschließen wollte, die der Gründer persönlich der Trierer Diözesanfamilie anbot. So formulierte Diözesanpräses H. Künster in seinem Brief an J. Kentenich vom 11. Oktober 1967, in dem er diesem die Entscheidung der Trierer mitteilt:

„Da sich die liebe Gottesmutter im Schönstattwerk durch geringfügige Werkzeuge zu verherrlichen pflegt, sagen wir zu Ihrem Angebot ein uneingeschränktes   Fiat:   wir sind bereit, das Vaterauge für das Urheiligtum von Ihnen entgegenzunehmen mitsamt dem Auftrag, den Sie damit verknüpft haben, und wir wollen uns nach Kräften einsetzen für die

Victoria PATRIS;

als Strömung, aber zugleich auch als Dauerhaltung in der Familie.“[28]

Aufgrund dieser Bereitschaft erhoffte man sich u.a. die Klärung der Problematik um das Urheiligtum. Jedoch tritt mit der Entscheidung, das Angebot J. Kentenichs anzunehmen,
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ein neuer Aspekt in den Vordergrund. Nicht mehr die Person J. Kentenichs, nicht mehr allein die Fragen um das Urheiligtum stehen im Denken der Trierer Schönstatt-Familie an erster Stelle, sondern der Akzent liegt nun auf der Sorge um die Vaterströmung und der Verwirklichung der Spiritualität der Victoria Patris.

2.2.2.3. Die Sendung: 15. Oktober 1967

Die Überreichung des Vatersymbols an die Trierer fand am 15. Oktober 1967, nachmittags nach dem vierten Vortrag der Oktoberwoche, statt. J. Kentenich war auf den Wunsch der Trierer eingegangen, ihnen das Vatersymbol am Jahrestag ihrer Weihehandlung 1961 zu übergeben. Auch inhaltlich stand dieser Akt in einem treffenden Zusammenhang. Im ersten Teil der Oktoberwoche 1967 warf J. Kentenich in seinen Vorträgen einen Blick auf die damalige Situation von Kirche und Welt. Er stellte die Vaterströmung in der Schönstatt-Bewegung als eine wichtige Hilfe für die Kirche der Gegenwart vor, die sich nach dem Konzil in einer Phase der Orientierungslosigkeit bewegte. J. Kentenich hob vor allem die Gefährdung des Gottesbildes hervor. Er charakterisierte die Gottlosigkeit der Moderne als eine um sich greifende Massenerscheinung, spricht über den Verlust des naturhaften Zugangs des Menschen zu Gott und die moderne „Los-von-Gott-Bewegung“[29]. Die Kirche brauche nun ein neues, in der modernen Zeit tragfähiges Gottesbild. Ihre Aufgabe sei es, die Menschen nicht nur von der Existenz eines personalen, sondern auch eines barmherzig liebenden Gottes zu überzeugen. In diesem Zusammenhang stellte J. Kentenich das neue Gottes-, Kindes- und Gemeinschaftsbild vor,[30] das im dritten Kapitel dieser Arbeit noch ausführlich dargestellt wird.

In diesen Kontext stellt J. Kentenich vormittags die Ankündigung, den Vertretern der Diözese Trier das Vatersymbol zu schenken und diesen Akt zu deuten: „Was übernehmen unsere Trierer Priester mit dem Diözesanrat als besondere Verpflichtung, wenn sie der Gottesmutter das Vaterauge anbieten? Es geht um die Übernahme der Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß die hier umrissene Vaterströmung in der Familie niemals erlischt, sondern mit der Zeit weite und weiteste Kreise zieht. Wahrhaftig, eine nicht geringe Aufgabe!“[31]

Am Nachmittag des 15. Oktober kam es zum bereits in der Einleitung zitierten Wort J. Kentenichs: „… Es hat doch einen Sinn, wenn nun unsere Trierer Priester und mit Ihnen der ganze Diözesanrat sich erneut verpflichten, dafür zu sorgen, daß die Vaterströmung im Raume der Familie niemals vergessen wird, daß die Vaterströmung in der Gesamtfamilie tiefer und tiefer wird und hineingelenkt wird in die ganze heutige Welt.
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Ich meine, in diesem Zusammenhang wäre es nun am Platze, den Wunsch unserer Trierer zu erfüllen und ihnen das Vaterauge feierlich zu überreichen:

(Herr Pater bittet die Vertreter der Diözese Trier, nach vorne zu kommen)

Nehmen Sie hin das Vaterauge und erinnern Sie sich allezeit daran, daß Sie damit die Aufgabe übernehmen, mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß die Vaterströmung in der Familie nie zugrunde geht, aber auch dafür zu sorgen, daß der lebendige Dreifaltige Gott uns mehr und mehr zurückgibt die freie Benutzung unseres Urheiligtums und gleichzeitig die freie Benutzung unseres Urbildungsheimes.“[32]

In seiner Antwort bekräftigt Diözesanpräses Künster die Bereitschaft der Trierer, sich in den Dienst des Auftrags zu stellen, den J. Kentenich bei der Überreichung umriß. Pfarrer Künster stellt ausdrücklich den Bezug zwischen Vatersymbol und der Problematik um das Urheiligtum her. Den Weg zur Lösung der anstehenden Fragen sieht er in der gelebten Haltung der Victoria Patris.[33]Dazu sagt er: „Wenn wir alle dafür sorgen und uns darum mühen, daß diese Strömung alles ergreift, was da ist, daß wir ein Vaterbild haben und daß wir wieder Väter haben, daß unsere Männer Väter sind, daß unsere Jungmänner rechte Väter werden und daß unsere Priester wieder Väter werden…, wenn wir es so weit bringen, dann wird sicherlich die Gottesmutter sich verherrlichen und wieder die Türe [des Urheiligtums] selber aufschließen.“[34]

Mit diesem Tag begann für die Trierer Schönstatt-Bewegung ein neuer Abschnitt in ihrer Entwicklung.

2.2.2.4. Deutung

Die Sendung des 15. Oktober 1967 ist in ihrem Kontext zu betrachten. Bereits im Zusammenhang mit der patrozentrischen Grundeinstellung Schönstatts wurde auf die Krise des Vaterbildes in Theologie und Gesellschaft hingewiesen. Gerade in diese Situation hinein sendet J. Kentenich die Trierer Schönstatt-Familie. Sie soll dabei mithelfen, ein überzeugendes Vaterbild, sowohl was Gott, als auch dessen menschliche Abbilder angeht, zu verkünden.[35]

Die Sorge um Urheiligtum und -schulungsheim war zuerst der konkrete Anlaß für die Überlegungen der Trierer, was ihr Beitrag im Rahmen der Vaterströmung sei. Mit dem 15. Oktober wurde aber der Blickwinkel erheblich erweitert. Nun kam ein „globaler“ Anspruch hinzu, eine Verantwortung für die gesamte Schönstatt-Bewegung. So, wie J. Kentenich diese umriß, lassen sich drei Schwerpunkte ausmachen. Er sprach davon, daß die Sorge der Trierer um die Vaterströmung alle Zeit währen sollte. Das betont die Größe und Dauerhaftigkeit der gestellten Aufgabe. Zum zweiten hieß es, die Aufgabe
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solle mit allen Kräften ausgeführt werden. Es geht also um die Kraft jedes einzelnen und der Gemeinschaften als Ganzer. Zudem soll Trier dafür sorgen, daß die Vaterströmung nie zugrunde geht, oder positiv gewendet, daß sie immer lebendig bleibt.

Damit stellt J. Kentenich einen Anspruch an die Trierer Gemeinschaften, der, wenn er ernstgenommen wird, auch den einzelnen vollkommen erfaßt. In der Größe der Aufgabe liegt nun der Schlüssel zu ihrer Lösung. Jeder, der versuchen wollte, mit seiner Kraft und seinen eigenen, beschränkten Mitteln diesem Anspruch gerecht zu werden, muß erkennen, daß er überfordert ist. Diese Aufgabe kann zur Grenzerfahrung werden, die nur dann bewältigt werden kann, wenn der einzelne sich müht, aus der Glaubenshaltung der Victoria Patris heraus sein Leben zu gestalten. Das Faszinierende am Lebensvorgang Victoria Patris ist seine Notwendigkeit. Allein der Mensch, der sich in Demut seine Schwäche und sein Versagen eingestehen kann, wird die Barmherzigkeit Gottes, des Vaters, erfahren können. Allein aufgrund dieser Gotteserfahrung kann der Auftrag, den die Trierer Schönstatt-Familie am 15. Oktober 1967 übernommen hat, ausgeführt werden.

2.2.3. Zum Begriff „Sendung“

An dieser Stelle kann es allein darum gehen, kurz anzudeuten, was unter „Sendung“ bzw. „Auftrag“ zu verstehen ist. Die beiden Begriffe sind nicht scharf voneinander zu trennen, sie sind im letzten zwei Ausdrücke für denselben Inhalt.

Bereits im Verlauf der Darstellung der patrozentrischen Spiritualität Schönstatts[36] wurde darauf hingewiesen, daß J. Kentenich in der Theologie des Vorsehungsglaubens in der Geschichte einen Plan Gottes sieht. Dieser Plan ist zukunftsgerichtet. Der Mensch in seiner geschöpflichen Freiheit ist beauftragt, die Zukunft verantwortlich mitzugestalten.[37] Das setzt voraus, daß der Mensch sich darum bemüht, den göttlichen Plan zu erkennen und den Willen hat, zu seiner Verwirklichung beizutragen. Die Möglichkeit, in den Stimmen der Zeit, der Seele und des Seins diesen Plan Gottes zu erkennen, wurde ebenfalls im o.g. Abschnitt dieser Arbeit dargestellt. Dennoch bleibt der göttliche Plan im letzten geheimnisvoll und dem Menschen zum Teil unverständlich. Das verdeutlicht, daß nicht er, sondern Gott der Herr der Geschichte
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ist.[38] J. Kentenich sieht in der Geschichte zudem ein Bundesgeschehen zwischen Mensch und Gott. Dieser Bund ist ein weiterer Grund für die Verantwortung des Menschen, die Geschichte verantwortet mitzugestalten.[39] H. W. Unkel spricht von der „geschichtsschöpferischen Mitverantwortung“[40] des Menschen, der sich weder rein passiv dem Geschehen aussetzen solle[41], noch der Vorstellung verfallen dürfe, er selbst sei ermächtigt, Geschichte zu „machen“.[42] Vielmehr ist der Mensch eingeladen, sich mit dem göttlichen Zukunftsplan zu identifizieren. Nur wenn sich die Vorstellung des Menschen wirklich mit dem Plan Gottes deckt, ist das Handeln des Menschen geschichtsschöpferisch.[43] Zudem nimmt der Mensch an der göttlich-schöpferischen Machtfülle teil, weil er im Bund mit Gott verbunden ist. Er bleibt jedoch immer freier Bundespartner Gottes. So ist er Kind Gottes und Glied Christi, d.h. er ist ein Glaubender in der Kirche.[44] Hier ist der Sitz im Leben des Begriffes der „Sendung“. Der erkannte Plan Gottes ist für den Glaubenden zugleich seine Sendung, die zu erfüllen er in seinem Leben aufgerufen ist. Nachdem er sie erkannt hat, kann er sie trotz mancherlei Unsicherheiten immer wieder im Leben auf ihre Übereinstimmung mit dem Willen Gottes hin überprüfen..[45]

Was in diesem Kontext für den einzelnen gilt, überträgt J. Kentenich auch auf Gemeinschaften. Gott hat demnach in der Heilsgeschichte jeder Gemeinschaft eine besondere Aufgabe, ihre Sendung, zugedacht. Die Schönstatt-Familie der Diözese Trier glaubt in dem Geschehen vom 15. Oktober 1967 ihre Sendung zu sehen.[46] Da sie vom Willen getragen ist, diese Sendung zu erfüllen, wird sie sogar Ideal genannt. Als solches steht es den Trierer Schönstättern vor Augen, ihm gilt ihr Streben.

2.2.4. Von der Sorge um die Vaterströmung zum Ideal der „Victoria Patris“

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Im Verlaufe der Darstellungen wurde bereits die Bedeutung der Person J. Kentenichs, insbesondere nach seiner Rückkehr aus dem Exil, für die Vaterströmung ausgeführt. Zudem wurde im Zusammenhang mit der Trierer Sendung dargelegt, wie sich die Sorge der Trierer Schönstatt-Familie um das Urheiligtum und um die Person J. Kentenichs spätestens mit dem 15. Oktober 1967 in die Verantwortung für die Vaterströmung in der gesamten Schönstatt-Bewegung wandelte. In diesem Kontext wurde erwähnt, daß man sich sehr wohl darüber im klaren war, daß diese Aufgabe nur im Bewußtsein der eigenen Schwäche und im Vertrauen auf die Größe und Barmherzigkeit Gottes zu erfüllen sein würde. Sie setzt die Glaubenshaltung im Sinne der Victoria Patris voraus.

Die Haltung im Sinne der Victoria Patris ist in den 60er Jahren nichts substantiell Neues, allerdings wurde sie wirklich zu einem Lebensvorgang.[47]

Hier soll nun die Grundaussage, daß die Spiritualität der Victoria Patris der konkrete Trierer Ausdruck für den eher unscharfen Begriff der Vaterströmung ist, vertieft werden. Es soll beleuchtet werden, wann die Sendung der Victoria Patris welche Bedeutung für das Leben der Trierer Schönstatt-Bewegung hatte.

Im unmittelbaren Umfeld des Oktober 1967 sprechen die Zeugnisse von einer tiefen Ergriffenheit, in der die Trierer Schönstatt-Familie ihre Sendung annimmt. Doch schon ein Jahr später, während des Diözesantags der Trierer Schönstatt-Priestergemeinschaften, muß B. Junglas daran erinnern, daß es nicht beim rationalen Wissen um die Sendung bleiben darf. Vielmehr müsse das Wissen um die Victoria Patris lebensmäßig werden, d.h. es „muß Herz und Sinne, muß Gemüt und Gefühl bis in ihre Wurzeln hinein erobern und durchdringen.“[48] In diesem Sinne verbanden sich am 26. November 1967 etliche Priester geistlich mit J. Kentenich als Ausdruck ihrer Bereitschaft, sich ganz Gott anzuvertrauen, wie dieser es vorgelebt hatte. Dennoch fragt Junglas die Priester an, wie weit man in die Haltung der Victoria Patris bereits hineingewachsen sei.[49]

Noch im Oktober 1967 begann man die vom Diözesanrat getroffene Entscheidung, das Angebot J. Kentenichs anzunehmen, auf eine breitere Basis zu stellen. Diesem Zweck dienten die Diözesantage vom 22. Oktober 1967 und vom 27. Oktober 1968. In diese Phase fiel der Tod des Gründers, P. Joseph Kentenich, am 15. September 1968.

Während des Diözesantages 1968 gaben die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Gemeinschaften formell ihre Zustimmung zur Übernahme der Victoria-Patris-Sendung. Den Abschluß dieser ersten Phase bildete der Einkehrtag des
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Diözesanfamilienrates mit dem verantwortlichen Leiter der Schönstatt-Bewegung in Deutschland, F.-J. Bezler am 4. und 5. Januar 1971. In diesen Tagen erklärte der Diözesanfamilienrat erneut seine Bereitschaft, die Sendung der Victoria Patris zu übernehmen.

In etwa zeitgleich kam Bewegung in den Fragenkomplex um das Urheiligtum. Es bot sich noch im Oktober 1967 die Möglichkeit, erste Schritte auf ein eigenes Diözesanzentrum in Lebach zuzugehen. Es war selbstverständlich, daß ein solches Zentrum einen geistlichen Mittelpunkt in Form eines Heiligtums haben würde. Die weitere Entwicklung des Heiligtums und Diözesanzentrums in Lebach ist ebenso eng wie ihr Ursprung mit der Sendung der Victoria Patris verknüpft, soll jedoch hier nicht weiter beachtet werden.[50]

Sehr bald nach der Übernahme des Vatersymbols schickten die Trierer dieses auf „Weltreise“. Das Symbol war, besonders nach dem Tod J. Kentenichs, ein handfester Ausdruck der Vaterströmung in der Schönstatt-Bewegung. In ihm sah man Gott, den Vater im Himmel, die menschlichen Väter und in besonderer Weise den verstorbenen „Vater und Gründer“, J. Kentenich repräsentiert. So konnte A. Menningen, ein enger Mitarbeiter J. Kentenichs, am 4. Oktober 1977 konstatieren, daß sich die Hoffnung J. Kentenichs, die Vaterströmung bleibe durch den Einsatz der Trierer lebenskräftig in der Schönstatt-Bewegung erhalten, wohl durch die Wanderung des Vatersymbols erfüllt habe.[51] Betrachtet man allerdings die Themen der Referate während der Oktoberwochen[52] der 70er und 80er Jahre, stellt man fest, daß der Vatergedanke nicht mehr so dominant im Vordergrund stand, wie dies noch Ende der 60er Jahre der Fall war. Dennoch zieht Sr. Thereslore Thiel 1987 eine positive Bilanz. Sie bejaht die Frage, ob J. Kentenich als Initiator und Hauptträger der Victoria Patris-Sendung durch die Trierer Schönstatt-Familie etwas „erreicht“ habe.[53] Demgegenüber ist der Grundtenor der Predigt von M. J. Marmann am 30. Oktober 1988, als die Schönstatt-Familie Trier während eines Diözesantags ihre Sendung nun auch als ihr Diözesanideal[54] übernahm, eher zurückhaltend. M. J. Marmann hebt vor allem die Größe der Aufgabe hervor und ermuntert die Trierer, immer neu von Gott, dem Vater, zu sprechen. Er merkt an, daß in
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Schönstatt das Marianische sehr im Vordergrund stehe, die tiefe Bindung an Gott, den Vater, sei dagegen nur noch schwer zu erkennen.[55] Sr. Thereslore Thiel hatte zuvor in einem Referat das Diözesanideal, „Vom Urheiligtum aus Victoria-Patris-Familie“, erläutert und den Auftrag, Garant für die Vaterströmung in Schönstatt und darüber hinaus zu sein, mit der Person J. Kentenichs und dem Urheiligtum als geistlichem Zentrum der gesamten Schönstatt-Bewegung verknüpft.[56]

Obwohl sich der Diözesantag am 7. Oktober 1990 wiederum mit der Victoria Patris, ihrer Entstehung und Bedeutung befaßte[57], schien der Lebensvorgang Victoria Patris nicht mehr „lebendig genug“ zu sein. Am 17. Februar 1991 hielt M. J. Marmann ein weiteres Referat über die Victoria Patris als Sendung der Trierer Schönstatt-Familie. Er skizziert die Atmosphäre innerhalb der Schönstatt-Bewegung in den 60er Jahren, blickt auf die Entwicklung nach 1967 zurück und fragt kritisch an, wo in der Gegenwart die Vaterströmung lebendig sei. Er sieht zwar einen schwachen Ersatz im Mühen um die Seligsprechung J. Kentenichs, doch erscheine Schönstatt nicht mehr als eine neue geistliche Gemeinschaft, deren letztes Ziel die Verbundenheit des einzelnen mit Gott, dem Vater, ist. Doch gerade das sei Teil der Identität Schönstatts, die es zu wahren gelte. Daher müsse die Trierer Schönstatt-Familie ihre Aufgabe gerade in einer solchen Situation besonders ernst-nehmen. M. J. Marmann weist auf die Aktualität der Frage hin, bevor er konkrete Ansätze aufzeigt, wie die Trierer mit der Problematik umgehen können. Diese Hinweise sollen hier genannt werden, da sie noch immer von großer Aktualität sind. Sie vermitteln einen Einblick in den Stand des Lebensvorgangs Victoria Patris, der als Lebensvorgang deshalb in der Krise steckt, weil es scheint, er könne nicht weitergegeben werden. M. J. Marmann nennt drei Probleme:

  1. Die fremd wirkende Sprache. P. Marmann nennt ganz konkret das Schlagwort „Victoria Patris“, das jemandem, der außerhalb des Lebensvorgangs steht, ein nichtssagender Terminus bleiben muß.
  2. Die Frage der Weitergabe des Lebensvorgangs. Wie kann die nachfolgende Generation Teilhabe am Lebensvorgang Victoria Patris gewinnen.
  3. Ein Integrationsproblem. Es geht um die organische Ganzheit in der Spiritualität der Victoria Patris, für die es notwendig ist, daß auch Christus und Maria nicht nur integriert, sondern auch im Lebensvorgang erfahrbare Bezugspersonen im Glauben sind.

Diesen angesprochenen Problemen habe sich die Schönstatt-Familie im Bistum Trier zu stellen, ehe sie weitere Aufgaben übernehmen könne.[58]

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Hier soll nun die Darstellung des Lebensvorgangs Victoria Patris einen Abschluß finden, der zeigt, daß viele Fragen offen bleiben, viel an Leben im Verborgenen blüht und in Gefahr ist, nicht an jüngere Generationen als Lebensvorgang weitergegeben zu werden.

2.3. Der Lebensvorgang Victoria Patris als Ausdruck der Spiritualität der Kindlichkeit

Der Lebensvorgang Victoria Patris ist eine Zuspitzung der Schönstättischen Spiritualität der Kindlichkeit. Diese wurde im wesentlichen bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entfaltet, wie die beiden großen Exerzitienkurse über die „Vollkommene Lebensfreude“[59] und das „Kindsein vor Gott“[60] bezeugen. Allerdings fand die Spiritualität der Kindlichkeit, vor allem in der Theologie der Victoria Patris, erst in den 60er Jahren eine stärkere Resonanz. Nach der Lehre über die Kindlichkeit folgte das Leben in der Haltung der Kindlichkeit erst 30 Jahre später, obwohl J. Kentenich sehr vorsichtig damit war, die gesamte Vaterströmung zu hoch zu bewerten. Noch 1967 stellt er fest, das Gottesbild des barmherzig liebenden Vaters werde noch nicht gelebt, obwohl man um es wisse.[61]

Dennoch kann man das, was sich in der Trierer Schönstatt-Familie im Zusammenhang mit der Sendung, die Victoria Patris leben zu lernen und die Vaterströmung in der gesamten Schönstatt-Bewegung zu stützen, ereignet hat, einen Lebensvorgang nennen. Dieser ist nach der Rückkehr J. Kentenichs aus dem Exil entstanden. Während der Jahre, die J. Kentenich noch in Schönstatt verbrachte, erreichte die Vaterströmung einen Höhepunkt. Obwohl sie in der Schönstatt-Bewegung nach dem Tod J. Kentenichs 1968 abebbte, lebte das Ideal der Victoria Patris in der Trierer Schönstatt-Familie weiter und fand einen konkreten Ausdruck im Bau des Schönstatt-Zentrums auf dem Wünschberg bei Lebach.[62]

Die Zuspitzung der Spiritualität der Kindlichkeit im Gedanken der Victoria Patris fand auch starke Resonanz in der gesamten deutschen Schönstatt-Bewegung. Es schien, daß die in den 60er Jahren immer wieder von J. Kentenich verkündigte Akzentverschiebung im Gottesbild hin zum Gott der barmherzigen Liebe vollends rezipiert wurde.[63]

Ein Grund dafür mag das stärkere Gefühl der Verbundenheit mit der Person J. Kentenichs sein, das in der Zeit seines Exils gewachsen ist. Nach seiner Rückkehr
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nach Schönstatt am 24. Dezember 1965 erlebten ihn die Menschen, die ihm begegneten, nicht nur als kraftvollen Vater, sondern auch in großer menschlicher Nähe.[64] Zudem trug J. Kentenich das neue Gottes- und Menschenbild[65] pointierter vor, als er es noch in den Vorträgen vor den Exerzitienteilnehmern 1934 und 1937 tat. Die Spiritualität der Kindlichkeit in Verbindung mit dem Bild Gottes als dem barmherzig liebenden Vater war das Thema J. Kentenichs nach 1965. Dies zeigen die Exerzitienkurse 1966 und 1967, die Oktoberwoche 1967 und zahlreiche Vorträge, die J. Kentenich aus Anlaß der Anbringung von Vatersymbolen in Heiligtümern überall in Deutschland hielt.

H. King begründet die Intensität, mit der J. Kentenich den barmherzigen Gott verkündigte, mit der Einsicht in die Notwendigkeit eines solchen Gottesbildes, die J. Kentenich gewonnen habe. „Sie [diese Einsicht] drückt wohl ein Stück weit seine eigene Entwicklung und Reifung in den Jahren der Verbannung und Diffamation aus.“[66] Das „Gesetz des Gegensatzes“[67] dürfte eine weitere Motivation J. Kentenichs gewesen sein, dieses neue Gottes- und Menschenbild zu propagieren. J. Kentenich sah den Vatergedanken in Theologie und Gesellschaft bedroht. Es sei Schönstatts Aufgabe, getragen von der Vaterströmung, der Kirche zu helfen, ihre nachkonziliare Sendung, den Gottes- und Vatergedanken zu erhalten, zu verwirklichen.[68] Mit anderen Worten beschrieb J. Kentenich diese Aufgabe bereits im Mai 1966: „So sind wir eine Vaterfamilie geworden in einer Zeit, wo an sich die moderne Jugend und darüber hinaus ein Großteil der modernen Kultur auf dem Wege ist, Vatermörder zu werden, den Vater in der ganzen Kultur abzusetzen und überall nur Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu sehen und zu sichten, die väterliche Autorität aber in der Gesamtkultur gleichsam zu morden und zu entfernen. Damit haben wir an sich eine Gegensatzbewegung zu der gegenwärtigen Kulturbewegung!“[69] J. Kentenich sieht Schönstatt als eine Gegenbewegung zur „Los-von-Gott-Bewegung“[70], die z.T. berechtigt sei.[71] Es geht ihm um ein Gottes- und Menschenbild, das in der Gegenwart Bestand haben kann, das auch kritischen Anfragen standzuhalten vermag.

Die Resonanz, die J. Kentenich auf seine Impulse erhielt, scheint ihn zu bestätigen. „Von der Generation der Schönstattfamilie ist sie [die neue Einsicht J. Kentenichs]
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breitestens aufgenommen worden. Sie hat ihr allem Anschein nach, wie kaum etwas sonst, aus dem Herzen gesprochen.“[72]

Die Botschaft J. Kentenichs vom Gott der barmherzigen Liebe wurde befreiend empfunden, sie wandte sich gegen die Angst der Menschen, die J. Kentenich bereits 1937 breit angelegt analysierte.[73] Der Ungeborgenheit, die einer der Gründe für die Angst der Menschen sei, gewinnt J. Kentenich sogar Sinn ab. Diesen sieht er dann, wenn der Mensch aufgrund der erfahrenen Ungeborgenheit Halt und Geborgenheit in Gott, dem Vater, sucht.[74] Tut der Mensch das, kann es ihm gelingen, das zu leben, was er wirklich ist: Kind Gottes.

Den Mitgliedern der Trierer Schönstatt-Familie scheint das im Ansatz gelungen zu sein. Die Sendung, die J. Kentenich dem Diözesanrat am 15. Oktober 1967 übertrug, lebt auch heute noch in dem Personenkreis fort, für den damals dieser Gedanke zum Lebensvorgang wurde.

Im Folgenden wird das Gottes- und Menschenbild dargelegt, das diesem Lebensvorgang Victoria Patris in der Schönstatt-Familie der Diözese Trier zugrunde liegt.


[1] Pfarrer Künster war von 1965-81 Diözesanpräses der Schönstatt-Familie im Bistum Trier.

[2] Vgl. dazu den Grundtenor der Vorträge von F.-J. Bezler 1971: Bezler, Franz-Josef: Einkehrtag des Diözesanrates der Schönstattfamilie im Bistum Trier am Montag/Dienstag, 4.-5. Januar 1971 in Haus Mariengart, Schönstatt, I.-III. Vortrag, Manuskript, o.O.u.J.

[3] Schönstatt ist ein nicht selbständiger Ortsteil der Stadt Vallendar.

[4] Victoria Patris. Aus der Sicht der Trierer Schönstattpriester: Manuskript, o.O.u.J., 15. (Künftig zitiert: Victoria Patris). Dort findet sich der vollständige Wortlaut des Gebetes vom 15. Oktober 1961.
Die hier angegebene Sendung Schönstatts, zum geistlichen Wachstum des „neuen Menschen in der neuen Gemeinschaft“ beizutragen, ist die Reaktion auf verschiedene Menschenbilder der Moderne, die versuchen, dem Menschen ein von Gott gelöstes Idealbild vor Augen zu stellen. (Vgl. deren Darstellung in Kentenich, Josef: Oktoberbrief 1949 an die Schönstattfamilie, Vallendar-Schönstatt 1970, 71-82; künftig zitiert: Kentenich, Oktoberbrief 1949; zur umfassenderen Information: Frömbgen, M.Erika.: Neuer Mensch in neuer Gemeinschaft. Zur Geschichte und Systematik der pädagogischen Konzeption Schönstatts, Studien aus Schönstatts Geisteswelt 1, Vallendar-Schönstatt 1973.)
In verschiedenen Vorträgen und Schriften innerhalb der Schönstatt-Bewegung wird besonders häufig der Marxismus bzw. Bolschewismus als eine der Strömungen angegeben, mit denen Schönstatt sich auseinandersetzt. Zur Zeit des Nationalsozialismus war dieser mitgemeint, wenn J. Kentenich sich mit dem Bolschewismus auseinandersetzte. Im Weihegebet von 1961 wird der Bolschewismus, der in Trier seinen Anfang nahm, als „gottfeindliche Macht“ (Victoria Patris, 15) bezeichnet – ein Verweis auf Karl Marx. Ihm gegenüber steht die Schönstatt-Bewegung, die auch im Trierer Land ihren Anfang nahm und nun versucht, ein neues, gottverbundenes Menschenbild zu künden. Die Gegenüberstellung von Marxismus / Kommunismus und Schönstatt findet sich auch noch in späteren Vorträgen (Vgl. Thiel, Vatersymbol, 18f.), soll aber im weiteren Verlauf der Darstellung nicht weiter berücksichtigt werden.
Zur Einordnung der Weihehandlung am 15.Oktober 1961 vgl. Schapfel, Michael: Victoria Patris. 2. Vortrag am 07.10.1990 beim 20jährigen Jubiläum des Heiligtums in Lebach, Manuskript, o.O.u.J., 1f.  Künftig zitiert: Schapfel, Victoria Patris.

[5] Zur Bedeutung des Vatersymbols vgl. 2.2.1.1. Das Vatersymbol, S. 29.

[6] Vgl. Schönstattfamilie im Bistum Trier, Briefe.
Viele der Aussagen sind bereits in dieser Arbeit angeklungen, sodaß sie hier nicht wiederholt werden sollen. Vgl. 2.1. „Vaterströmung“ in der Schönstattfamilie, S. 10.

[7] „Herr Pater“ war die in Schönstatt übliche Anrede für J. Kentenich. Viele derer, die ihn noch persönlich kennengelernt haben, sprechen auch heute noch mit dieser Anrede über ihn.

[8] Künster, Heinz: Warum hat Herr Pater den Trierern das Vatersymbol geschenkt? Aus einem Vortrag von Diözesanpräses Künster vor den Trierer Priestern, Manuskript, o.O.u.J., 3.  Künftig zitiert: Künster, Warum.
Der Text ist eine Zusammenstellung von Ausschnitten aus Schönstattfamilie im Bistum Trier, Briefe, Brief 1.

[9] Der Bewegungsleiter ist der Verantwortliche in Deutschland für alle diözesan gegliederten Gemeinschaften.

[10] Künster, Heinz: Weshalb hat Herr Pater den Trierern das Vaterauge geschenkt?, in: Junglas, Bernhard (Hg.): Rundbrief 1968 / 5, Manuskript, o.O.u.J., 11-22, 15.
Künftig zitiert: Künster, Weshalb.

[11] Ebd.

[12] Vgl. Künster, Heinz: Brief an P. Josef Kentenich, Abschrift, Arenberg 29.09.1967.

[13] Vgl. Künster, Warum, 1-5; Künster, Weshalb, 11-16 und Victoria Patris, 2-4.

[14] In manchen Texten wird das Vatersymbol „Vaterauge“ genannt. Herbert King erwähnt die modernere Bezeichnung „Gottessymbol“, die aber in Texten J. Kentenichs meines Wissens nicht belegt ist. (Vgl. King, Bundesspiritualität, 201, Anm. 39).

[15] Vgl. Kentenich, Bündnis, 59.

[16] Vgl. ebd., 61. In diesem Sinne kann man im Vatersymbol auch einen Ausdruck für das sehen, was in der vorliegenden Arbeit dargestellt werden soll.

[17] Vgl. Kentenich, Sendung, 89-93.

[18] Kentenich, Bündnis, 63.

[19] Vgl. Kentenich, Sendung, 85-89.

[20] Vgl. Kentenich, Oktoberwoche 1967, 36.

[21] Zur Bewertung vgl. Bezler 2, 1.

[22] Schönstattfamilie im Bistum Trier, Briefe, Brief 1, 1.

[23] Ebd.; vgl. zudem Schönstattfamilie im Bistum Trier, Briefe, Brief 5, 1; und Brief 6, 1.

[24] Vgl. Künster, Weshalb, 17f. und Thiel, Victoria Patris-Familie, 3-9, 14.

[25] Vgl. Künster, Weshalb, 20.

[26] Vgl. Victoria Patris, 2-4.17-26; Künster, Weshalb, 16-19.

[27] Künster, Weshalb, 11.

[28] Künster, Heinz: Brief an P. Josef Kentenich, Abschrift, Arenberg 11.10.1967..

[29] Kentenich, Oktoberwoche 1967, 84.

[30] Vgl. ebd., 67-93, insbesondere 68-85.

[31] Ebd., 81f.

[32] Kentenich, Oktoberwoche 1967, Tonband, 2.

[33] Vgl. ebd., 2f.

[34] Ebd., 3.

[35] Vgl. 2.1.2.2. Patrozentrik, hier S. 18f.

[36] Vgl. 2.1.1. Die patrozentrische Gesamtentwicklung der Schönstattfamilie, hier S. 13f.

[37] Vgl. Unkel, Vorsehungsglaube 1, 68.  Unkel führt diesen Gedanken weiter aus, vgl. hierzu ebd., 69-160.

[38] Vgl. ebd., 162f.

[39] Vgl. ebd., 194-96.

[40] Ebd., 252. Vgl. zudem Kentenich, Josef: Victoria Patris Bd. 2, Vorträge von Pater Josef Kentenich anläßlich seines Besuches in Oberkirch vom 3. – 4. September 1967. Für die Führungskreise herausgegeben von der Schönstattfamilie der Erzdiözese Freiburg, Manuskript, o.O.u.J., 103.  Künftig zitiert: Kentenich, Victoria Patris 2.

[41] Vgl. Unkel, Vorsehungsglaube 1, 244-49.

[42] Vgl. ebd., 249-52.

[43] Vgl. ebd., 252-56.

[44] Vgl. ebd., 257.
F.J. Bezler betont ausdrücklich, daß man an die Sendung glauben muß, um sie leben zu können. Diesen Gedanken führt er konkret am Beispiel der Trierer Sendung aus. (Vgl. Bezler 1, 2-13).

[45] Vgl. Unkel, Vorsehungsglaube 1, 258.
Hier ist auf die Ausführungen H. W. Unkels über das Gesetz der schöpferischen Resultante zu verweisen, das ein Kriterium ist, um zu beurteilen, ob der Glaubende den Plan Gottes richtig erkannt hat. Das Gesetz besagt, daß das Handeln des Menschen, das dem Willen Gottes entspricht, Ergebnisse zeigt, neue Wege weist, die den Menschen darin bestärken sollen, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. (Vgl. Unkel, Vorsehungsglaube 2, 155-157.)

[46] Vgl. Victoria Patris, 1.

[47] Vgl. 2.3. Der Lebensvorgang Victoria Patris als Ausdruck der Spiritualität der Kindlichkeit, S. 39.

[48] Junglas, Bernhard: Die Verwirklichung der Victoria-Patris-Strömung in unserem persönlichen priesterlichen Leben, in: Junglas, Bernhard (Hg.): Rundbrief 1968 / 5, Manuskript o.O.u.J., 23-26, 23.  Künftig zitiert: Junglas, Victoria-Patris-Strömung.

[49] Vgl. ebd., 23-26.
In diesem Zusammenhang ist wiederum auf das Geschehen des 20. Januar 1942 zu verweisen.

[50] Vgl. Jochum, Josef: Stufen des Werdens von Sendung, Aufgabe und Bau auf dem Wünschberg, in: Künster, Heinz (Hg.): Besinnungstag der Diözesan-Verantwortlichen der Schönstatt-Familie im Bistum Trier am 13. Januar 1979 in der Marienau in Schönstatt, Manuskript, o.O. o.J, 3-25, 12-24 (künftig zitiert: Jochum, Stufen) sowie Menningen, Alexander: Lebach, ein Signal der göttlichen Initiative, in: Künster, Heinz (Hg.): Besinnungstag der Diözesan-Verantwortlichen der Schönstatt-Familie im Bistum Trier am 13. Januar 1979 in der Marienau in Schönstatt, Manuskript, o.O. o.J, 26-44, 26-34.
Künftig zitiert: Menningen, Lebach.

[51] Vgl. Marmann, Victoria Patris, 6.

[52] Da die Oktoberwochen die zentralen Schulungswochen für die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, sind ihre Themen Gradmesser für das, was das Leben der Schönstatt-Bewegung in Deutschland jeweils prägt.

[53] Vgl. Thiel, Vatersymbol, 9-14, besonders 13a.

[54] Vgl. hierzu 2.2.3. Zum Begriff „Sendung“, S. 35.

[55] Vgl. Marmann, 88, 1-3.

[56] Vgl. Thiel, Victoria Patris-Familie.

[57] Vgl. Schapfel, Victoria Patris.

[58] Vgl. Marmann, Victoria Patris.

[59] Kentenich, Lebensfreude.

[60] Kentenich, Kindsein vor Gott.

[61] Vgl. Kentenich, Exerzitien 1967, 5.

[62] Vgl. Jochum, Stufen und Menningen, Lebach.

[63] Vgl. Kentenich, Kindsein vor Gott, 285ff., Anm. 3.

[64] Vgl. in diesem Zusammenhang die Ausführungen H. Kings über die „seelische Nähe“ (King, Herbert: Die Reifung eines neuen Paradigmas in Pater Kentenich. II. Überwindung der Krise und ihre Sinnerfüllung, in: Regnum 29 (1995), 20-34, 30).
Künftig zitiert: King, Reifung.

[65] Vgl. Kentenich, Rom, 1.

[66] King, Bundesspiritualität, 209.

[67] Kentenich, Weihnachtstagung 1967, 18.

[68] Vgl. Kentenich, Oktoberwoche 1967, 81.

[69] Kentenich, Sendung, 87.
Die hier angedeutete Vaterproblematik findet eine ausführlichere Darstellung in 3.2.4. Gott als Vater, S. 76.

[70] Kentenich, Oktoberwoche 1967, 84.

[71] Vgl. ebd., 86.

[72] King, Bundesspiritualität, 209.

[73] Vgl. Kentenich, Kindsein vor Gott, 227-282.

[74] Vgl. ebd., 249.

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