Solidaritätsprinzip

Solidaritätsprinzip

Herta Schlosser

Das Solidaritätsprinzip ist mit dem >>Subsidiaritätsprinzip das tragende Fundament einer Sozialphilosophie, die ausgeht vom Menschen als Person. Beide Prinzipien fasst P. Kentenich zusammen unter dem Verbundenheitsgesetz (lex communicationis). Die “Art Verantwortung füreinander” (AutFr 1961, 101), die die Einzelperson sowohl an ihrem Platz für ihren Lebens- und Arbeitsbereich als auch von da aus für das Ganze der Gemeinschaft trägt, nennt er mit der christlichen Sozialphilosophie Solidarismus im “Gegensatz zu Sozialismus” (AutFr 1961, 102).

So sehr Pater Kentenich für die Würde und Entfaltung der Person eintritt und zur Kennzeichnung der Spiritualität Schönstatts Personalismus auffasst als “Ehrentitel” im Gegensatz zu jeder Form des Impersonalismus, ebenso sehr lehnt er es ab, “wenn damit der Solidarismus ausgeschaltet oder ihm nur ein begrenztes Daseinsrecht zugestanden sein soll” (AmB 1948, 155). Das ist “wahrer Solidarismus, der die Mitte findet zwischen Individualismus und Kollektivismus” (OB 1949, 60). Pater Kentenich erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass er nicht nur die Theorie vom >>Persönlichen Ideal ausarbeitete, sondern auch vom Gemeinschaftsideal, “das dem sozialen Trieb im Menschen vollauf Rechnung trägt” (AmB 1948, 156). Alle “Glieder sollen eine Gemeinschaft bilden; aber auch alle Gliederungen!” (Solidarität, 82). Mitmenschliche Beziehungen (>>Bindungsorganismus) sind von größerer Bedeutung als rechtliche Bindungen (>>Bau- und Grundgesetz). Aus theologischer Sicht ist der Leib-Christi-Gedanke tragender Grund des solidarischen Miteinander, das von Pater Kentenich auch “Schicksalsverwobenheit” (vgl. NM, 39.107) genannt wird (>>Meilensteine).

>Gesellschaftsordnung.


Literatur:

  • J. Kentenich, Krönung Mariens Rettung der christlichen Gesellschaftsordnung (Krönungswoche 1946), Vallendar 1977, 122. 146
  • J. Kentenich, Studie aus dem Jahr 1949. Brief vom 31. Mai 1949. ‘Antwort auf den Bericht’, verv.W, A 5, 421 S., 353
  • J. Kentenich, Oktoberbrief 1949 an die Schönstattfamilie, Vallendar 1970, 196 S., 60. 82
  • J. Kentenich, Autorität und Freiheit in schöpferischer Spannung (September 1961). Bearbeitet von Herta Schlosser, Vallendar 1993, 7-142, 101 f.
  • J. Kentenich, Rom-Vorträge. Vorträge für die Leitungen der Schönstätter Verbände in Rom (17. November 1965 – 2. Februar 1966), verv., A 5, vier Bände, 237+321+283+308 S. 1965 I, 20 f.
  • Solidarität. Texte von P. Joseph Kentenich, Schönstatt 1985
  • J. Kentenich, Victoria Patris. Vorträge von Pater Josef Kentenich anläßlich seines Besuches in Oberkirch vom 3.-4. September 1967, zwei Bände, 70+131 S. II, 34. 63.
  • F. Klüber, Grundriß der katholischen Gesellschaftslehre, Osnabrück 1971.

Schönstatt-Lexikon:

Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)

Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt – All rights by Patris-Verlag – www.patris-verlag.de

Online-Präsentation: Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI) – www.j-k-i.de

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