1.3. Das »pädagogische Konzept« Pater Kentenichs

1.3. Das »pädagogische Konzept« Pater Kentenichs

1.3.1. Das Menschenbild Pater Kentenichs

Kentenichs Blick war immer auf den Menschen ausgerichtet. Sein gesamtes Werk zeugt von seinem großen Interesse am Menschen, deshalb bezeichnete er Schönstatt auch als Erzieher- und Erziehungsbewegung. Sein Denken ist ein zutiefst religiöses, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass sich dem entsprechend sein Menschenbild auf den Maximen des christlichen und biblischen Menschenbildes aufbaut.[1] Dennoch war es mehr. Pater Kentenich war stets ein Beobachter und Zeitkritiker. So entwickelte er eine Vorstellung vom Menschen, einem Menschentyp, der zum Ziel seiner gesamten Pädagogik, Psychologie, Philosophie und Metaphysik wird.[2] Dieses Bild vom Menschen fasste er zusammen in seinem Programm vom „Neuen Mensch in der Neuen Gemeinschaft“.[3] Pater Kentenich sah den Menschen immer möglichst ganzheitlich, das heißt als Person in allen Lebensbezügen. Lothar Penners spricht bei Kentenichs Beobachtungen und Theorienfindung von einer „praxisorientierten Menschenkunde“.[4] Darin inbegriffen sind auch die Geschehnisse in Politik und Gesellschaft, sowie Zeitströmungen. Wie in Abschnitt 1.2.4. angedeutet, wehrte sich Pater Kentenich vor allem gegen die Einflüsse des Kollektivismus und Bolschewismus, denen er eine »Vermassung« der Menschen unterstellte. Seiner Meinung nach lassen derartige Denksysteme Charakter und Persönlichkeit in individueller Originalität, die Ziel der Verwirklichung des »Neuen Menschen« sind, nicht zum Tragen kommen. Dadurch ist auch die persönliche Freiheit eines jeden auf ein Minimum beschränkt. Pater Kentenich konstatiert, dass der moderne Mensch zunehmend »gottloser« wird und dadurch unfreier, weil Gott die Freiheit dem Menschen als höchstes Gut gegeben hat.[5] Dennoch darf auch der Individualismus nicht überbetont werden. Pater Kentenich ist die Ausbalancierung der extremen Gegenpole Individualismus und Kollektivismus ein Anliegen. Sie sollen sich zu „einer schöpferischen Spannungseinheit“[6] vereinigen. „Die Idee vom neuen Menschen in der neuen Gemeinschaft nach Pater Kentenich kennt eine grundsätzliche und damit relativ zeitlose Ausprägung und eine auf das Hier und Jetzt (…) ausgerichtete Zielgebung.“[7]

„Der hier gemeinte neue Mensch ist der geistbeseelte und idealgebundene Mensch, fern von aller Formversklavung und Formlosigkeit.

Die neue Gemeinschaft löst sich – ohne formlos zu sein – von allem seelenlosen Formalismus, vom mechanischen, bloß äußerlichen Nebeneinander; sie ringt um seelisches Ineinander, Miteinander und Füreinander, um ein in Gott verankertes, stets wirksames Verantwortlichkeitsbewusstsein füreinander, das Individuum und Gemeinschaft auf die Bahn des universellen Apostolates drängt und dort fruchtbar werden läßt.“[8]

An diesem Zitat ist zu erkennen, dass Josef Kentenichs Schwerpunkt auf der Persönlichkeits- und Gemeinschaftserziehung lag.[9] Die Ausrichtung auf ein Ideal hin erachtet er als hilfreich und notwendig, denn „hat der einzelne Mensch oder eine Gemeinschaft im Ideal die zentrale Ausrichtung und Lebenshaltung gefunden, besitzen sie darin die Wurzel und Mitte einer geistbeseelten Lebensordnung.“[10]

Zusammenfassend gesagt, entwickelte Pater Kentenich ein pädagogisches Menschenbild, mit christlicher Verwurzelung.[11]

1.3.2. Die »Schönstatt-Pädagogik«

Bevor auf die konkreten Schwerpunkte der Schönstatt-Pädagogik eingegangen wird, ist es für das weitere Verständnis zunächst hilfreich, einige bedeutende Aspekte darzustellen. Schon anhand der Entstehung der Schönstatt-Bewegung ist erkennbar, dass „es sich nicht um einen akademischen Entwurf im Diskussionsbereich der universitären Forschung und Lehre handelt, sondern um die konsequent festgehaltenen Konturen einer pädagogisch reflektierten Erfahrungskette. In diesen spiegeln sich die Ergebnisse aus Theorie und Praxis durch das fortgesetzte Bemühen, Zeitbedingtes und überzeitlich Gültiges als dynamische Prozeßfaktoren zu analysieren und als erzieherische Wirkfaktoren zu benennen.“[12] Pater Kentenich orientierte sich aber nicht nur an der gängigen Pädagogik seiner Zeit, sondern auch an den Humanwissenschaften, um ein möglichst ganzheitliches Konzept zu entwickeln.

„So erklärt sich, daß Schönstatt sich bewußt darauf beruft, sein Erziehungssystem sei eine möglichst vollkommene Verbindung zwischen Wissenschaft und Leben oder eine zeitgerechte und sinngemäß angewandte Theologie und Philosophie, eine gleichgeartete Psychologie und Soziologie und Biologie. Allüberall werden von diesem Standpunkte aus die Ergebnisse der modernsten Forschungen zu Rate gezogen, schöpferisch miteinander verbunden und auf die praktische Erziehung angewandt. (…) Alle positiven Elemente (…) sind (…) zu einem organischen Ganzen vereinigt und als Norm für die Erziehung herausgearbeitet.“[13]

Herbert King weist darauf hin, dass die Pädagogik Kentenichs auch im Lichte seiner christlichen Bezüge gesehen werden muss, um verstehbar zu sein, da er einen großen Teil seine Theorien aus eigenen Erfahrungen im praktischen Umgang mit Gläubigen gewann. Viele Beispiele sind deshalb aus dem religiösen Umfeld, können und sollen aber jeder Zeit auf andere Bereiche übertragen werden. Auch darf die pädagogische Wirkung von Religion im Allgemeinen nicht unbeachtet bleiben.[14] Dennoch war Pater Kentenich seiner Zeit diesbezüglich einen Schritt voraus. So kritisiert er in einer jugendpädagogischen Tagung, die er 1931 hielt, die aktuelle Pädagogik orientiere sich an Generationen, die schon gar nicht mehr lebten, statt sich der Jugend direkt zuzuwenden.[15] Weiter sagt er: „Wir müssen nur sehen, daß wir zeitgemäß und doch nicht zeitgebunden arbeiten. Zeitgemäß?! Wir müssen aus den heutigen Strömungen immer wieder den Willen Gottes heraushören. Was der Wille Gottes, ist Bedürfnis der Zeit; und was Bedürfnis der Zeit, ist Wille Gottes.“[16]

Wenn Pater Kentenich von Erziehung spricht, meint er nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Eheleute, Eltern und Erwachsene.[17] Damit begründet er auch das Originelle seiner Pädagogik: „Da Gott mir alle Arten von Menschen, alle Geschlechter und alle Lebensalter von Menschen in reichem Maße in den Weg führte, erhielt das System eine universelle Prägung.“[18]Kentenichs Blick gilt dabei nie nur dem zu Erziehenden, sondern mindestens in gleichem Maße dem Erzieher. Er wollte nicht nur einen neuen »Menschentyp« schaffen, sondern auch einen neuen »Erziehertyp«. So erklärt sich auch, dass Pater Kentenich Erziehungsmissstände immer zuerst beim Erzieher sucht. Er soll sogar gesagt haben, dass „von hundert Schlägen neunundneunzig dem Erzieher gehören.“[19]

Kern der schönstättischen Pädagogik ist die »Selbsterziehung«, also „Erziehung seiner selbst durch sich selbst.“[20] Diese wird jedoch nicht nur im Sinne eines »Frontalunterrichts« gelehrt, sondern möglichst durch den Erzieher selbst authentisch vorgelebt. Pater Kentenich spricht vom »Erzogenen Erzieher«. Das heißt folglich, dass jeder, vor allem aber derjenige, der erzieherisch tätig ist, ein Leben lang wesentlich sich selbst erziehen muss. Somit entsteht eine „organische Verbindung zwischen Selbsterziehung und Fremderziehung.“[21] Wie in Abschnitt 1.2.4. dargestellt, ist Pater Kentenichs Vorstellung vom »neuen Menschen« die des selbstständigen, selbsttätigen und eigenverantwortlichen. Durch die Selbsterziehung wird dieses Ziel verfolgt. Dennoch ist dessen Verwirklichung einerseits abhängig von Gott als Erstursache, andererseits von allen Menschen, die einen umgeben und somit auch mit erziehen, quasi als »Mitursache«. Auch hier wird wieder deutlich, dass im Optimalfall Erziehung in, mit und durch Gemeinschaft geschieht[22], vorausgesetzt die Gemeinschaft erstrebt dies auch. Pater Kentenich spricht in diesem Zusammenhang auch von einer »Milieupädagogik«.[23]

Die Persönlichkeit des Erziehers ist ausschlaggebend für die Qualität der Pädagogik. Erziehung ist immer etwas Gegenseitiges. Pater Kentenich betont das immer wieder. Es handelt sich folglich um einen zutiefst am Leben orientierten Vorgang, etwas überspitzt formuliert: „Erziehung ist ein Zeugungsakt. Und jede Zeugung setzt Leben voraus. Leben entzündet sich am Leben!“[24] Da in derart schöpferischer Weise immer nur dann etwas entstehen kann, wenn Liebe der tragende Wert ist, ist somit Erziehung auf Seiten des Erziehers, wie des Schülers nur möglich, wenn sie gegenseitig Ehrfurcht und Liebe weckt.[25] Somit kann hier auch von einer »Liebespädagogik«[26]gesprochen werden. Eine solche Erziehungshaltung erfordert eine entsprechende Methodik.[27]Wurde Pater Kentenich nach seinen Methoden gefragt, so „pflegte er darauf mit vier knappen Merkworten zu antworten: »Beobachten, vergleichen, straffen, anwenden«.“[28] Was dies im Detail meint, wird in den folgenden Kapiteln deutlich. Ein nennenswertes, von Pater Kentenich angewandtes Prinzip ist die »Kunst des Aufschließens«. Dazu erklärt er: „Um die Seele »aufzuschließen«, bedürfen wir der Kunst des Hörens, der Kunst des Zuhörens und der Kunst des Heraushörens.“[29] Daran wird die Haltung, die ein Erzieher einnehmen soll, klar ersichtlich: er sollte eher passiv sein und durch »aktives Zuhören«[30] sein Gegenüber in begleitender Weise zu eigenen Lösungen bewegen. Trotz aller Bemühungen, ein möglichst universelles und allgemeingültiges, pädagogisches Konzept vorzulegen und vorzuleben, war sich Pater Kentenich stets einer gewissen Kontingenz seines Systems bewusst. Dies formulierte er in einem Vortrag so:

„Es gibt kein Erziehungssystem von unfehlbarer Wirksamkeit. Auch wenn wir uns nachher bemühen, ein modernes Erziehungssystem zu konstruieren, so werden wir über jede Äußerung das Wort setzen können und müssen: Aber unfehlbare Wirksamkeit sprechen wir auch diesem System nicht zu, schon deswegen nicht, weil der Mensch die Erbsünde hat, weil auch Gott ein Wort mitzusprechen hat, weil der Mensch in seiner erbsündlichen Belastung leicht Wege gehen kann, die wir nicht vorgesehen haben. Und wenn wir sie vorgesehen haben, so hat doch der Mensch seinen freien Willen und kann eigene Wege gehen.“[31]

Solch ein Bewusstsein ist für ein ressourcenorientiertes, pädagogisches Handeln[32] von großer Bedeutung, sowohl für den zu Erziehenden, als vor allem auch für den Erzieher. Indem sich dieser immer wieder vor Augen hält, dass er nie alle Probleme lösen wird, behält er sich eine gesunde Distanz, die wiederum vor eigener psychischer Überlastung, im extremsten Fall vor dem »Burn-out«[33] bewahrt.

Allgemein unterscheidet Pater Kentenich in seiner Pädagogik so genannte »Grundformen« und »Leitsterne«. Die Grundformen beziehen sich auf die Sendung, die von Schönstatt ausgeht und in der Spiritualität verankert ist.[34] Die Leitsterne sind:[35]

Idealpädagogik,
– Bindungspädagogik,
Bündnispädagogik,
Vertrauenspädagogik und
Bewegungspädagogik.

Die ersten drei fasst Pater Kentenich zusammen unter dem Begriff „Dreigestirn“[36]. Die Idealpädagogik bezieht sich auf das Individuum. Durch die Bindungspädagogik erhält dieses »Dreigestirn« die Dimension der Gemeinschaft, sowohl vom Individuum ausgehend hin zur Gemeinschaft, als auch anders herum. Dadurch wird das Ziel Pater Kentenichs des „Neuen Menschen in der Neuen Gemeinschaft“[37] verwirklicht. Mit der Bündnispädagogik wird die religiöse Dimension der kentenichschen Pädagogik, die sich wie bereits angedeutet durch alle Bereiche des Lebens zieht, herausgestellt. Alle drei Dimensionen können zwar für sich allein stehen, grundsätzlich gehören sie aber zusammen. Durchdrungen werden sie von der Vertrauens-, und der Bewegungspädagogik, die somit die eigentlichen pädagogischen Methoden darstellen.[38]Herbert King betont, dass diese pädagogischen Leitsterne im Sinne Pater Kentenichs nicht nur vom Erzieher angewendet werden sollen, sondern dass sie auch jeder Erzieher an sich selbst praktizieren muss.[39]

1.3.3. Idealpädagogik

Die Entwicklung der Schönstatt-Pädagogik geht einher mit der gesamten Entstehung des kentenichschen Werkes. Als älteste der fünf Leitsterne hat die Idealpädagogik ihren Ursprung in den Gründungsjahren. Sie gilt als „Kernstück“[40] der Schönstatt-Pädagogik und wird als „grundtypisches Merkmal seiner (gemeint ist Pater Kentenich) erzieherischen Intention“[41]deklariert. Durch ihre Anwendung verwirklicht sie das Ziel des »Neuen Menschen in der Neuen Gemeinschaft« inhaltlich-didaktisch und methodisch. In der Idealpädagogik finden sich mehrere erzieherische Aspekte, die eine »Vollkommenheit« des Menschen als letztes und somit höchstes Ziel anstreben. Darin impliziert sind zum Beispiel die Werte- und Identitätserziehung.[42] Konkret wird darunter der Prozess der Selbstfindung verstanden, dessen Finalität im Finden und Benennen des »Persönlichen Ideals« besteht. Gegenstand der Idealpädagogik ist darum einerseits das Individuum an sich, andererseits auch die Gruppe oder Gemeinschaft, in der das Individuum lebt.[43] Zunächst soll auf den Prozess der individuellen Selbstfindung eingegangen werden, der fast identisch auf systemische Gebilde übertragbar ist.

Pater Kentenich definiert das »Persönliche Ideal« auf dreierlei Art und Weise: philosophisch, theologisch und psychologisch. Philosophisch gesehen ist das »Persönliche Ideal« die Uridee, die Gott von jedem einzelnen Menschen von Ewigkeit her bezüglich seiner Person und Aufgabe in der Welt hat.[44] Die theologische Definition sieht es als „eine originelle Abbildung und Nachbildung der göttlich und gottmenschlichen Vollkommenheiten“[45]. Jeder ist somit ein origineller Teil des »mystischen Leibes Christi«[46]. Letztlich ist das »Persönliche Ideal« aus der psychologischen Sicht Pater Kentenichs definiert als „der gottgewollte Grundzug oder die gottgewollte Grundstimmung der begnadeten Seele, die, getreulich festgehalten, in organischer, gnadenvoller Entwicklung sich ausreift zur vollen Freiheit der Kinder Gottes“[47]. Bei Herbert King wird deutlich, dass Josef Kentenich dies auch in einen systemischen Zusammenhang brachte.[48] Das »Persönliche Ideal« ist demnach die „individuell erkannt Zielvorstellung“, die das „Bemühen des einzelnen um die gottgewollte Selbstverwirklichung leitet und zugleich gegen Vermassungstendenzen immunisiert.“[49] Es stellt sich nun jedoch die Frage, wie der einzelne zu dieser Zielvorstellung gelangt. Pater Kentenich stellte dafür eine Art Formel auf, die sich an der psychologischen Definition des Persönlichen Ideals orientiert. Er erklärt: „Grundstimmung ist ein Habitus, eine seelische Zuständlichkeit, eine seelische Atmosphäre, in der ich lebe. Grundzug ist mehr ein Gezogenwerden zur Grundstimmung. (…) Dieser Grundzug muß so lange in der Seele verstärkt werden bis er zu Grundstimmung geworden ist.“[50] Dieser Vorgang ist eng verknüpft mit der eigenen Werteentwicklung, die maßgeblich in der Zeit der Adoleszenz stattfindet. Ziel dabei ist es, immer näher zum gottgewollten Persönlichkeitskern vorzudringen. Methodisch wandte Pater Kentenich dabei einen Dreischritt an. Es soll darauf geachtet werden, dass „1. (…) der im Ziel mitklingende Gedanke zu einem herrschenden Gedankenkomplex wird; 2. daß der herrschende Gedankenkomplex zu einem herrschenden Wertkomplex wird; 3. daß der herrschende Gedanke nicht nur zu einem objektiven, sondern auch zum subjektiven Wertkomplex wird.“[51] Konkret meint das, dass der Mensch im Zuge der Persönlichkeitsentwicklung, die im Sinne der Schönstatt-Pädagogik vor allem durch Selbst- und Gemeinschaftserziehung, aber auch durch geistliche Begleitung vonstatten geht, durch regelmäßige Selbstreflexion immer deutlicher gewisse Werte für sich gewinnt, die sich dann so verdichten, dass sie in einem explizit formulierten Satz, einem Symbol oder Ähnlichem Gestalt gewinnen.[52] Als Hilfestellung für diesen Reflexions- und Selbstfindungsprozess empfahl Pater Kentenich die Arbeit mit den vier Temperamenten.[53] Pater Kentenich betonte jedoch immer, dass sich dieser Prozess sehr lange hinzieht und somit ein hohes Maß an Geduld und Stabilität von Seiten des Erziehers nötig ist. Die Haltung des Erziehers sollte schöpferisch sein und die Eigenart des Edukanten wertschätzen. Pater Kentenich bezeichnet diese Haltung als eine »väterliche«. Der Pädagoge sollte auch erzieherische Detailarbeit leisten und somit zusätzlich eine »mütterliche« Haltung einnehmen. Des Weiteren ist es nötig, Werte und Normen zu vermitteln, weshalb ein Pädagoge laut Pater Kentenich zusätzlich eine »priesterliche« Haltung einnehmen sollte. In diesem Sinne sollte er dem Edukanten auch »prophetisch«, das heißt zeitkritisch und zukunftsorientiert gegenübertreten.[54] Primär wird der idealpädagogische Ansatz von der personalen und sozialen Selbsterfahrung bestimmt. Es gilt, in begleitender Form den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und -entfaltung in je individueller Art und Weise zu unterstützen. Dabei legte Pater Kentenich großen Wert darauf, statt direktiv, lediglich subsidiär zu agieren. Es lag ihm fern, Krisen abzuwehren oder gar vor diesen zu schützen. In einem Vortrag äußerte er sich dazu folgendermaßen:

„Ersparen wir unseren Kindern die Kämpfe nie! Wenn wir damit anfangen, erziehen wir alle zur Unmündigkeit. (…) Darum sorgen sie, dass jeder seine Kämpfe und Krämpfe selber auskämpft. Wohl sage ich: Alles will ich wissen. Aber eingreifen? – Fällt mir nicht ein. Ich greife nicht ein. Die sollen ruhig purzeln. Wenn sie nur nicht tief fallen. Sonst wird nichts Kraftvolles aus ihnen. Sonst erziehen wir nicht für das Leben. (…) Sie (gemeint sind Lehrer und Erzieher, vor denen Kentenich diesen Vortrag hält) müssen sich auf jeden Fall überflüssig machen. (…) Sobald ich merke, daß jemand allein gehen kann, sich bewußt zurückziehen. Lieber zu früh damit beginnen als zu spät.“[55]

Hier wird deutlich, dass die Ermutigung zur Selbsterziehung in der kentenichschen Pädagogik einen großen Stellenwert einnimmt und, dass möglichst früh damit begonnen werden soll. Deshalb distanziert sich Pater Kentenich eher von der Vorstellung der klassischen Lehre des »Präventiv- beziehungsweise Repressivsystems«[56].

Hat man sein »Persönliches Ideal« gefunden, gilt es, dies immer wieder im Blick zu haben und gegebenenfalls auch wieder zu verändern oder zu aktualisieren. Das Wesentliche dabei verändert sich jedoch nicht, sondern schafft, Josef Kentenich zufolge, eine konstante, innere Ausrichtung und gibt somit Sicherheit und Stabilität. Vor allem in einer „fluiden Gesellschaft“[57], wie wir sie heute haben, in der es kaum noch Verbindlichkeiten gibt, ist diese innere Gebundenheit hilfreich für ein gelingendes Leben.[58] Letztlich geht es auch um Originalität. Pater Kentenich formulierte dies sehr treffend: „(…) wir dürfen nicht lediglich der Abklatsch eines Vorbildes, wir dürfen nicht Kopie, sondern jeder von uns muß ein Original sein.“[59] Die Idealpädagogik ist wegen ihrer engen Verknüpfung von Philosophie, Theologie und Psychologie in ihrer Fülle schwer fassbar. Deshalb soll diese Darstellung lediglich einen Abriss geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.[60]

1.3.4. Bindungspädagogik

Wie in Abschnitt 1.3.2. bereits erläutert ist die zweite Komponente des »Dreigestirns« die Bindungspädagogik, zusammen mit der Ideal- und Bündnispädagogik. Sie ergänzt die Idealpädagogik, da sie die dynamischen Bedingungen für das persönliche Wachstum schafft.[61]Entstanden ist die Bindungspädagogik durch den für Pater Kentenich typischen, methodischen Vierschritt „[b]eobachten, vergleichen, straffen, anwenden.“[62] Er beobachtete die Gesellschaft mit ihren Phänomenen, verglich sie mit der menschlichen Zielgestalt, die er idealtypisch vor Augen hatte und straffte seine Erkenntnisse so, „daß er diese Zeitproblematik als eine zutiefst pädagogische Herausforderung verstand und in seiner Bindungspädagogik zu beantworten suchte.“[63] Die Problematik, die er erkannte, ist heute aktueller denn je. Pater Kentenich beschrieb die Gesellschaft als wurzellos und bindungslos. Seiner Meinung nach liegt der häufigste Grund für seelische sowie psychische Krankheiten darin, dass es dem Menschen an Halt durch entsprechende Bindungen und Verbindlichkeiten fehlt, weil er verlernt hat, diese einzugehen. Hinzu kommt eine falsch verstandene Sicht von Freiheit, die aus der Sicht des »modernen Menschen« gleichbedeutend ist mit einem Maximum an Unabhängigkeit, wonach sich Menschen häufig gar nicht binden wollen, um so »frei« von Verpflichtungen zu sein.[64] Diesen Vorgang bezeichnet Günther M. Boll als „schizoides Phänomen“[65], das zu einer Gefühlskälte und letztlich zu einer „Sinnkrise des modernen Menschen“[66] führt. Günther M. Boll bezieht sich dabei auch auf Erik Erikson[67].

Bindungen sind die Voraussetzung für Beziehungen. Nur wer sich darauf einlässt und sich an Personen, Dingen, Orte und Ideen binden kann, ist letztlich beziehungsfähig. So entsteht ein Netz, in dem die seelischen Fäden zusammenlaufen und zu tragfähige Ressourcen werden. Beziehungsfähigkeit ist unwillkürlich mit Liebe verbunden. Deshalb spricht Pater Kentenich im Zusammenhang von Bindungspädagogik auch immer von einer „ausgeprägten Liebespädagogik“[68]. „Liebespädagogik ist eine konkrete und spezifische Form der Bindungspädagogik. Bindungspädagogik als solche kennt nicht nur personale, sondern auch lokale und ideenmäßige Bindungen.“[69] Im Blick auf den Erzieher zitiert Pater Kentenich oft Don Bosco, der gesagt haben soll: „Erzieher sind Liebende, die nicht von ihrer Liebe lassen.“[70] In diese Haltung sah er die oberste Handlungsmaxime für die Pädagogik im Allgemeinen, hier aber speziell für die Bindungspädagogik. Pater Kentenich legte großen Wert darauf, dass Erzieher und Edukant in seelischer Verbindung zueinander stehen. Bei all dem, was Pater Kentenich über Bindung und Beziehung schrieb, darf nie vergessen werden, dass Bindung immer in Freiheit und aus Freiheit passieren muss. Vor solchen Bindungen, die in irgendeine Art von Abhängigkeit führen, wird ausdrücklich gewarnt.[71] Hier ist es Aufgabe des Erziehers, zu spüren, wenn sein Zögling beispielsweise auf personaler Ebene in eine zwanghafte Abhängigkeit gerät. Der Erzieher muss dann alles daran setzen, um „die anderen Bindungen lebendig werden“[72] zu lassen: „[L]okale und ideenmäßige Gebundenheit.“[73]

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Mensch ohne Bindungen nicht gesund leben kann. Deshalb kann eine äußere Bindung auch eine innere Atmosphäre schaffen, die Stabilität für das Leben gibt, da dadurch eine dauerhafte und belastbare Beziehung entstehen kann. Allerdings ist dies nur möglich, wenn die Bindungen freiwillig geschlossen werden. Wie in allen Bereichen der Pädagogik wird durch Zwang lediglich das analoge Ziel von dem erreicht, was angestrebt wird.[74]

1.3.5. Bündnispädagogik

Bei der Bündnispädagogik handelt es sich um „die transzendentale Dimension der Pädagogik“[75], weshalb sie als ein Spezifikum der schönstättischen Pädagogik gesehen werden kann.[76] Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, ist die Bindungspädagogik ausgerichtet auf personale Bindungen, vorwiegend auf immanenter Ebene. Bei der Bündnispädagogik geht es vor allem „um personale Bindungen an Gott und die Personen der Übernatur“[77]. Günther M. Boll bezeichnet sie deshalb als „»Zwillingsschwester« der Bindungspädagogik“[78]. Der Bündnischarakter, dem in der Spiritualität Schönstatts generell ein zentraler Stellenwert beigemessen wird[79], findet seinen Ausdruck zum einen im Bündnis mit dem trinitarischen Gott, zum anderen im Liebesbündnis mit der Gottesmutter Maria. Hier werden zwei wesentliche erzieherische Elemente deutlich, die für Pater Kentenich sowohl auf der übernatürlichen Ebene, als auch auf der natürlichen, in der Haltung des Erziehers, signifikant sind: Die weibliche und somit mütterliche Dimension und die männlich-väterliche. Dies weist auf das Bemühen Josef Kentenichs um eine ganzheitliche Pädagogik hin. Der hohe Stellenwert, den er dabei der Mutter Gottes beimisst, zeigt sich auch darin, dass er eine ganze Tagungsreihe unter den Titel „Marianische Erziehung“[80] stellte und in seiner Pädagogik und in autobiographischen Berichten von „Maria als Erzieherin“[81] spricht.[82] Ferner soll auch die Beziehung zwischen Erzieher und Zögling »bundesmäßig« sein, so dass neben dem mütterlichen auch das väterliche Element zum Tragen kommt. Dabei spielt es jedoch keine Rolle, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Erzieher handelt, da laut Pater Kentenich jeder, der pädagogisch tätig ist, beide Elemente entfalten sollte. Da Erziehung immer etwas Gegenseitiges ist, kann sie als partnerschaftlich bezeichnet werden. Dies gilt wieder für die natürliche wie für die übernatürliche Ebene. Pater Kentenich schreibt dazu exemplarisch:

„Gott überträgt auf Menschen seine Eigenschaften, seine Güte, seine Macht. So hat er zum Beispiel seine Eigenschaften übertragen auf die Eltern oder auf uns, die wir als Erzieher tätig sein dürfen. – Das Kind überträgt Haltungen, die Gott gegenüber am Platze sind, auf die Eltern: Ehrfurcht, Gehorsam und Liebe. Das nennen wir Gesetz der organischen Übertragung und Weiterleitung, nicht einer mechanischen.“[83]

Nach Pater Kentenichs Auffassung soll der Erzieher sich bewusst sein, dass vor allem Gott selbst den Menschen erzieht. So wird die eigene Lebensgeschichte als Erziehungsgeschichte interpretiert. Daraus kann geschlossen werden, dass „[s]ein praktischer Vorsehungsglaube (…) ein eminent pädagogisch formulierter Vorsehungsglaube“[84] ist.

1.3.6. Vertrauenspädagogik

Die Vertrauenspädagogik und die Bewegungspädagogik[85] sind die „formalen Vorgehensweisen“[86] der Schönstatt-Pädagogik. Pater Kentenich praktizierte die Vertrauenspädagogik schon von Beginn seiner pädagogischen Tätigkeit an, als er als Lehrer und später als Spiritual eingesetzt wurde.[87] Diese Form der Pädagogik war zu seiner Zeit eher unüblich. Pater Kentenich gab somit „eine positive Antwort auf den pädagogischen Pessimismus“[88], der sich durch permanente Kontrolle, strenge Sanktionierung bei Regelverstößen und autoritäres Verhalten der Erzieher gegenüber den zu Erziehenden äußerte. Pater Kentenich sah immer zuerst das Gute im Menschen und nahm dies als Gegenstand für die Erziehung.[89] Das Aufbauen einer gegenseitigen Bindung ist elementar, wo einem Menschen Vertrauen geschenkt werden soll.[90] Ist dies hergestellt, muss es beiderseits immer wieder neu geschenkt werden. Beim Vertrauen ist es wie bei der Liebe. Beides kann nur entstehen und wachsen, wenn es in Freiheit passiert, Zwang oder aggressive, erzieherische Maßnahmen zerstören es. In der Erziehung kann Vertrauen eine schöpferische Wirkung entfalten. Erika Frömbgen bringt dies in die Kurzformel: „Vertrauen baut auf, Misstrauen zerstört.“[91] Damit ist gemeint, dass die Erwartung, die der Erzieher dem Edukanten durch das Vertrauen entgegenbringt, auf einer Erfahrung beruht, die davon ausgeht, dass sie mit entsprechender Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit beantwortet wird. Durch eine derartige erzieherische Haltung wird das Gegenüber innerlich so gestärkt, dass es möglichst schnell alleine stehen kann.[92]

In der Erziehung des 19. Jahrhunderts war die »Prügelstrafe« im Unterricht noch erlaubt und wurde auch praktiziert. Pater Kentenich nahm von derartigen Methoden jedoch Abstand, da er der Ansicht war, dass der Erzieher dadurch nur seine Hilflosigkeit ausdrücke, auf pädagogischer Ebene aber nichts erreiche.[93]

Wie in Abschnitt 1.3.3. beschrieben, empfahl Pater Kentenich Erziehern, sich möglichst schnell aus dem Erziehungsprozess herauszuziehen, um so die Selbsterziehung zu fördern. Zwar soll er stärkend und unterstützend beistehen, aber immer mit dem Ziel, den Edukanten so viel Freiheit zu lassen, dass er lernt, sich auf sein »Persönliches Ideal« auszurichten, um aus dieser Erfahrung zu wachsen. Aus diesem Grund kann seine Pädagogik auch als »Freiheitspädagogik« oder »Freiheitserziehung« bezeichnet werden, die ihre wahre Entfaltung nur im Zusammenhang mit der »Liebespädagogik« erfährt.[94] Somit ist die Vertrauenspädagogik „eine konsequente Folgerung aus dem angestrebten Ziel des neuen, »freien« Menschen.“[95] Die erzieherische Haltung dabei fordert Authentizität und Einfühlungsvermögen. Unter den heutigen Methoden der Sozialen Arbeit ist der Denkweise Kentenichs der Ansatz Carl R. Rogers[96] sehr ähnlich, der in seiner pädagogischen Praxis vom Erzieher »Echtheit«, »Empathie« und »positive Wertschätzung« erwartet.[97] Durch die Anwendung der Vertrauenspädagogik wird das Selbstvertrauen und somit Selbstbewusstsein der zu Erziehenden begünstigt. Das bisher dargestellte kann auch auf Erfahrungen im übernatürlichen Bereich übertragen werden.[98]

1.3.7. Bewegungspädagogik

Pater Kentenich formulierte mit der Bewegungspädagogik, die er als Hilfe auf dem Weg der Bewegung hin zu klar erkannten Zielen[99] definiert[100], eine Zusammenfassung grundsätzlicher und methodischer Überlegungen hinsichtlich der pädagogischen Zielperspektive des »organischen Denkens, Liebens und Lebens«.[101] Dieser Organismusgedanke zieht sich in einzelnen Zügen immer wieder sowohl durch die Schönstatt-Pädagogik, wie auch durch die Spiritualität.

Pater Kentenich beschreibt in seiner Abhandlung „What is my philosophy of education?“[102] drei „Wachstumsgesetze der Seele“[103]:

„Es handelt sich für gewöhnlich um ein langsames Wachstum, um ein Wachstum von innen herausund um ein Wachstum aus einer organischen Ganzheit in eine organische Ganzheit. Dieses ganzheitliche Wachstum vollzieht sich nach den üblichen Gesetzmäßigkeiten zwar allezeit gleichzeitig, aber nicht gleichmäßig.“[104]

Im Bezug auf das Finden des »Persönlichen Ideals«, sowie auf das Wachsen von Beziehungen, natürlicher und übernatürlicher Art, können diese Wachstumsgesetze beobachtet werden. So bestätigt sich, dass die Bewegungspädagogik zusammen mit der Vertrauenspädagogik die formale Vorgehensweise der Trias Ideal-, Bindungs- und Bündnispädagogik ist.[105] In der heutigen pädagogischen Anwendung findet man sie in Ausdrücken, wie zum Beispiel „die Gruppe, beziehungsweise den Einzelnen abholen, wo sie/er steht.“[106] „Störungen haben Vorrang.“[107]„Ressourcen orientiertes Handeln.“[108] Auch erscheinen sie auf dem Feld der Sozialen Arbeit, so zum Beispiel in der Einzelfallhilfe, in der Gruppenarbeit, sowie in Case Management, Empowerment, Themenzentrierter Interaktion und anderen. Hinsichtlich der unterschiedlichen Lebensabschnitte eines Menschen ist es also Aufgabe des Erziehers, anhand der Bewegungspädagogik, sich und den Edukanten ständig zu reflektieren und dabei die einzelnen Stadien der Entwicklung im Blick zu haben. Dies bezieht sich auch auf die verschiedenen Phasen[109] einer Gruppe.[110]


[1] Vgl. L. Penners in: Schönstatt-Lexikon, S. 257ff.

[2] Vgl. L. Penners, Eine Pädagogik des Katholischen, S. 135ff.

[3] Vgl. 1.2.4.

[4] Vgl. L. Penners in: Schönstatt-Lexikon, S. 258.

[5] Vgl. J. Kentenich, Marianische Erziehung, S. 195ff.

[6] J. Kentenich, Philosophie der Erziehung, S. 47.

[7] M. E. Frömbgen, Neuer Mensch in neuer Gemeinschaft, S. 177f.

[8] J. Kentenich in: M. E. Frömbgen, Neuer Mensch in neuer Gemeinschaft. S. 178.

[9] M. E. Frömbgen, Neuer Mensch in neuer Gemeinschaft, S. 178.

[10] L. Penners, Eine Pädagogik des Katholischen, S. 64.

[11] Vgl. H. Schlosser, Der neue Mensch – Die neue Gesellschaftsordnung, S. 9.

[12] M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 295.

[13] J. Kentenich, Philosophie der Erziehung, S. 45.

[14] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 20f.

[15] Vgl. J. Kentenich, Ethos und Ideal in der Erziehung, S. 50.

[16] J. Kentenich, Ethos und Ideal in der Erziehung, S. 74.

[17] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 11.

[18] J. Kentenich in: H. King, Pädagogische Texte, S. 39.

[19] Ebd., S. 12.

[20] J. Kentenich in: Ebd., S. 141.

[21] J. Kentenich in: Ebd., S. 139.

[22] Vgl. 1.2.4.

[23] Vgl. J. Kentenich in: H. King, Pädagogische Texte, S. 142ff.

[24] J. Kentenich in: H. King, Pädagogische Texte, S. 156.

[25] Vgl. J. Kentenich, Grundriß einer neuzeitlichen Pädagogik für den katholischen Erzieher,
S. 148.

[26] Siehe auch E. M. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 233ff.

[27] Von griechisch »methodos«: Weg nach, Weg zu. Vgl. W. Böhm, Wörterbuch der Pädagogik, S. 366f.

[28] R. Linge, Aus Liebe zur Kirche, S. 35f.

[29] J. Kentenich, Grundriß einer neuzeitlichen Pädagogik für den katholischen Erzieher, S. 148.

[30] Vgl. C. R. Rogers, Person – zentriert, S. 240f.

[31] J. Kentenich, Ethos und Ideal in der Erziehung, S. 64.

[32] Siehe dazu auch: H. Schemmel und J. Schaller (Hrsg.): Ressourcen. Tübingen 2003.

[33] Burn-out ist ein Phänomen der körperlichen und seelischen Erschöpfung, vor allem im Berufsleben. (eng. Burn out = (völlig) ausbrennen) in: F. Stimmer, Lexikon der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit, S. 98.

[34] Siehe 1.2.3.

[35] Vgl. J. Kentenich, Grundriß einer neuzeitlichen Pädagogik für den katholischen Erzieher, S. 153f.

[36] J. Kentenich in: H. King, Pädagogische Texte, S. 134.

[37] Vgl. 1.2.4.

[38] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 134.

[39] Vgl. Ebd., S. 139.

[40] M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 171.

[41] Ebd.

[42] Vgl. M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 171ff.

[43] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 363f.

[44] Vgl. R. Ammann, Unterwegs zum Ich, S. 36f.

[45] J. Kentenich in: R. Ammann, Unterwegs zum Ich, S. 37.

[46] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 387. Hier ist die Rede vom »Corpus Christi mysticum« (Übersetzt von A.S. als »mystischen Leib Christi«).

[47] J. Kentenich in: M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 306f.

[48] „Dass damit auch gleichzeitig das Milieu von Bedeutung ist, die Umgebung, etwa auch die Art, wo und wie ich gewachsen bin, meine Vorgesetzten und dergleichen mehr, das sei hier nur kurz in Erinnerung gerufen.“ J. Kentenich in: H. King, Pädagogische Texte, S. 386.

[49] M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 306.

[50] J. Kentenich, Allgemeine Prinzipienlehre der Apostolischen Bewegung von Schönstatt,  S. 143.

[51] J. Kentenich in: M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 171.

[52] Vgl. M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 171.

[53] Gemeint sind: Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker und Melancholiker. Vgl. R. Ammann, Unterwegs zum Ich, S. 75ff.

[54] Vgl. M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 169ff.

[55] J. Kentenich, Ethos und Ideal in der Erziehung, S. 245f.

[56] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 143. Dies könnte ein möglicher Hinweis dafür sein, dass Kentenich mit dem von Don Bosco formulierten Präventivsystem vertraut war. (Anm. A.S.)

[57] H. Keupp, In welcher Gesellschaft leben wir?, S. 5.

[58] Vgl. M. E. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 172f.

[59] J. Kentenich in: F. Kastner, Unter dem Schutze Mariens, S. 71f.

[60] Für den interessierten Leser sind vor allem folgende Werke zur tieferen Auseinandersetzung zu empfehlen, die im Literaturverzeichnis vollständig angegeben sind: J. Kentenich, Ethos und Ideal in der Erziehung. M. Bleyle, Erziehung aus dem Geiste Schönstatts. Und: M. E. Frömbgen, Neuer Mensch in Neuer Gesellschaftsordnung.(Pädagogik). H. Czarkowski, Psychologie als Organismuslehre. (Psychologie). L. Penners, Eine Pädagogik des Katholischen. (Theologie).

[61] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 15f.

[62] R. Linge, Aus Liebe zur Kirche, S. 35f.

[63] G. M. Boll in: Schönstatt-Lexikon, S. 30.

[64] Vgl. G. M. Boll in: Schönstatt-Lexikon, S. 30ff.

[65] Ebd., S. 31.

[66] Ebd., S. 32.

[67] Erik H. Erikson (1902-1994), deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker. Vgl. W. Böhm, Wörterbuch der Pädagogik, S. 154. Siehe auch A. Schulz, Identitätsbildung, Der Pädagoge Pater J. Kentenich und die Identitätstheorie von Erik H. Erikson. Vallendar-Schönstatt 1995.

[68] J. Kentenich, Marianische Werkzeugsfrömmigkeit, S. 129.

[69] H. King, Pädagogische Texte, S. 513.

[70] Vgl. J. Kentenich, Für eine Welt von morgen, S. 107ff. Ob dieses Zitat wirklich von Don Bosco stammt ist zweifelhaft. Zwar passt es thematisch zu der Einstellung, die Don Bosco im Zusammenhang von Erziehung vertrat, in der Literatur ist ein solches Zitat jedoch nicht zu finden. In der kentenichschen Literatur ist diese Verbindung jedoch sehr häufig zu lesen, was darauf schließen lässt, dass Pater Kentenich die Pädagogik Don Boscos sehr schätzte. (Anm. A.S.)

[71] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 16f.

[72] J. Kentenich in: H. King, Pädagogische Texte, S. 510.

[73] Ebd.

[74] Vgl. G. M. Boll in: Schönstatt-Lexikon, S. 29ff.

[75] H. King, Pädagogische Texte, S. 519.

[76] Vgl. E. M. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 49ff.

[77] G. M. Boll in: Schönstatt-Lexikon, S. 34.

[78] Ebd.

[79] Vgl. Abschnitt 1.2.3. »(marianische) Bündnisfrömmigkeit«.

[80] Vgl. J. Kentenich, Marianische Erziehung. Pädagogische Tagung. Siehe Literaturverzeichnis.

[81] Vgl. P. Vautier in: Schönstatt-Lexikon, S. 242ff. Gleichnamiger Autor gab seiner Dissertation den Namen „Maria, die Erzieherin“. Vallendar-Schönstatt 1981.

[82] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 544.

[83] J. Kentenich, Grundriß einer neuzeitlichen Pädagogik für den katholischen Erzieher, S. 188.

[84] H. King, Pädagogische Texte, S. 530.

[85] Siehe Abschnitt 1.3.7.

[86] H. King, Pädagogische Texte, S. 233.

[87] Vgl. Abschnitt 1.1.4.

[88] E. M. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 413.

[89] In diesem Zusammenhang zitiert Pater Kentenich immer wieder das Wort von Don Bosco: „In jedem Kind steckt eine Einbruchstelle für das Gute. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Empfänglichkeit für das Gute wahrzunehmen, sorgfältig zu pflegen und dafür zu sorgen, dass das Gute entwickelt wird.“ J. Kentenich in: H. King, Pädagogische Texte, S. 385. Zitat Don Boscos im Original: „In jedem Jungen, auch im schlechtesten, gibt es eine Stelle, die für das Gute empfänglich ist. Erste Pflicht des Erziehers ist es, diese Stelle zu suchen, diese empfindsame Seite seines Herzens, um Nutzen daraus zu ziehen.“ Don Bosco in: Provinzialat der Salesianer, Don Bosco spricht, S. 61, Nr. 9. Vgl. auch Abschnitt 2.3.3. »Vernunft«.

[90] Vgl. Bindungspädagogik, in Abschnitt 1.3.4.

[91] Vgl. E. M. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 413.

[92] Vgl. Ebd., S. 413f.

[93] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 294ff.

[94] Vgl. D. M. Schlickmann, Die Idee von der wahren Freiheit, S. 393ff. (Ausführliche Darstellung des Freiheitsbegriffes- und Verständnisses, sowie der Freiheitspädagogik Josef Kentenichs.)

[95] E. M. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 413.

[96] Carl Ranson Rogers (1902-1987), amerikanischer Psychologe und Psychiater. Vertreter der Humanistischen Psychologie. Übertrug klientenzentrierte Therapie auf Schule und Lernen. Vgl. W. Böhm, Wörterbuch der Pädagogik, S. 455.

[97] Vgl. Ebd., S. 213.

[98] Vgl. E. M. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 414.

[99] Gemeint ist zum Beispiel das »Persönliche Ideal«.

[100] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 297.

[101] Vgl. E. M. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 24f.

[102] J. Kentenich, Philosophie der Erziehung. Siehe Literaturverzeichnis.

[103] Ebd., S. 58f.

[104] J. Kentenich, Philosophie der Erziehung, S. 58f. (Hervorhebungen von A.S.)

[105] Vgl. H. King, Pädagogische Texte, S. 14ff.

[106] Verwendet in beispielsweise: Einzelfallhilfe/Case Management/Soziale Gruppenarbeit.

[107] Verwendet in beispielsweise: Themenzentrierte Interaktion.

[108] Verwendet in beispielsweise: Empowerment/Einzelfallhilfe.

[109] Vgl. E. Ardelt-Gattinger und E. Gattinger: Gruppendynamik, S. 2ff.

[110] Vgl. E. M. Frömbgen in: Schönstatt-Lexikon, S. 26f

 

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