I) Grundaspekte dieser Arbeit

I) Grundaspekte dieser Arbeit

1) Der Gedanke der Einwohnung im Leben der Schönstatt-Bewegung

Läßt man die Arbeit der Schönstatt-Bewegung der letzten Jahre auf sich wirken, fällt auf, daß seit drei, vier Jahren in allen Gliederungen[1] der Bewegung teilweise unabhängig von­einander, das „menschliche Herz als Wohnung des dreifaltigen Gottes“[2] entdeckt wurde und seitdem die Arbeit durchzieht. Gott ist es, der in uns lebt und in und durch uns wirkt: das ist die durchgängige Erfahrung vieler Menschen. Dabei entdecken sie ihre Würde neu, weil sie Gott so wertvoll sind, daß er in ihnen wohnt.
Das schenkt ihnen Kraft und Mut, ihren Glauben im Alltag zu leben. Es ist für sie eine Hilfe, in ihrem Alltag Gott zu entdecken und ihm zu begegnen in sich und anderen Men­schen. Es entsteht eine neue spürbare Freude am Glauben und an anderen Menschen. Es öffnet ihnen die Augen für das Schöne, Große, Einmalige im anderen wie bei sich selbst und motiviert sie, andere dies spüren zu lassen und so apostolisch zu werden. Sie wollen für ihre Mitmenschen zum Raum der Gottesbegegnung werden. Gott wird hier immer mehr der Mittelpunkt des Lebens, um den sich alles dreht.
Am besten läßt sich das an den Leitsätzen ablesen, die jede Gliederung der Bewegung für ihre Jahresarbeit formuliert. Im folgenden sollen nur einige angeführt werden:
1994 sagte die Schönstatt-Mädchenjugend: „DU in MIR – Aufbruch ins neue Land“ und entdeckte damit, daß Gott jeder von ihnen ganz nahe und in jedem Moment da ist. 1995 stand das Motto: „Weil du es bist!“ über der Arbeit. Mädchen und junge Frauen wurden sich ihres Wertes und ihrer Würde bewußt. Sie möchten andere Menschen diese spüren las­sen, indem ihr Verhalten und ihre Zuwendung zu anderen dieses „Weil du es bist!“, das Gott zu jedem Menschen sagt, zum Ausdruck bringt. In ihnen wächst der Wunsch Gott immer mehr zu begegnen. Sie nehmen sich täglich 10 Minuten Zeit zur Begegnung mit dem Gott, der in ihnen wohnt und sagen damit zu ihm: „Weil du es bist!“.
Die Schönstatt-Familien drücken diese Erfahrung mit dem Satz aus: „Du bist mir wich­tig!“, der im Jahr 1995 und 1996 ihre Arbeit prägte. Sie möchten Menschen werden, von denen dieses Klima ausgeht, damit andere spüren: „Du bist mir wichtig!“.
Die männliche Schönstatt-Jugend sagte 1996: „Gott in Dir und mir ERlebt.“ Dadurch, daß Christus im Menschen lebt, macht er sich erlebbar. Das Leben mit ihm wird zum Erlebnis, das zum Wachstum in die Tiefe führt. 1997 ziehen sie die Konsequenzen daraus: „ERlebt – jetzt gilt`s!“. Sie spüren ähnlich wie die weibliche Jugend in diesem Jahr, die sagt: „Mit Dir auf´s Ganze!“, daß der ihnen einwohnende Gott sie in allen Herausforderungen des (säkularisierten) Alltags trägt. In ihnen wächst die Sehnsucht ihr ganzes Leben aus dieser Wirklichkeit zu gestalten und auf´s Ganze zu gehen.
Der Gedanke des Gottes, der im Menschen wohnt, hat neues Leben geweckt. Es ist eine Strömung entstanden, die im folgenden etwas genauer untersucht werden soll.

2) Reflexion

Es geht bei der Einwohnung, für die sich in der Schönstatt-Bewegung der Begriff „Her-zensheiligtum“ herausgebildet hat, nicht zunächst um eine Idee, eine Lehre, eine Form oder einen Brauch. Sie hat ihren Sitz im Leben: „Nicht ein Programm oder eine Lehre stand am Anfang. Hier wuchs religiöses Leben schöpferisch auf urwüchsige Art.“[3] Eine Strömung ist gewachsen und hat sich durchgesetzt.

a) Strömungen und ihre Bedeutung

Es geht hier um geistige Strömungen, d.h. um Lebensaufbrüche, von denen viele Menschen erfaßt werden. Strömungen sind eine Art, wie moderne Gesellschaften, die nicht mehr von einer festen Tradition geleitet werden, bewegungsmäßig- prozeßhaft beeinflußt und gesteu­ert werden. In ihr zeigt sich der „Atem der Zeit“, wie King es ausdrückt. Er vergleicht die menschliche Atmung mit den gesellschaftlichen und religiösen Strömungen: „So wie ein Mensch durch das Atmen sich als lebend erweist, so erweist sich die Zeit als lebend da­durch, daß sie in ihren Strömungen atmet.“[4]Strömungen sind also durch Vitalität gekenn­zeichnet und dadurch daß sie eine besondere Aktualität haben: sie greifen etwas auf, was vielen Menschen in dieser Zeit wertvoll ist, wofür Sensibilität vorhanden ist. Typisch für eine Strömung ist, daß eine Idee oder ein Anliegen zu einem gemeinsamen, aber auch zu ei­nem persönlichen Wert wird und das Leben zu gestalten beginnt. Im religiösen Bereich ist die Arbeit mit Strömungen eine große Chance, „um das Ganze, etwa der Glaubenswelt, zu aktualisieren und lebendig zu erhalten im Sinne von Strukturalisierung als Neueinholung, Steigerung und Verdichtung.“[5] Aus diesem Grund war P. Kentenich die Arbeit mit Strö­mungen und Zeitenstimmen ein wichtiges Anliegen. Sie hatte für ihn das konkrete Ziel, Wege zu finden in eine neue Gestalt von Kirche und Welt. Im Hintergrund steht hier die Auffassung, daß Offenbarung nicht nur in der Tradition ihren Platz hatte, sondern Gott auch heute durch die Zeit „spricht“.[6] Der Wahlspruch „Vox temporis vox Dei!“ von Kardinal Faulhaber wurde für Kentenich zu einem wichtigen Motto seiner Arbeit.[7] Das II. Vatikanische Konzil formuliert daraus die Forderung, daß es Pflicht der Kirche ist, immer nach den Zeichen der Zeit zu fragen und sie mithilfe des Evangeliums zu deuten. Denn nur so kann die Pastoral den heutigen Menschen angemessen sein (vgl. GS 4). Für Kentenich war das Fragen nach den Zeichen der Zeit die Grundlage seiner Arbeit und seines Erkennt-nisweges.

b) Die „Arbeitsweise“ J. Kentenichs

Kentenich geht bei der Gründung und Ausfaltung seiner Bewegung einen Weg, der von der Erfahrung ausgeht. Ihm war „Fühlungnahme mit dem `Leben´“[8] das wichtigste „Studi-um“, für das er einen großen Teil seiner Zeit verwendete.[9] Sie war der Ansatzpunkt seines originellen Erkenntnismodells[10]: Beobachten – Vergleichen – Straffen – Anwenden.[11]
Die Sehnsüchte und Bedürfnisse der Menschen kennen zu lernen ist wichtig, um wirklich den heutigen Menschen in seinen Fragen und Anliegen ansprechen zu können. Hierfür ist es notwendig konkret zu beobachten.[12] Es geht um ein Achten auf Lebensregungen vornehm­lich im Seelischen und im Zeitgeschichtlichen. Im Beobachten liegt eine mehr psychologi­sche Betrachtungsweise der Wirklichkeit vor.
Das Vergleichen ist eher dem philosophischen Bereich zuzuordnen. Es meint, die Beobach­tungen zu erweitern und zu verifizieren durch andersgeartete Beobachtungen und Beispiele aus Wissenschaft, Geschichte, Literatur, usw. Diese können helfen, dem Sinn und der tieferliegenden Sehnsucht, die sich in dem Lebensvorgang ausdrückt, den man beobachtet hat, auf die Spur zu kommen.
Der Vorgang des Straffens bedeutet ein metaphysisches Zurückführen der Beobachtungen und Vergleiche auf göttliche Imperative. Man fragt sich, welche Wahrheit einem aus den vorherigen Schritten entgegenkommt und welcher Wert in ihr steckt. Für diesen wird dann versucht eine neue Formulierung zu finden, die einprägsam und motivierend Wert und Wahrheit darstellt. So kommt es zu einer Neuformulierung der Wahrheiten des Christen­tums. Falls die Wortprägung geglückt ist, berührt sie vorhandene Lebensbedürfnisse und Sehnsüchte des heutigen Menschen. So kann ein Wort entstehen, das heilt, das hilft, das weckt, das Kraft gibt, das bewegt. Daher erklären sich auch die vielen eigensprachlichen Wortprägungen innerhalb der Schönstatt-Bewegung, die im Lauf der Jahre entstanden sind.[13] So hat sich mit der Zeit für die dogmatische Wahrheit der Einwohnung der Begriff „Herzensheiligtum“ durchgesetzt.
Das Anwenden meint schließlich die pädagogische Umsetzung der erkannten Wahrheit ins Leben.

c) Das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis

Anhand dieses Modells läßt sich bereits erkennen, daß Kentenich kein theologischer Fach-wissenschaftler ist.[14] Er wollte „Verbindungsoffizier“[15] zwischen Wissenschaft und Leben sein. Daher sind die Vorträge Kentenichs nie rein dogmatische oder systematische Abhand-lungen, sondern immer eine praktische Anwendung.[16] Er geht dabei stark auf seine Zuhörer ein und das, was ihm von ihnen entgegenkommt. Das erschwert eine wissenschaftliche Auf-arbeitung, da verschiedene Aussagen erst zusammengesucht und aus ihrem Kontext gelöst werden müssen, um ein aussagekräftiges Ganzes zu erhalten. So sagen auch viele Beleg-stellen, die in dieser Arbeit angegeben werden, für sich allein nur wenig aus; erst im Zusammenhang mit anderen, als kleiner Stein in einem Mosaik gesehen, werden sie aussagekräftig.
Die schönstättische Spiritualität hat er aber nicht einfach aus der Dogmatik und anderen Wissenschaften deduziert. Sie hat sich im Leben entwickelt. Die originell entstandene Ge­stalt hat sich oft als Verwirklichung, als „Anwendung“ von objektiv vorgegebenen Wahr­heiten erwiesen.[17]Er geht also nicht von der Wissenschaft zur Praxis, sondern er versucht den Lebensvorgang, den er betreut, zu verstehen. Vautier bezeichnet dies als „Erfahrungs-theologie“.[18] „Ihn beschäftigt sowohl die formale Wahrheit, wie die, vor allen Dingen, er-zieherische Lebensgestaltung. Aus dem vitalen Hinüber-Herüber entstand die Spiritualität Schönstatts“.[19] Meiner Ansicht nach liegt hier ein wichtiger Beitrag J. Kentenichs für die heutige Theologie, denn was „er an Erkenntnissen formuliert und weitergibt, ist rückgebun-den an seine eigene Erfahrung und durch seine seelsorgerlich-pädagogische Tätigkeit an der Praxis verifiziert.“[20].
In der Theologie wird oft beklagt, daß sich Wissenschaft und Praxis auseinanderentwickelt haben. Theologische Aussagen haben meist abstrakten, überzeitlichen Charakter, deren Anwendung auf das Heute den „Praktikern“ überlassen wird.[21] Immer noch liegt in vielen Bereichen der Theologie eine ideologische Abwertung der Praxis gegenüber der Theorie vor und die Praxis wird reduziert auf technisch erlernbare Tätigkeiten. „Der reziproke Vor-gang, in dem die bestehende Praxis sich auf die ganze Theologie auswirkt und an diese An-sprüche stellt wird nicht als Prozeß theologischer Reflektion (an)erkannt.“[22] So gibt es v.a. in der Praktischen Theologie immer wieder Forderungen nach einer neuen Definition des Praxisbegriffs und einem wirklichen „Dialog“ zwischen Praxis und Theorie. Theorie, die „Theorie für den Menschen“[23] sein will, muß sich an der bestehenden Praxis orientieren und die Praxis muß sich durch die Theorie kritisch anfragen und verifizieren lassen.

3) Aufbau dieser Arbeit

In der Erfahrung mit dem Herzensheiligtum ist ein Lebensvorgang geworden, der die Einwohnung Gottes im Menschen aktualisiert und verdeutlicht.
Im folgenden möchte ich als erstes die Wurzeln der Einwohnung im biblischen wie im dog-matischen Bereich aufzeigen, um dann drei inhaltliche Aspekte näher zu beleuchten, die in der schönstättischen „Herzensheiligtumsströmung“ hervortreten.
Das Spezifikum Kentenichs ist wohl, alles in Verbindung mit Maria zu sehen. So hat auch das Herzensheiligtum eine marianische Dimension, die in der Erfahrung der Menschen eine wichtige Bedeutung hat. Maria selbst wird als Heiligtum gesehen: als ein Mensch, der ganz offen war für Gott und für Göttliches, als „Christusträgerin“. (II/4)
Im Inneren des Menschen nimmt Gott Wohnung. Gottes Wohnort, der „Himmel“, ist daher auch im Menschen zu finden.(II/5) Insgesamt liegt eine deutlichen Akzentverschiebung im Gottesbild vor: Gott begegnet uns als der Nahe, als der, der in unserem Innersten ist. Die Immanenz Gottes wird hervorgehoben.(II/6)
In den beiden folgenden Kapiteln soll der Begriff „Herzensheiligtum“ und seine Bedeutung näher untersucht werden. Der Begriff meint „das menschliche Herz als Wohnung des drei­faltigen Gottes“. Herz steht hier als Synonym für das Zentrum des Menschen (III/1), in dessen Tiefe der Geist Gottes anwesend ist und uns heil machen will. (III/2)
Im Hintergrund dieses Begriffs Herzensheiligtum steht die Erfahrung mit dem Schönstatt-Heiligtum, die hier nun bildhaft auf den Menschen übertragen wird. Das Heiligtum, das in der Spiritualität der Schönstatt-Bewegung eine wichtige Bedeutung hat, hat in einem lan­gen Prozeß verschiedene Dimensionen entfaltet, dessen End- und Höhepunkt das Herzens­heiligtum ist. (IV)
Im letzten Hauptteil steht die Umsetzung ins Leben, d.h. konkret in die verschiedenen Le­bensbereiche, im Vordergrund. Das Leben aus der Einwohnung hat Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl des Menschen und auf den Umgang mit sich selbst (V/1). Ein Mensch, der sich bewußt ist, daß Gott in ihm anwesend ist, erkennt, daß auch andere Menschen Träger Gottes sind. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich ein neuer Stil des Umgangs unterein­ander (V/2). In der Begegnung mit Menschen kann sich Gottesbegegnung vollziehen; Gott will durch Menschen sprechen und wirken in dieser Zeit. Hier liegt eine neue Form des Apostolats vor (V/3). Ein Glaubender, der aus der Einwohnung lebt, hat einen „Kompaß“ in sich. Gott in ihm wird zur Quelle seines persönlichen Lebensstils (V/4). Es entsteht eine ganz eigene Spiritualität, die lebenstragend und lebensformend wird (V/5).


[1] Zur Struktur des Schönstattwerkes und den einzelnen Gliederungen siehe: H.M. Hug/ J. Schmiedl: Schönstatt, Struktur. In: Schönstatt- Lexikon (SST-Lex), 350-353.

[2] Kentenich: Grußwort zur Weihe der Anbetungskirche in Schönstatt, 09.06.1968. Zit. nach: Texte über das Herzensheiligtum, 124.

[3] King: Herzensheiligtum. In: SST-Lex, 155-161, hier 156.

[4] King: Neues Bewußtsein, 49.

[5] Penners: Eine Pädagogik des Katholischen, 123.

[6] Vautier beschreibt die Sicht Kentenichs folgendermaßen: „P. Kentenich bestimmt das Christentum als »Leben«, als »Einbruch des göttlichen Lebens in der Person Christi in das Irdische, in das Zeitliche« (J.K.)… Das Leben, das Christus mitteilen will, entfaltet sich geschichtlich, stückweise, wir finden die volle Entfaltung nicht etwa schon im Urchristentum. Für die Fragestellung nach der Offenbarung heißt das: »Das Christentum ist primär Lebens-, nicht Wahrheitsoffenbarung.«“ Vautier: Maria, die Erzieherin, 46f.

[7] Vgl. Strada: Zeitenstimmen. In: SST-Lex, 438-442, hier 438.

[8] Vgl. Penners: Eine Pädagogik des Katholischen, 136.

[9] Vgl die Aussage Kentenichs: „Wie häufig kam es vor, daß man mir nach den großen Kursen bewundernd Komplimente machte ob meiner ausgedehnten Literaturkenntisse, ob meiner Treffsicherheit in der Analyse von Seele und Zeit und ob metaphysischer Straffung aller Ideen auf letzte Prinzipien und ob ihrer Anwendung auf das praktische Leben… Gelesen habe ich zweifellos viel…unheimlich viel sogar, mehr jedenfalls als die meisten Zeitgenossen…Aber nicht aus Büchern  gewöhnlicher Art, das geschah tatsächlich ganz, ganz selten, sondern meist fast ausschließlich in und aus Seelen (…), sowie aus dem Buche des Zeitgeschehens. Auch gehört habe ich ungemein viel. Es handelt sich überall letzten Endes um Gottes Stimme… Überall durfte ich aus meinen ´Büchern´ die zartesten und feinsten, aber auch die kraftvollsten und leidenschaftlichsten Regungen des menschlichen Herzens – ob es sich dabei um Männer- und Frauen-, oder um Priester- oder Laienseelen handelte – erlauschen und Menschengeist von Gottesgeist, Menschenwort von Gotteswort unterscheiden lernen. Das doppelte Lese- und Lernbuch war allezeit unerschöpflich und unübertrefflich reich an wertvollstem Inhalt. Und weil durchweg führende Exponenten moderner geistiger Strömungen, die sich im deutschen Raum stießen, sich einfanden, war ich allezeit aus unmittelbar letzter Quelle über den Atem unterrichtet, der durch die Zeit hindurch vibrierte und über dessen Niederschlag in der Fachliteratur orientiert, ohne die üblichen Bücher zu Hand nehmen zu müssen. So war ich allezeit für meine Kurse vorbereitet.“ Kentenich: Apologia, nicht ediert, 98. Zit. nach: ebd., 169f.

[10] Das Modell liegt in seinen Ansätzen auch dieser Arbeit zugrunde.

[11] Zum folgenden Abschnitt vgl. ebd., 142f.

[12] Laut Kentenich wird in unserer Pastoral viel zu wenig beobachtet. Er sieht hierin die Ursache dafür, daß die Verkündigung oft ohne Einfluß bleibt und am Leben vorbeigeht. Er beklagt, daß immer öfter Leute „pastoriert“ werden, die nicht mehr existieren.

[13] Vgl. folgende Aussagen Kentenichs bzgl. der Begriffsbildung:
„ Die Form wird bestimmt durch den Charakter der Bewegung als Lebens- und Erziehungsbewegung und durch den Charakter des jeweiligen Zeitgeistes. Und eine Zeit der ideellen, lokalen und personalen Wurzel- und Heimatlosigkeit muß wohl in ihren schöpferischen sprachlichen Neuformungen antworten durch klare, zündende und ständig sich wiederholende wesentliche Kern- und Leitgedanken und durch sprachliche organische Ganzheitsgebilde.“ Kentenich: Texte zum Verständnis Schönstatts, 27.

[14] Wobei Kentenich durchaus ein „wissenschaftliches Anliegen“ hatte, wie Unkel es formulierte und die wissenschaftliche Aufarbeitung seiner Gedankenwelt forderte. Vgl. zum Verhältnis Kentenichs zur Wissenschaft: Unkel: Praxis und Theorie des Vorsehungsglaubens I, 18-21.

[15] „… für uns ging es immer darum, die ganze Dogmatik zu verwirklichen. … Offiziere wollten wir sein, Verbindungsoffiziere zwischen Wissenschaft und Leben. Zwischen Wissenschaft, in der Hauptsache theologischer Wissenschaft, aber darüber hinaus, weil das religiöse Leben ja auch den ganzen Menschen erfassen soll, Verbindungsoffiziere zwischen Psychologie, Soziologie, Philosophie und Leben;“ J. Kentenich: Priesterexerzitien 1967. Zit. nach: King: Marianische Bundesspiritualität, 224.
Dies war auch sein Anspruch an die von ihm gegründete Bewegung:
„Wir wollten nie eine dogmatische, philosophische oder psychologische Bewegung sein, sondern nur Verbindungsoffizier zwischen Wissenschaft und Leben. Unsere Aszese und Pädagogik sollten angewandte Dogmatik, Philosophie und Psychologie sein. Die gesicherten wissenschaftlichen Resultate, einerlei von welcher Seite sie kommen, sollten in unseren Reihen Gestalt und Form annehmen.“ Kentenich: Brief zum 18.10.1948, 39. Zit. nach: Vautier, Maria, die Erzieherin, 233 Anm. 230.

[16] Meist sind es außerdem Mitschriften, bzw. Tonbandmitschnitte von Vorträgen oder Predigten, deren Authentizität unterschiedlicher Höhe ist. Vgl. hierzu die Einteilung bei Vautier: ebd., 324-347. Vgl. auch zur Quellenlage und der Eigenart der Texte Kentenichs: ebd., 19-24.

[17] Vgl. King: Marianische Bundesspiritualität, 224 Anm. 90.

[18] Vgl. Vautier: Maria, die Erzieherin, 46.

[19] Penners: Eine Pädagogik des Katholischen, 284. Vgl hier auch die abgedruckte Skizze für den beschriebenen Vorgang.

[20] Unkel: Theorie und Praxis des Vorsehungsglaubens I, 19.

[21] Vgl. zu diesem Abschnitt: Haslinger: Diakonie zwischen Mensch, Kirche und Gesellschaft, 11-17. 31-34.

[22] ebd., 16.

[23] ebd., 32.

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