3.1.2. Der über Gott siegende Mensch

3.1.2. Der über Gott siegende Mensch

Nur der Mensch, der bereits von Gott besiegt ist, kann Gott, den Vater, besiegen. Die zweifache Möglichkeit, Victoria Patris zu übersetzen, macht die gegenseitige Abhängigkeit des Sieges Gottes vom Sieg des Menschen und umgekehrt deutlich. Beide Aspekte sind integrale Bestandteile eines hermeneutischen Zirkels, in dem ein Aspekt den anderen bedingt.

J. Kentenich setzt die Haltung des Kindseins mit dem „Ja-Sagen“[1] gleich. Dieses Ja des Menschen zum Willen Gottes setzt das Ja Gottes zum Menschen voraus.[2] Analog dazu kann auch das Ineinander des Sieges des Menschen und des Sieges Gottes betrachtet werden. Die Allmacht und Größe Gottes und die Würde des Menschen sind für J. Kentenich feststehende Realitäten. Demgegenüber sind die Erfahrungen, die der Mensch mit dieser Wirklichkeit macht, zeitgebunden und können sehr verschieden 53-

aussehen. Vielleicht ist das Bild der Sinuskurve eine Möglichkeit, diesen Prozeß darzustellen. Im Verhältnis zwischen Mensch und Gott geht es – aus der Perspektive des Menschen betrachtet – immer wieder auf und ab, zeitweise erlebt und bekennt der Mensch sein Kleinsein vor der Größe Gottes, zeitweise erfährt er sich als ein von Gott geliebter Mensch.

Über Gott siegen heißt für den Menschen, die Barmherzigkeit und Liebe Gottes in besonderer Weise zu erfahren. So ist der Sieg des Menschen niemals ein Triumph über Gott, nie hat der Mensch Macht über Gott – der Sieg über Gott bedeutet für den Menschen vor allem eine Bestätigung und Erhöhung seiner geschöpflichen Würde.

3.1.2.1. Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes statt auf das eigene Verdienst

Nach seiner Rückkehr aus Milwaukee nach Schönstatt wird J. Kentenich nicht müde, auf das in weiten Kreisen vorhandene Lebensgefühl hinzuweisen, man müsse sich die Liebe Gottes verdienen. Dies kommentiert er kritisch, indem er feststellt, daß es dem Menschen unmöglich sei, sich die gerechte Liebe Gottes zu verdienen.[3] Bereits im Exerzitienkurs über die vollkommene Lebensfreude wies J. Kentenich auf Mt 6, 27 hin: „Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?“ und legte somit dar, daß es Gott ist, der in und für unser Leben im letzten die Entscheidungen trifft.[4] Dennoch kann der Mensch neben dem Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes etwas tun, um die Liebe Gottes zu erfahren: J. Kentenich fordert dazu auf, die eigene Schwäche zu erkennen und anzuerkennen. [5] Darin ist ein wesentliches Element für den Sieg des Menschen über Gott zu sehen. J. Kentenich orientiert sich hierbei sehr stark an der paulinischen Theologie und ermutigt den Menschen, in aller Würde zu seiner Schwachheit zu stehen. Immer wieder verweist er auf 2 Kor 12,9f. und die darin enthaltene Zusage des Herrn: „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. […] denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“[6] Diese Verse hat J. Kentenich in einer eigenen Formulierung zugespitzt, die bereits zitiert wurde. Sie lautet: „Erkannte und anerkannte Armseligkeit des Menschen gegenüber Gott bedeutet Ohnmacht Gottes und Allmacht des Menschen.“[7] Diese Botschaft der paulinischen Theologie klingt zunächst trivial,
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doch liegt die Herausforderung offensichtlich darin, daß der Mensch seine Schwäche und Ohnmacht zunächst anerkennen muß, ehe er so als der von Gott besiegte über Gott siegen kann und es versteht, dessen barmherzige Liebe herauszufordern. Nicht umsonst schildert J. Kentenich in diesem Zusammenhang drei Stufen der Demut, deren erster Grad es sei, sich in seiner Schwäche zu gefallen. Sich einzugestehen, daß Gott den Menschen nicht wegen des Verdienstes liebt, sondern weil er als Vater am Menschen als erbarmungswürdigem Kind handelt, verlange Selbstlosigkeit und eine Haltung, die von der eigenen Ehre abzusehen vermag. Die zweite Stufe der Demut bestehe darin, daß der Mensch annehmen kann, daß andere um seine Schwäche wissen. Den dritten Grad der Demut sieht J. Kentenich darin, daß der Mensch sich darin gefällt, daß er von seinen Mitmenschen so behandelt wird, wie er es eigentlich verdient hat.[8] In diesem Sinne spricht J. Kentenich vom „erleuchtet gepflegten Kleinsein“[9], das dem Menschen zum Sieg über Gott verhelfe. Dieser aus der paulinischen Theologie abgeleitete Einsatz des Menschen ist lediglich die eine Seite, das Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit die andere, die entscheidende Seite. J. Kentenich geht es darum, daß der Mensch „sich immer wieder neu fallen läßt in die barmherzigen Hände des Vatergottes“[10]. Der Glaube an Gott, der sich erbarmt, wenn wir unsere Grenzen zu bejahen vermögen, setzt Vertrauen auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes voraus.[11]

Der Mensch, der sich zur Kindlichkeit erziehen läßt, wird so zum „Wunder des Vertrauens“[12].

Um die Größe des Vertrauens zu illustrieren, gebraucht J. Kentenich das Bild vom verlorenen „Buch des Lebens“[13]. Er verweist auf die Hl. Theresia von Lisieux, die sich selbst als „Opfer der Barmherzigkeit“[14] Gottes betrachtet. Das setzt voraus, daß sie nicht auf ihr Verdienst, ihre vollbrachten guten Werke vertraut, sondern auf den „Titel der Barmherzigkeit Gottes“[15]. Hier setzt nun J. Kentenich das genannte Bild ein. Er setzt voraus, Gott habe das Buch des Lebens verloren, in dem alle Verdienste der Menschen aufgezeichnet waren. Nun könne er nicht mehr gerecht urteilen, der Mensch
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dürfe aber auf Gottes Barmherzigkeit bauen. Zudem ermögliche ihm das Bewußtsein der eigenen Erbärmlichkeit das Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes.[16]

Das bislang Gesagte kann als eine zentrale Botschaft Jesu und des gesamten Neuen Testamentes betrachtet werden. Es bedeutet eine Umwertung aller menschlichen Werte, eine neue Akzentuierung, vom Vertrauen auf die eigene Leistung abzusehen und ganz auf die Barmherzigkeit Gottes zu vertrauen. In der Hl. Schrift findet sich das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, die zu verschiedenen Zeiten angeworben wurden und dennoch – wider jedwedes menschliche Gefühl von Gerechtigkeit – alle gleichermaßen entlohnt wurden.[17] Die Aussageabsicht dieses Gleichnisses verdeutlicht das hier Ausgeführte: Es läuft menschlichem Empfinden zuwider, wenn der Maßstab des Urteilens die Barmherzigkeit statt der Gerechtigkeit ist. Desweiteren können die Gleichnisse im 15. Kapitel des Lukasevangeliums, insbesondere das sogenannte „Gleichnis vom verlorenen Sohn“, hier angeführt werden.[18]

Das postulierte Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes ist in den Augen J. Kentenichs möglich, weil zuvor Gott ein dreifaches Ja zum Menschen gesprochen habe.

Zunächst nennt J. Kentenich das „väterlich gütige Ja“[19] Gottes, das sich in seiner Vorsehung konkretisiere.

Desweiteren sei das Ja Gottes zum Menschen ein von einer Person gesprochenes Wort. Gott ist Person und nimmt den Menschen als Person an. Dazu verweist J. Kentenich auf zahlreiche biblische Bilder, die dies belegen, so z.B. auf Dtn 32,9-11. Dort wird beschrieben, wie Gott sein Volk hütet „wie seinen Augenstern“[20]. Die Auserwählung des Menschen manifestiere sich in der Vorsehung Gottes für jeden einzelnen.

Zuletzt nennt J. Kentenich das „väterlich heroische Ja“[21], das Gott keine Anstrengung koste. Jedoch gab er seinen Sohn aus Liebe zu den Menschen dahin (Vgl. 1 Joh 3,16; 4,9f.). Daraus kann geschlossen werden, wie wertvoll der Mensch in den Augen Gottes ist. 1 Kor 6,20 formuliert dies noch einmal: „[…] denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden“.[22] Aufgrund des Ja-Sagens Gottes zum Menschen kann dieser seinerseits wagemutig sein Ja zu Gott sagen und sich auf seine Barmherzigkeit einlassen.[23]
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J. Kentenich sieht im Familienleben ein Lernfeld für das wagemutige Vertrauen auf Gott und nennt es ein Versteck-, Such- und Findspiel.[24] Die Eltern versteckten sich vor dem Kind, um seine Suchkräfte, seine Sehnsucht nach ihnen zu stärken. Auch diene ein solches Spiel dazu, das Vertrauen in die Güte dessen zu stärken, was von Vater und Mutter ausgeht. Ein solches Spiel habe Gott, der Vater, mit seinem eingeborenen Sohn gespielt, dieser spiele es nun auch mit den Menschen.[25] Das Vertrauen auf Gott wird in der Spiritualität J. Kentenichs letztendlich dadurch ermöglicht, daß das ganze System dieser Spiritualität darauf angelegt ist, dem Menschen dabei zu helfen, ständig in der Nähe Gottes zu leben.[26] Hier sei auch J. Kentenichs Gedanke von der „Ergänzungswilligkeit Gottes“[27] angedeutet, d.h. Gott läßt sich von der geschöpflichen Begrenztheit des Menschen herausfordern, diesem seine Liebe zu erweisen.[28]

Letztendlich läßt sich alles bisher Dargelegte mit Röm 8,28 zusammenfassen: „Wir wissen, daß Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“[29]. Zu einer solchen Haltung des Vertrauens auf Gott lädt J. Kentenich ein, „mit beiden Händen und Fäusten sollen wir es anpacken“[30].

3.1.2.2. Gott Freude bereiten durch gute Werke, ohne sie zu bewerten

Es wurde bereits ausgeführt, daß der Mensch Gott durch das Vertrauen auf seine Barmherzigkeit besiegen kann – nicht aus eigenem Verdienst, sondern als Gnadengeschenk Gottes. Dennoch bleibt die Forderung, sich im ethischen Sinne um gute Werke zu bemühen, aufrechterhalten.  J. Kentenich betont wiederholt, der Mensch

solle sich mühen, alle Wünsche Gottes zu erfüllen. Im selben Atemzug deutet er jedoch das notwendige Scheitern solchen Mühens an.[31] J. Kentenich relativiert das ethische Streben des Menschen in ein umfassenderes Verständnis. Der erste Aspekt dieser Relativierung wurde bereits genannt. J. Kentenich sieht im Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes die entscheidende Relativierung alles ethischen Mühens des Menschen. Der zweite Aspekt wird noch weiter darzulegen sein, es handelt sich um das Lebensgefühl der Sorglosigkeit, das dem Vertrauen auf die erbarmende Liebe Gottes erwächst.[32] Im Sinne dieser Einordnung ethischen Strebens formuliert J. Kentenich: „Wir bemühen uns zwar um ethische Verwirklichung von ethischen Forderungen,
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wollen auch alles tun, aber werten sie nicht in besonderer Weise.“[33] J. Kentenich geht es darum, zu zeigen, daß die Mitwirkung des Menschen nicht so wichtig ist wie das Handeln Gottes aufgrund seiner barmherzigen Liebe.[34]

In diesem Zusammenhang ist auf die Lehre Thomas v. Aquins von den Zweitursachen hinzuweisen, die in der Spiritualität Schönstatts von großer Bedeutung ist. Thomas legt dar, daß Gott, die Erstursache, in der Welt durch freie Zweitursachen handelt,[35] d.h. im Blick auf die Beziehung von menschlichem Handeln und göttlicher Gnade, daß die „Zweitursache immer kraft der Erstursache arbeitet“[36]. Diese Auffassung war im nachtridentinischen Streit um die Gnadensysteme zwischen Molinisten und dem Banezianismus umstritten. Während die Molinisten in der Schule Luis de Molinas S.J. (+1600) eher das Wirken menschlicher Freiheit betonten, sahen die Anhänger von D. Banez, O.P. (+1604) in der theologischen Tradition des Thomas v. Aquin das Wirken Gottes und dessen wirksame Gnade im Vordergrund.[37] J. Kentenich ergreift im spätscholastischen Streit der Gnadensysteme weder Position für das eine noch für das andere und weist darauf hin, daß es von der Entwicklungsphase des Menschen abhänge, ob man eher das menschliche Tun in den Blick nehme oder stärker auf das Gnadenwirken Gottes am Menschen vertraue. Der jüngere Mensch neige mehr zum Molinismus, der ältere zum Thomismus.[38] So setzt sich J. Kentenich über den Streit der Gnadensysteme, der noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts schwelte,[39] hinweg. Im letzten betont er jedoch, wie bereits angedeutet, es sei vor allem zu werten, „was der liebe Gott beim Heilsakte zu tun hat“[40].

Damit sind die entscheidenden Weichen in dieser gnadentheologischen Frage gestellt. Das Tun des Menschen ist wertvoll, aber es darf nicht gewertet werden im Sinne eines Anspruches auf die Gerechtigkeit Gottes. J. Kentenich nennt Elemente des menschlichen Handelns, auf die er nicht verzichten möchte.

Zuerst ist darzustellen, was J. Kentenich unter dem Schlagwort von der „Entwerdung“[41] versteht, die notwendig sei, um sich zu rechter Kindlichkeit führen zu lassen. J. Kentenich versteht darunter den Willen des Menschen, sich von der Sünde und den Unvollkommenheiten seiner Existenz zu lösen, diese abzustreifen. Er sieht in
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der Sünde vor allem eine Störung des Verhältnisses zwischen Gott und Mensch. Sehr genau legt er dar, wie die schwere Sünde das „Kindessein“[42] und den „Kindessinn“[43] des Menschen abtöte, wohingegen die läßliche Sünde den Kindessinn schwäche. Sünde und Unvollkommenheiten sieht J. Kentenich als Unreife des Kindes, die es abzustreifen gelte durch das Mühen um „eine innige und wirksame Kindesliebe“[44] des Menschen zu Gott.[45]

M. Schapfel bringt das Anliegen J. Kentenichs auf den Punkt. Es gehe ihm darum, daß der Mensch durch das Bekenntnis seines Kleinseins seine eigene Person relativiert.[46] Er soll seine selbstgemachte Maske ablegen[47] und Gott als den Hauptspieler im Spiel des Lebens anerkennen.[48] Letztendlich darf das Motiv des menschlichen Tuns nicht Furcht vor Gott sein, sondern die Liebe zu ihm muß den Menschen zu ethischem Streben drängen. J. Kentenich weiß jedoch, daß bei vielen Menschen Gott noch als „Deus tremendae majestatis“[49], als furchtbarer und strafender Gott gedacht wird. Doch kann nur über einen Gott gesiegt werden, der die Liebe ist.[50]

Glauben und Vertrauen auf den Gott der barmherzigen Liebe heißt für J. Kentenich nicht, der Mensch solle tapfer sündigen und noch tapferer vertrauen, wie Luther es ironisch propagiert habe.[51] Von dieser Auffassung grenzt J. Kentenich sich scharf ab. Er lädt den Menschen ein, sich nicht in guten Werken, aber dann auch nicht in den Sünden wichtig zu nehmen,[52] denn er sieht das Handeln des Menschen im letzten von der Gnade Gottes getragen. Diese bereits getroffene Feststellung soll nun theologisch reflektiert werden, vor allem der Gesichtspunkt, daß auch der Sünder auf Gottes Erbarmen hoffen darf. In der Enzyklika „Dives in Misericordia“[53] vom 30. November 1980 betrachtet Papst Johannes Paul II. das Paschamysterium. Im Tod Christi, der das Übermaß göttlicher Gerechtigkeit verkörpere, die der Liebe entspringe, wird die Sünde des Menschen durch das Opfer des Gottmenschen Jesus Christus aufgewogen. Durch den stellvertretenden Tod Christi wird der Sünder somit gerechtfertigt – in der Erlösung offenbart sich das Erbarmen Gottes in seiner Vollendung. So sieht Johannes Paul II. im Glauben an den Gekreuzigten den Glauben an die Liebe und das Erbarmen Gottes, die
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größer als alle Übel der Welt seien.[54] Aufgrund dieses Vertrauens in Gott schreibt J. Kentenich dem Menschen ein „Geborgenheitsbewußtsein in Gott“[55] zu, weil Gott sich als guter Vater erweise. Gerade dann, wenn der Mensch sich als Sünder vor Gott stellt, wird der Sieg des Menschen über Gott möglich. M. Schapfel vergleicht die Situation mit einem Kind, das dem Vater berichtet, es habe etwas Böses getan. In dieser Lage könne ein guter Vater dem Kind seine ganze Liebe zeigen, in dem er ihm verzeiht. M. Schapfel führt als biblischen Beleg die Gleichnisse des 15. Kapitels im Lukasevangelium an.[56]

Johannes Paul II. verweist zusammenfassend auf die Radikalität der Liebe Gottes, die sich im österlichen Christus zeige. Er „ist die endgültige Inkarnation des Erbarmens, dessen lebendiges, heilsgeschichtliches und zugleich endzeitliches Zeichen“[57]. Im Vertrauen auf ihn und im hochherzigen Tun guter Werke sieht J. Kentenich den Weg, sich von der Angst vor der Sünde zu befreien. Gerade wer die Sünde meiden wolle, habe größte Probleme, nicht zu sündigen.[58] An anderer Stelle nennt J. Kentenich die Sünde eine „Freudenmörderin“[59] und zugleich eine „ganz tief sprudelnde Quelle der Freude“[60]. Die Sünde werde zur Freudenquelle, wenn der Mensch die Chance zur Umkehr nutzt und aus dem Übel durch Gottes Gnade Großes wachsen lasse. Allerdings solle dieses Verständnis den Menschen nicht dazu verleiten, bewußt zu sündigen, weil die Sünde eine Freudenquelle sei.[61]

So soll sich der Mensch auch nicht der Sünde rühmen, sondern der Schwäche, die in ihr zum Ausdruck komme. So werde für ihn die barmherzige Liebe Gottes erfahrbar.[62] A. Strada faßt J. Kentenichs theologischen Ansatz des Sündenverständnisses zusammen. „Mit seinem Beharren auf der Annahme unseres Kleinseins will er nicht die Bedeutung des Sündenbewußtseins leugnen, das für ein christliches Gewissen unverzichtbar ist, noch das Moralgesetz als Verhaltensnorm relativieren. Er möchte vielmehr beides in den einzig angemessenen Kontext einfügen: die Liebe.“[63] Damit steht die Theologie J. Kentenichs auf dem Boden zahlreicher biblischer Gleichnisse. Es geht Gott, wie das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner zeigt, mehr um die Reue nach der Sünde als um das ethisch gute Tun des Menschen, das im letzten doch nicht von
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Erfolg vor Gott gekrönt sein werde.[64] In der Reue des Zöllners sieht J. Kentenich dessen Annahme seines Kleinseins. Er will dazu anleiten, entgegen dem Verhalten des Pharisäers auf das „Anrecht auf Belohnung“[65] vor Gott zu verzichten und trotz guter Taten auf die Barmherzigkeit Gottes zu bauen.[66] „So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.“[67]

Es wird deutlich, daß J. Kentenich sich bewußt ist, daß derjenige, der viel leistet, nicht das höchste zu erstrebende Ideal des Menschen darstellt. Hier sei an die Schwestern Maria und Marta erinnert. Marta, die sich alle Mühe macht, Jesus zu dienen, muß von ihm hören, Maria habe den besseren Weg der Nachfolge gewählt.[68]

3.1.2.3. Die Würde des Menschen als Kind Gottes

Der über Gott siegende Mensch, das Kind vor dem barmherzigen Vater, hat eine von Gott geschenkte Würde. J. Kentenich grenzt das Bild des „erbärmlichen und des erbarmungswürdigen[69] Königskindes“[70] von der Sicht des Menschen, wie sie in der traditionellen Aszese vorherrschte, ab. Hier wurde allein der „Wurmcharakter unseres Seins“[71]betont; der Mensch sei ein Misthaufen, eine Düngergrube oder gar „ein glänzender Leichnam“[72]. Zwar gesteht J. Kentenich ein, daß all diese Attribute den Menschen treffend charakterisierten, doch dürfe diese Sicht des Menschen nicht überbetont werden, da sonst der Mensch in tiefgehende Freudlosigkeit verfalle. Aus ihr resultiere ein Trieb nach Ersatzbefriedigung. Desweiteren bewirke ein solches Bild vom Menschen ein lähmendes Gefühl in der Seele des Menschen. Daher fordert J. Kentenich mit F. v. Sales, nicht primär Gehorsam und Demut sollten Zentralmotive der Haltung des Menschen sein, sondern Liebe und Hochherzigkeit. Aus ihnen erwachse dann die gesunde Demut.[73] Die Liebe als Motiv für menschliches Handeln darf als Antwort des Menschen auf die Liebe Gottes betrachtet werden. Dieses Bewußtsein, Gottes Kind, Braut oder Freund zu sein – und eben nicht dessen Sklave oder Hund – verleihe dem Menschen ein „gottähnliches Lebensgefühl“[74] und „gottähnliche Lebenssicherheit“[75]
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So darf der Mensch seine erkannte und anerkannte Erbärmlichkeit nicht mit einem Gefühl von Minderwertigkeit verwechseln.[76] Gegen ein solches Minderwertigkeitsgefühl fordert J. Kentenich bereits 1937, der Mensch müsse seine Würde, nicht nur seine Armseligkeit erkennen. „Der heutige Mensch muß mit allen Mitteln eine persönliche Werterhöhung in und wegen Gott erleben.“[77] Zwar sei er kleiner als das Universum, doch als begnadeter Mensch sei er größer als es. Letzter Beweis für die Größe der Liebe Gottes, des Vaters, zum Menschen sei die Hingabe Christi am Kreuz.[78] J. Kentenich begründet die Würde des Menschen mit der Gleichheit zwischen Gott und Mensch, die keine vollendete Gleichheit sei, aber im Sinne einer Ähnlichkeit betrachtet werden könne.[79] Mit F. v. Sales sieht J. Kentenich den Menschen in der „Ökonomie der Gnade“[80], so wie Paulus es in Röm 5,20 verheißt: „[…] wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden“.

Diese Gedanken finden sich in anderem Zusammenhang in der Enzyklika „Dives in Misericordia“ von Johannes Paul II.. Mit Verweis auf Artikel 22 der Konzilskonstitution „Gaudium et spes“ stellt der Papst die Würde des Menschen in untrennbare Beziehung zu Gott.[81] Johannes Paul II. deutet Lk 15,11-32 als biblische Parabel, in der die Bedeutung der Würde des Menschen herausgestellt werde. Der Sohn habe, nachdem er allen Besitz verpraßt hatte, bemerkt, daß er auch seine Menschenwürde verloren habe. Der barmherzige Vater, in dem der treue Gott zu sehen ist, habe sie ihm jedoch wieder geschenkt. Dazu sei er durch die väterliche Liebe zum Sohn verpflichtet gewesen.[82]

Die Feststellung, Gott begründe die Würde des Menschen auch dadurch, daß er seinen gekreuzigten Sohn dem Erbarmen der Menschen anvertraue, ist ein weiterer Grund, dem Menschen höchste Würde zuzusprechen.[83] Allerdings findet sich dieser Gedanke der Enzyklika in der Klarheit nicht bei J. Kentenich. Dieser weist vielmehr auf die Christusgliedschaft des Menschen hin und spricht, angelehnt an Paulus in Gal 2,20, von der „Gestaltwerdung des Gottmenschen im Gotteskinde in hervorragender Weise“[84]. In
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Christus ist der Mensch das, wozu er von Gott im tiefsten berufen ist: Wahrhaft Kind Gottes.

3.1.2.4. Die Konsequenzen für das Menschenbild: katholischer Leichtsinn, Sorglosigkeit und große Gelockertheit

Im Abschnitt über das Tun des Menschen, das nicht so hoch zu werten ist wie das Handeln Gottes am Menschen, wurde bereits dargelegt, daß der entscheidende Part im Bundesverhältnis zwischen Mensch und Gott gar nicht vom Menschen übernommen werden kann. Allein diese Einsicht entlastet den Menschen und entbindet ihn des Gefühls von Verantwortung, die letztlich bei Gott liegt. So kann der Mensch auch in eine innere Freiheit hineinwachsen, wenn er aus seiner Erfahrung heraus lernt, daß „denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht“[85].

J. Kentenich nennt verschiedene Attribute des Menschen, der sich von Gott auf den Weg der Kindlichkeit führen läßt. Entscheidend sei die Haltung des Menschen, sich ganz in das „Ita, Pater“[86] Jesu hineinzuleben, denn diese Haltung Gott gegenüber löse alle Lebensrätsel. So müsse es die größte Sorge des kindlichen Menschen werden, „jede Sekunde endlos sorglos zu sein“[87]. J. Kentenich begründet diese Sorglosigkeit, die dem wagemutigen Ja des Menschen zu Gottes Willen entspringt, mit dem vorausgegangenen Ja Gottes zum Menschen, auf das dieser antwortet. J. Kentenich kennt für diese Lebensweise zudem den Ausdruck vom „ganz urwüchsigen katholischen Leichtsinn“[88]. H. King beschreibt, wie für den, der sich geliebt, geachtet und gewertet erlebt, „die Nähe Gottes, der alles sieht, nicht niederdrückend ist, sondern im Gegenteil, ihm erlaubt, leichtsinniger zu werden. Gott versteht ja den Menschen. Besser als der Mensch sich versteht.“[89]Der katholische Leichtsinn des Menschen hindert ihn dann auch daran, sich zu sehr um sein Leben zu sorgen, ganz im Sinne Jesu, der denjenigen, die ihr Leben zu gewinnen suchen, den Verlust des Lebens ankündigt.[90] Dem Menschen, der auf Gottes Vorsehung vertraut, wird von der Hl. Schrift Sicherheit verheißen. J. Kentenich verweist in diesem Zusammenhang auf Mt 10,29-31: „Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.“[91] Mit Verweis auf Jesus lädt J. Kentenich zur Sorglosigkeit ein.[92]
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Beschreibt J. Kentenich das Verhältnis zwischen Mensch und Gott als „Liebesspiel zwischen Vatergott und Vaterkind“[93], schreibt er diesem Emotion, Spontaneität und vor allem „Gelockertheit“[94] zu. Allerdings macht er auch darauf aufmerksam, daß die Spontaneität im Glaubensleben in Gefahr sei, überbetont zu werden.[95] Die Gelockertheit des Kindes im Umgang mit Gott kann J. Kentenich mit dem Wissen begründen, der Mensch sei wahrhaft ein „erbarmungswürdiges Königskind“[96].

Diese Einsicht J. Kentenichs in die Konsequenzen, die der Mensch aus seinem Sieg über Gott ziehen darf, ist ihm unter Umständen aus der Erfahrung der Gefangenschaft in Dachau erwachsen. Dort hat er nach der Entscheidung vom 20. Januar 1942, die die vollkommene Hingabe J. Kentenichs an den Willen Gottes darstellt, mit seiner ganzen Person erfahren, daß der liebende Vater für seine Kinder Sorge trägt – auch im Leid.

3.1.3. Zusammenfassung und Abgrenzung

Im Blick auf das Menschenbild in der Spiritualität der Kindlichkeit nach J. Kentenich hat sich gezeigt, daß Gott in allem die entscheidende Rolle spielt. Der Mensch hat die Aufgabe, das ihm von Gott Geschenkte anzunehmen. Darüber hinaus bleibt er auf seine Eigentätigkeit verwiesen, die in den Augen J. Kentenichs ebenso wichtig ist wie die Eigenwertigkeit des Menschen.[97]

Das bereits Dargelegte läßt schon jetzt die Behauptung zu, es gehe um eine schlichte, zugleich jedoch befreiende Botschaft für den Menschen: Wer auf Gott, den barmherzig liebenden Vater, vertraut, darf sorglos sein, darf in gewisser Weise leichtsinnig und locker leben. Doch gerade hier, im Zusammenhang mit Leichtsinn und Sorglosigkeit, ist noch deutlicher, als es bereits geschehen ist, auf die Abhängigkeit der Kindlichkeit von einer richtig verstandenen Demut hinzuweisen.

Es wurde bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, daß J. Kentenich Kindlichkeit und Ja-sagen parallelisiert.[98] Im Kontext der Aufforderung J. Kentenichs an den Menschen, er solle den Willen Gottes bejahen, verlangt er das Mühen des Menschen um Wagemut als innere Haltung. Dieser Wagemut bestehe darin, „daß wir es fertigbringen, auf ein Minimum von natürlicher Erkenntnis und auf einen geringen Grad hell-dunkler Glaubenserkenntnis hin ein Maximum von Liebe und Demut aufzubringen“[99]. Um diese Liebe und Demut leben zu können, nennt J. Kentenich für den Menschen zwei
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Bedingungen, die notwendig erfüllt sein müßten: es bedürfe der Gnade Gottes und der Einsicht des Menschen mit seinem Willen in die Pläne Gottes. Zudem weist J. Kentenich darauf hin, daß die Liebe vor allem den Kleinen und Demütigen möglich sei. Jedoch warnt J. Kentenich vor falsch verstandener Demut.[100] „Sie glauben gar nicht, wieviel verkehrte Auffassungen von Demut wir gegenwärtig im katholischen Lager haben; Sie glauben gar nicht, wie krankhafte Menschen wir im katholischen Lager erziehen – alles unter der Flagge der Demut!“[101]

So gilt es, hier kurz J. Kentenichs Ansatz zur Demutserziehung darzustellen. Damit soll das Menschenbild gegen das Mißverständnis abgegrenzt werden, der kindliche und demütige Mensch sei vor Gott und den Menschen ein gebeugter Mensch, ein „Duckmäuser“.[102] In einem Vortrag während der Pädagogischen Tagung 1950, deren bearbeitete Nachschrift vorliegt,[103] zitiert J. Kentenich die Definition der Demut des Hl. Bernhard v. Clairveaux. „Die Demut ist die sittliche Tugend, durch die der Mensch – aufgrund einer überaus wahren Selbsterkenntnis – sich selbst gering schätzt.“[104] Diese Auffassung ergänzt J. Kentenich und akzentuiert sie somit entscheidend um: „Demut ist die Tugend, die uns fähig und geneigt macht, aufgrund einer überaus klaren und wahren Selbst- und Gotteserkenntnis uns – getrennt von Gott – gering, in Verbundenheit mit Gott aber überaus groß und hoch zu schätzen.“[105] Damit verknüpft J. Kentenich die Demut untrennbar mit der Liebe zu Gott und der aus ihr resultierenden Verbindung des Menschen mit Gott. Desweiteren betont J. Kentenich das Selbstwertgefühl des Menschen. Scharf wendet er sich gegen die Demutserziehung im Sinne einer „Minderwertigkeitspädagogik“[106], in der er, ebenso wie in der „Selbstherrlichkeitspädagogik“[107], das genaue Gegenteil gesunder Demutspädagogik sieht.[108] Demutserziehung soll nicht dadurch geschehen, daß der Mensch lediglich lernt, um seine Fehler zu wissen, sondern dadurch, daß er große Ziele sieht. Demutspädagogik ist ein Aspekt der „Idealpädagogik“[109].
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Letztlich aber ist die Liebe zu Gott und den Menschen der Rahmen, in dem Demutserziehung erst möglich ist. Sie führt den Menschen zur Annahme seines Kleinseins, die ihn in die Arme des barmherzig liebenden Vaters führt. Alles über den Menschen Gesagte gipfelt in dem bereits bekannten Satz: „Erkannte und anerkannte Armseligkeit des Menschen gegenüber Gott bedeutet Ohnmacht Gottes und Allmacht des Menschen“[110]. Das ist das neue Menschenbild, das J. Kentenich zu verkündigen suchte.


[1] Kentenich, Kindsein vor Gott, 289.

[2] Vgl. ebd., 293.

[3] Vgl. Kentenich, Sendung, 90 und Kentenich, Exerzitien 1966, 51.
Diese Aussage wird im nächsten Abschnitt vertieft. Vgl. hierzu 3.1.2.2. Gott Freude bereiten durch gute Werke, diese aber nicht bewerten, S. 56.

[4] Vgl. Kentenich, Lebensfreude, 257.

[5] Vgl. Kentenich, Sendung, 91 und Kentenich, Rom, 1f.

[6] Vgl. Kentenich, Fulda, 61 und Kentenich, Exerzitien 1966, 49f.

[7] Kentenich, Kindsein vor Gott, 59. Vgl. zudem Kentenich, Lebensfreude, 383 und Kentenich, Fulda, 59f.

[8] Vgl. Kentenich, Exerzitien 1966, 48-54.

[9] Kentenich, Weihnachtstagung 1967, 9.

[10] Kentenich, Exerzitien 1967, 4.

[11] Vgl. Kentenich, Exerzitien 1967, 4-6.
Im weiteren Verlauf der Arbeit wird das Gottesbild noch weiter ausgefaltet. Vgl. hierzu vor allem 3.2.2. Die Motive göttlichen Handelns, S. 68.
Desweiteren wurde bereits auf das Vorbild der Gottesmutter hingewiesen, die so sehr aus dem Glauben heraus lebte, daß sie den „Todessprung für Verstand, Wille und Herz“ (Junglas, Victoria-Patris-Strömung, 25) wagen konnte. W. Müller nennt diese Vertrauenshaltung Mariens „Ancilla-Haltung“ (Müller, Victoria-Patris-Strömung, 6).
An anderer Stelle führt J. Kentenich den Patriarchen Jakob als Beispiel für dieses vollkommene Vertrauen auf Gott an. (Vgl. Kentenich, Oktoberbrief 1949, 23f.).

[12] Schapfel, Victoria Patris, 9.

[13] Kentenich, Lebensfreude, 382.

[14] Ebd. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[15] Ebd.

[16] Vgl. ebd., 382f., Kentenich, Exerzitien 1966, 184f. und Kentenich, Kindsein vor Gott, 284-289.

[17] Vgl. Mt 20,1-16.

[18] Im Zusammenhang mit der Darstellung der Motive göttlichen Handelns, unter denen die Liebe als Hauptbeweggrund Gottes herausragt, wird die Rezeption des Gleichnisses in der zeitgenössischen Literatur ausführlicher dargestellt. Vgl. S. 70f.

[19] Kentenich, Kindsein vor Gott, 293. Das Zitat lautet im Original „gütes“.

[20] Dtn 32,10.

[21] Kentenich, Kindsein vor Gott, 300.

[22] Vgl. ebd., 293-303.

[23] Vgl. ebd., 303-328.

[24] Vgl. Kentenich, Exerzitien 1966, 176.

[25] Vgl. ebd., 175-177 und Kentenich, Fulda, 50f.

[26] Vgl. Kentenich, Kindsein vor Gott, 131f., Anm. 1.

[27] Kentenich, Lebensfreude, 378.

[28] Vgl. ebd., 378-385 und 3.2.2. Die Motive göttlichen Handelns, S. 68.

[29] Vgl. Kentenich, Lebensfreude, 241. Dort übersetzt J. Kentenich, „Denen, die Gott lieben, gereichen alle Dinge zum besten“.

[30] Kentenich, Victoria Patris 1, 53.

[31] Vgl. Kentenich, Fulda, 60.

[32] Vgl. 3.1.2.4. Die Konsequenzen für das Menschenbild: katholischer Leichtsinn, Sorglosigkeit und große Gelockertheit, S. 62f.

[33] Kentenich, Exerzitien 1967, 120.
Vgl. zudem: ebd., 6; Kentenich, Exerzitien 1966, 182-85; Müller, Victoria-Patris-Strömung, 6 und Kentenich, Sendung, 90.

[34] Vgl. Kentenich, Rom, 2.

[35] Vgl. Kentenich, Victoria Patris 2, 78. Dort zitiert J. Kentenich Thomas v. Aquin: „Deus operatur per causas secundas liberas“.

[36] Vgl. ebd., 79.

[37] Vgl. Kraus, Georg: „Gnadensysteme“, in: Beinert, Wolfgang (Hg.): Lexikon der katholischen Dogmatik [Hrsg. für d. Ausg. in d. DDR Lothar Ullrich.], Leipzig 11989, 212-214, 212f.
Künftig zitiert: Kraus, Gnadensysteme.

[38] Vgl. Kentenich, Victoria Patris 2, 79f. und Kentenich, Frömmigkeit, 150.

[39] Vgl. Kraus, Gnadensysteme, 212.

[40] Kentenich, Exerzitien 1967, 6.

[41] Kentenich, Kindsein vor Gott, 205.

[42] Ebd., 209.

[43] Ebd.

[44] Ebd., 220.

[45] Vgl. ebd., 205-226.

[46] Vgl. Schapfel, Victoria Patris, 12.

[47] Vgl. Kentenich, Fulda, 60.

[48] Vgl. Kentenich, Exerzitien 1967, 7f.

[49] Kentenich, Lebensfreude, 238.

[50] Vgl. ebd., 232-239.

[51] Vgl. Kentenich, Fulda, 60 und Kentenich, Exerzitien 1967, 120.

[52] Vgl. Kentenich, Fulda, 60.

[53] Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Enzyklika Dives in Misericordia von Papst Johannes Paul II., 30.11.1980, Bonn 1980.
Künftig zitiert: Dives in Misericordia. Da die einzelnen Abschnitte der Enzyklika sehr lang sind, wird sie künftig mit der Nummer des Abschnitts und der Seitenzahl der verwendeten Ausgabe zitiert.

[54] Vgl. ebd. 7, 23-26.

[55] Kentenich, Lebensfreude, 285.

[56] Vgl. Schapfel, Victoria Patris, 6-8.

[57] Dives in Misericordia 8, 29.

[58] Vgl. Kentenich, Kindsein vor Gott, 433-435.

[59] Kentenich, Lebensfreude, 196. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[60] Ebd., 197. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt

[61] Vgl. ebd., 195-198.

[62] Vgl. Kentenich, Fulda, 61 und Strada, Angel: Menschliche Väterlichkeit, in: Regnum 29 (1995), 8-19, 14.

[63] Ebd. 15.

[64] Vgl. Lk 18,9-14.

[65] Kentenich, Kindsein vor Gott, 285.

[66] Auf die mit dieser Sicht verbunden Akzentverschiebungen im Gottesbild wird an anderer Stelle hinzuweisen sein. Vgl. 3.2.2. Die Motive göttlichen Handelns, S. 68 – 74.

[67] Lk 17,10.

[68] Vgl. Lk 10,38-42.

[69] Das Original lautet „erbarmungsüwrdigen“.

[70] Kentenich, Exerzitien 1967, 4.

[71] Ebd.

[72] Kentenich, Lebensfreude, 81.

[73] Vgl. ebd., 79-84.
Die Demut des Menschen wird noch Gegenstand der Betrachtung sein.
Vgl. 3.1.3. Zusammenfassung und Abgrenzung, S. 63.

[74] Kentenich, Lebensfreude, 279. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[75] Ebd. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[76] Vgl. ebd., 383.

[77] Kentenich, Kindsein vor Gott, 301. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[78] Vgl. ebd., 300f.

[79] Vgl. Kentenich, Lebensfreude, 355 und 378.

[80] Ebd., 364. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[81] Vgl. Dives in Misericordia 1, 4.
In seinem Vortrag auf der Oktoberwoche 1979 setzt sich F. Waldraff ausführlich mit der Enzyklika „Redemptor hominis“ von Johannes Paul II. auseinander, die sich ausdrücklich mit der Würde des Menschen befaßt. Vgl. hierzu Waldraff, Franz: Schicksalsfrage heute: Würde und Hochbild des Menschen, in: Oktoberwoche 1979, als Manuskript für die Schönstattfamilie herausgegeben von der Zentrale der Schönstattbewegung, o.O.u.J., 115-130.

[82] Vgl. Dives in Misericordia 5f., 17-20.

[83] Vgl. ebd. 8, 28.

[84] Kentenich, Kindsein vor Gott, 406.

[85] Schapfel, Victoria Patris, 14. Hier zitiert Schapfel die Formulierung, mit der J. Kentenich Röm 8,28 wiedergibt.

[86] Kentenich, Kindsein vor Gott, 178.

[87] Ebd., 178f. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[88] Ebd., 311. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[89] King, Bundesspiritualität, 210f.

[90] Vgl. Mt 10,39.

[91] Vgl. Kentenich, Exerzitien 1967, 100.

[92] Vgl. ebd., 102 und Mt 6,31.

[93] Kentenich, Frömmigkeit, 150. „Liebesspiel“ ist im Original kursiv gedruckt.

[94] Ebd.

[95] Vgl. ebd., 150f. und Kentenich, Fulda, 47.
Beide Texte weisen bezüglich Inhalt und Aufbau beachtliche Parallelen auf. Wahrscheinlich sind sie voneinander abhängig.

[96] Kentenich, Kindsein vor Gott, 286, Anm. 3.

[97] Vgl. King, Bundesspiritualität, 210.

[98] Vgl. S. 52, Anm. 278.

[99] Kentenich, Kindsein vor Gott, 304. Das Zitat ist im Original kursiv gedruckt.

[100] Vgl. ebd., 304-309; Kentenich, Lebensfreude 307f. und 379f.

[101] Kentenich, Kindsein vor Gott, 308. Zur Gefahr durch die falsch verstandene Demut vgl. Kentenich, Lebensfreude, 68-85.

[102] Vgl. hierzu 3.1.2.3. Die Würde des Menschen als Kind Gottes, S. 60.

[103] Kentenich, Josef: Grundriß einer neuzeitlichen Pädagogik für den katholischen Erzieher, Vallendar-Schönstatt 1971.
Künftig zitiert: Kentenich, Grundriß.

[104] Ebd., 172.

[105] Ebd.

[106] Ebd., 156.

[107] Ebd.

[108] Vgl. ebd. und: „Worum dreht es sich also bei der Demut? Um die rechte Selbstbewertung.“ (ebd., 172).

[109] Ebd., 156.
Idealpädagogik bezeichnet, sehr verkürzt gesagt, die Erziehung, die dem Menschen Ziele vor Augen stellt, die der im Glauben angenommene Ausdruck des Willens Gottes für den einzelnen sind. Es sei auf die Ausführungen zum Vorsehungsglauben und zu „Sendung“ verwiesen. Eine ausführliche Darstellung bietet: Kentenich, Grundriß, 151 -169.

[110] Kentenich, Kindsein vor Gott, 59.

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