KR-1 DE 16

16. Im Schatten des Heiligtums!

Weihevortrag vor Gymnasiasten am Weißen Sonntag, den 7.4. 1929

Immer wieder hat Pater Kentenich im Verlauf seines Lebens Bezug genommen auf das „Wort vom Schatten des Heiligtums“, im vorliegenden Text geprägt und zum ersten Mal verkündet. (64)
Wenn man bedenkt, dass das Wort im Jahre 1929 geprägt wurde, also gerade 15 Jahre nach der Gründung und mit einer Bewegung wirklich noch in ihren Anfängen, dann kann man ahnen, welch einen Glaubenssprung es für den Gründer bedeutete, laut zu verkünden: „Im Schatten des Heiligtums werden sich in den nächsten Jahrhunderten in Deutschland, ja darüberhinaus, die Schicksale der Kirche wesentlich entscheiden.“ Die nachfolgende Entwicklung der Bewegung dürfte für ihn eine schrittweise Bestätigung dieses prophetischen Wortes gewesen sein. Deshalb die wiederholte Bezugnahme.
Das Wort ist gefallen im Rahmen eines Vortrags für Gymnasiasten zur Einstimmung auf ihre „Weihe“, das damalige Wort für Liebesbündnis. Es findet sich ganz am Ende des Vortrags, fast wie ein Anhängsel. Dennoch ist hier der ganz unwesentlich gekürzte ganze Vortrag wiederge­ge­ben; und das aus zwei zusätzlichen Gründen.
Zum einen gibt er wieder die geradezu erstaunliche Wärme und Begeisterung, mit der Pater Kentenich junge Menschen auf die Ganzhingabe des Liebesbündnises einstimmt. Die Radikalität mancher Aussagen dürften für den heutigen Leser fast etwas erschreckend sein. Es darf sogar angenommen werden, dass der Gründer heute die Akzente moderater setzen würde. Dennoch gilt die Aussagerichtung: wer sich der Gottesmutter weiht, soll sich ganz verschenken und sich ganz zur Verfügung stellen.
Zum anderen mag der Text als Ganzes auch für einen heutigen Jugendlichen sehr wohl zur Einstimmung auf ein Liebesbündnis dienen, das er schließen will.

Der vorliegende Text ist entnommen der Textsammlung „An seine Jungen“, Seite 5 – 31.


… Wenn ich Euch so vor mir sehe, denke ich unwillkürlich 15 Jahre weit zurück. Es war auch ein Weißer Sonntag, 1914. Eine junge Schar edler, reiner Musensöhne hatte dieselbe Absicht wie Ihr. Sie wollten sich der Gottesmutter feierlich schenken für Zeit und Ewigkeit. Was ist aus diesem Saatkorn geworden? Eine Bewegung, die heute fast ganz Deutschland erfasst, fast alle Stände durchdrungen hat.

Ich denke weiter zurück, 325 Jahre. Es war an einem Samstag, am 6. April, abends spät gegen 8 Uhr. Da kniete Pater Rem in seiner Kapelle, seinem Heiligtum, vor seinem Bild. Er erwartete von der lieben Gotteamutter eine große Gnade für sich und die Seinen.

Und abends gegen 8 Uhr erschien die liebe Gottesmutter und teilte ihm ihren Lieblingstitel und -wunsch mit. Heute vor 325 Jahren, was mag da bei den Sodalen Ingolstadts ein Jubilieren und Singen gewesen sein! Denn heute wussten sie zum erstenmal, dass die Gottesmutter als die Dreimal wunderbare Mutter verehrt sein und so ihre Herrlichkeit der Welt offenbaren wollte. Wir wissen und glauben, dass dieselbe Gottesmutter als unsere Dreimal wunderbare Mutter sich hier im Kapellchen niedergelassen hat, um von hier aus ihre Herrlichkeiten dem notleidenden Menschengeschlecht zu offenbaren und in die Welt hinausstrahlen zu lassen.

In diesem Augenblicke ist mir fast, als ob die Gottesmutter dem hl. Paulus ein Wort aus dem Munde nähme und uns zuriefe: „Vos estis corona mea! – Ihr seid meine Krone!“ Als meine Krone will ich Euch heute schenken der Apostolischen Bewegung, der Gymnasiastenbewegung. Es ist mir, als nähme sie das Wort der römischen Mutter von den Lippen… Einige Frauen unterhielten sich über ihre größten Schätze. Die eine meinte dieses, die andere jenes. Da wies eine aus hochbeglücktem Herzen auf ihre Söhne hin: „Seht da, meine größten Schätze!“ Ihr, meine lieben Weihekandidaten, dürft Euch heute als die größten Geschenke der Gottesmutter an unsere Familie betrachten. Ob ich damit übertreibe?

Ob ich die Bedeutung der gegenwärtigen Stunde überspanne? Fühlt Ihr denn nicht, dass es sich in diesem Augenblicke (I.) um einen tiefen Einschnitt in Euer persönliches Leben, ja (II.) in das Leben der ganzen Bewegung handelt?

[I. Bedeutung der Weihe für unser persönliches Leben]

Darf ich Dolmetscher Eurer Gedanken und Empfindungen sein? So oft habe ich an dieser Stelle im Namen der Kirche Weihen angenommen. Jede bot ein besonderes Bild, je nach der Vorbereitung, je nach der Stimmung, die gerade herrschte. Als wir letzten Ostern hier knieten, war es meine Aufgabe, die Kandidaten auf die Weihe vorzubereiten, die letzte Hand an sie zu legen. Das ist dieses Mal nicht notwendig. Ihr wisst bereits um die Bedeutung der Weihe. Die ganze Tagung mit ihren großen Gedanken war darauf eingestellt. Es bleibt mir dann weiter nichts übrig, als Eure Gedanken und Empfindungen zu sagen. Und da meine ich aus Euren Augen das Bekenntnis herauslesen zu dürfen: „Wir stehen vor einer Schicksalswende unseres Lebens!“ Oder täusche ich mich?

[1.1 Die Weihe als Besiegelung unserer Sendung]

Bislang hat in unserer Bewegung das Gesetz gegolten: „Was ihr ererbt von euren Vätern, erwerbt es, um es zu besitzen!“

Die vor Euch hier gekniet, die vor Euch hier gestanden haben, wie haben die diesen Tag herbeigesehnt, wie haben sie ihn in ihrer Erinnerung das ganze Leben hindurch festgehalten! Wie manche Tränen hat es vor der Weihe schon gegeben, Freudentränen – Leidenstränen, je nachdem der Kandidat angenommen oder abgewiesen wurde. In diesen Tagen fiel mir noch ein Briefchen in die Hände, das der erste Gymnasiast, der im Mai 1915 aufgenommen wurde, an seine Bundesbrüder hinausgeschickt auf die Kriegsschauplätze und in die Garnisonen: „Jetzt“, so heißt es darin, „ist der Würfel gefallen, jetzt weiß ich, was ich will. Jetzt ist die Schicksalsstunde meines Lebens angebrochen!“

Habt Ihr auch diese Begeisterung, dieses tiefe Durchdrungensein von der Bedeutung des Tages erworben in diesen Tagen? Es schien zwar eine Zeit lang, als ob das Wort auf unsere Gymnasiastenbewegung passte:

„Die groß geschaut und groß gebaut, die ruhen in den Särgen,
auf ihren Gräbern wandeln wir als ein Geschlecht von Zwergen!“

Aber das schien nur so. Die jetzige Tagung mit ihrem Anfang, ihrem Aufbau, ihrer Vollendung hat gezeigt, was Gott und die Gottesmutter in den letzten Jahren in unserer kleinen Gemeinschaft gewirkt.

Für mich ist es das Bedeutsamste, dass ihre Wirkungen so tiefgreifend sind, obwohl die Zentrale die Gymnasiastenbewegung bewusst vernachlässigte. Mit großer Dankbarkeit ernten wir heute, was andere gesät. Ich denke da vor allem an unsere Bundespriester in den Konvikten. Von jetzt ab habt Ihr einen sachkundigen und zielsicheren Führer. Die neuen Saatkörner, die er so reichlich ausgestreut, werden gewiss vielfältige Frucht bringen.

„Was Ihr ererbt von euren Vätern, erwerbt es, um es zu besitzen!“ Ich habe mir erzählen lassen, wie hoch Ihr in diesen Tagen die Forderungen gespannt habt für die Weihe. Das beweist mir, dass das alte Traditionsgut, dass der ererbte Heldengeist auch in Euren Gliedern herrscht, dass Ihr Geist vom Geiste unserer Heldensodalen habt.

Soll ich Euch aber tiefer einführen, Euch klarer sagen, was in Eurer Seele vorgeht? Soll ich der Dolmetscher Eurer tiefsten Gedanken sein? Euer Herz brennt in diesem Augenblick, Ihr seid durchdrungen von der Bedeutung der Stunde, weil die Weihe in sich schließt:

– eine endgültige Besiegelung Eurer persönlichen Sendung und
– eine gänzliche Hingabe an diese Sendung.

[1.1.1 Eine endgültige Besiegelung]

Nicht wahr, ich errate richtig! Die ganze Tagung stand unter dem Sendungsgedanken. Wie habt Ihr Euch berauscht von dieser großen Idee! Was sie besagt, zeigt die heutige Liturgie in neuer Beleuchtung. Da steht er vor uns, unser Meister, Herr und König. Er haucht die Apostel an und spricht die weltbewegenden Worte: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch. Was ihr lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöset sein!“ Und wenige Tage später sehen wir ihn wieder vor uns. Er hält gleichsam die beiden Pfosten der Welt in seiner Hand: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden, darum geht hinaus und lehret alle Völker!“ Das war vor 2.000 Jahren.

Der Hauch seines Mundes ist hinübergeweht nach Schönstatt, hat eine Familie geschaffen, unsere Bewegung. Wir glauben an die übernatürliche Mission, an die Sendung unserer Bewegung. Wir glauben vor allem an die übernatürliche Sendung unserer Gymnasiastenbewegung. So verspracht Ihr es ja nachher feierlich bei der Weihe:

„Dreimal wunderbare Kutter, Königin der Apostel, nach dem Ratschlusse Gottes soll durch dich, die Schutzherrin der Kirche, die Welt in Christus erneuert werden, ich glaube fest, dass du im Heiligtum zu Schönstatt ganz besonders als Gnadenspenderin deinen Thron aufgeschlagen hast, um durch die Gemeinschaft des Katholischen Apostolates jetzt das zu erstreben, was dein Diener Vinzenz Pallotti auf deinen Antrieb hin in Angriff nahm.“

Was hat er in Angriff genommen? – Welterneuerung. Er hat den Sendungsbefehl, der damals für seine Zeit erging, aufgegriffen, aufgefangen und uns weitergegeben. Wir glauben an die Sendung unserer Familie. Wir glauben auch fest und unerschütterlich, dass die liebe Gottesmutter Werkzeuge braucht für diese gewaltige Aufgabe. Wir glauben, dass der Hauch aus dem Munde des Heilandes einzelne Menschen der Jetztzeit trifft und treffen muss.

„Ich glaube fest, dass du möglichst viele seeleneifrige Menschen anwirbst, die die Grenzen deines Reiches bis an die Enden der Welt tragen und diese für Christus gewinnen sollen.“

Ob auch ich zu diesen Menschen gehöre? Dürfen wir glauben an unsere persönliche Sendung, glauben, dass der Hauch des gottmenschlichen Mundes auch für uns gedacht war? Manchmal schien es uns ja so. Aber dann kamen wieder andere Zeiten. Da zweifelten wir, da waren wir wankelmütig. Und wie oft haben wir in diesen Stunden gebetet, was wir nachher nochmals wiederholen:

„Ich bitte dich, erwähle auch mich, obwohl ich unwürdig und schwach bin, zur Ausführung dieses großen Werkes und nimm mich auf in die Gemeinschaft deiner Söhne und Diener.“

Auf diesen Herzenswunsch gibt die heutige Weihe eine unzweideutige, sichere, feste Antwort. Unser Bund ist ja eingeflochten in den Kranz der kirchlichen Gemeinschaften. Und was die Kirche hier auf Erden bindet, das ist es auch im Himmel droben. Wenn Eure Weihe am Altar von einem verordneten Priester angenommen wird, wenn Eure Weihe angenommen ist nach reiflicher Überlegung hüben und drüben, dann dürft Ihr sicher sein: Ich bin berufen! Von jetzt an darf ich nicht mehr zweifeln!

Seht Ihr die tiefe Bedeutung, die im Weiheakt liegt? Wir dürfen künftig unser Inneres ein sieghaftes Standesbewusstsein durchzittern lassen. Kraft muss dahinter stecken, aber auch ergreifende Demut. Wie klingt es aus des Apostels Paulus Munde so oft an unsere Ohren: „Apostolus Jesu Christi missus!“ „Missus sum!“ Apostel bin ich, Gesandter Jesu Christi! Jeder darf in Zukunft mit dem Bunde sagen: Ich bin gesandt, habe eine persönliche Sendung bekommen. Civis Romanus sum! (65) Was besagte dieses Wort im Munde eines Römers! Das Wort hat ihm die ganze Welt geöffnet, hat ihn siegreich hindurchgeführt durch alle Hemmnisse, die ihm auf Land- und Meerespfaden begegneten.

Dürft Ihr jetzt nicht auch sagen: Sodalis apostolicus sum!? Wie mag das Wort künftig klingen aus dem Munde der feierlich Geweihten! Die andern dürfen harren, beten, dass sie eine besondere Sendung bekommen. Wir haben sie bereits. Wollen wir der Gottesmutter nicht aufrichtig danken dafür? Ja, wir wissen es: Unser Berufsbewusstsein soll kein Säbelgerassel sein. Wir wissen es gar zu gut: Unter den ersten Gesandten Gottes war ein Judas. Wir können unseren Beruf verlieren. Wir wissen es: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt!“ (66) Wir haben nicht die Gottesmutter zunächst und zuerst erwählt, nicht wir haben den Hauch des gottmenschlichen Mundes auf uns gezogen. Wir wurden erwählt aus Millionen. Darum falten wir die Hände in Demut und Dankbarkeit.

Meine lieben Bundesbrüder! Habe ich also recht, wenn ich sage, wenn ich Eure Empfindung deute, und wenn ich alles, was in Euren Herzen mitklingt, auf die eine Formel bringe: Dieser feierliche Akt ist die feierliche Besieglung unserer Sendung? Wir glauben an die Gemeinschaft der Heiligen. Fühlt Ihr nicht, wie an uns Gymnasiasten die ganze Familie interessiert ist? Da stehen unsere Patres und Fratres: die pars motrix der Bewegung. Und dort eine Anzahl Bundespriester, vor allem Eure Erzieher und Führer. Im Hintergrunde unsere Marien- und Bundesschwestern…

Gemeinschaft der Heiligen! Ja, der ganze himmlische Hof schaut mit Freuden auf Euch herab. Wie mag es da zittern in der Hölle drunten, wenn Ihr bewusst das Wort aussprecht:

„Ich erwähle dich heute zu meiner Mutter und Herrin. Was aber an Gnaden und Kräften in mir ist und sein wird, Gaben der Natur und der Gnade, ja mich selber ganz und gar, weihe ich dir auf immer, für Zeit und Ewigkeit!“

Ja, lasst das Gelöbnis wahr werden. Dafür sind wir da. Dafür sind wir Ritter. Wir haben die persönliche Sendung aus der Hand der Gottesmutter empfangen, um in ihrem Dienste zu kämpfen und zu streiten. Die Bewegung ist unser Werk, auf uns kommt es an.

[1.2 Die Weihe als ganzheitliche Hingabe an unsere persönliche Sendung]

Ich habe noch ein zweites Wort ausgesprochen, und dieses Wort schneidet eine ungleich weitere und tiefere Welt von Gedanken und Empfindungen an. Das Wort heißt: Die feierliche Weihe bedeutet die gänzliche Hingabe an unsere persönliche Sendung.

[1.2.1 eine entschlossene Hingabe]

Hingabe, gänzliche Hingabe! Haben wir uns bisher nicht hingegeben? Ohne Zweifel. Die Tagung beweist es. Und die Geschichte der Bewegung beweist es. Sie ist ja Euer Werk. Bewegung sind wir, d.h. unter weitsichtiger Führung sind wir von unten, von innen heraus hervorgequollen aus der Kirche. Hingabe! Wie oft habt Ihr diese Hingabe schon betätigt!

Wie hättet Ihr Euch sonst eingesetzt für die Gruppen, eingesetzt in all den Schwierigkeiten! So war es immer Gesetz: Wo ein Saatkorn aufgeht, da ist das Saatkorn selbst hineingesenkt von den Trägern der Bewegung. Wenn ich trotzdem sage, es hat an gänzlicher Hingabe gefehlt, wollt Ihr mich da Lügen strafen? Es ist doch etwas anderes, dieses Schwanken und Wanken, dieses Hin und Her, dieses matte und dieses kraftvoll Männliche: „Da stehe ich, nicht mehr weiche ich!“

Wollt Ihr wissen, wie der Unterschied aussieht zwischen einer matten und gänzlichen Hingabe? Dann lasst Euch erzählen von dem Entdecker des Goldlandes Peru. Er wollte zu den Ruhmessöhnen der Nation gezählt werden. Er bemannte ein Schiff, stach in die See. Doch überall nur Schwierigkeiten. Ein Teil der Mannschaft meutert. Hilflos steht der Führer da. Da blitzt ein rettender Gedanke durch sein Hirn. Er springt vor die Schar, zieht mit dem gezückten Degen einen Strich in den Sand: „Wer von euch rechts der Linie tritt, der mag weiter mit mir ziehen, hat aber damit alle Brücken ins Kulturland zurück abgebrochen. Wer nicht mitmachen will, mag nach Hause gehen. Ihn erwartet ein gemütliches Leben, aber er wird auch nicht unter die Heldensöhne gezählt werden.“ Es waren zwölf, die mit Pizarro rechts der Linie traten. Sie waren entschlossan: Nie mehr zurück! Wohl mag ihr Herz gebebt haben. Aber der Entschluss war eisenfest. So wurden sie die großen Ruhmessöhne der Nation und die Entdecker des Landes Peru.

So soll es auch jetzt in Euren Herzen aussehen. Alles Schwankende beiseite! Jetzt oder nie! Oder soll ich Euch ein anderes Ereignis vorführen? Dann weise ich hin auf das heutige Evangelium. Wir wissen: Thomas war auch gesandt. Er hatte persönliche Sendung, Beruf und Ruf bekommen. Und nachdem er eingetaucht war in die Welt, die Christus heißt, kämpfte er erstlich begeistert für seinen Herrn und Meister. Dann aber kam der Moment, wo der Zweifel in seinem Herzen sich festsetzte. Da wankte das ganze Gebäude seiner Hingabe. Das heutige Evangelium zeigt, wie der Meister sich anpasst an seine Schwäche: „Betaste die Wunden meiner Hände und lege deinen Finger in die Wunde meiner Seite…“ Und nun ist Thomas fertig. Nun beantwortet er seine Sendung mit einer gänzlichen Hingabe. Nun kann er das Wort hinausrufen in die Welt: „Mein Gott und mein Alles!“ (67)

Seht, so fasse ich die gänzliche Hingabe auf, die gänzliche Hingabe an Eure persönliche Sendung. Gänzlich, das heißt: Schluss mit allem Schwanken und Wanken! Lassen wir sie heute noch einmal im Winde flattern, die Symbole verschiedener Weltanschauungen und Zeitströmungen. Wir treten ein in das Lager der Gottesmutter. Damit nehmen wir endgültig Stellung zu unserer Lebensaufgabe.

Es gibt zwei Fahnen, die in der Weltgeschichte Menschenscharen um sich gruppiert haben: die Fahne des Teufels, die Fahne der Gottesmutter. So war es prophezeit von Anbeginn der Welt und Menschengeschichte an. „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft!“ (68) Das ist ein Kriegspanier, dem wir uns widmen, vor dem wir den Fahneneid schwören. Ein Kriegspanier, aber auch ein Siegespanier! „Sie wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihrer Ferse nachstellen.“ Wir bekennen es von jetzt an überall: Wir gehören Maria! Wer Maria sagt, sagt Gnade. „Gegrüßt seist du, Maria, voll der Gnade!“ (69) So hören wir aus Engelsmunde. Wer Maria sagt, spricht Innerlichkeit. „Sie bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen!“ (70) Wer Maria sagt, spricht das Wort Opferbereitschaft aus: „Stabat mater iuxta crucem!“ (71)

[1.2.2 eine rückhaltlose und dauernde Hingabe]

So ist der heutige Akt eine entscheidende, entschlossene Hingabe an unsere Sendung. Gänzlich, d.h. ferner: rückhaltlos und dauernd! Nichts mehr wollen wir zurückhalten.

„Ich erwähle dich… Was aber an Kräften und Gnaden in mir ist und sein wird, Gaben der Natur und Gnade, ja mich selber ganz und gar, weihe ich dir auf immer!“

Also eine rückhaltlose und dauernde Hingabe. Versteht mich richtig! Was ich Euch sage, das habt Ihr wohl schon oft gelesen oder gehört. Diesmal klingt aber jedes Wort anders, weil jedes für Euch gilt und von Euch gesprochen und feierlich vor dem Altare wiederholt wird. Ihr seid es, die diese Weihe macht.

[1.3 Die Weihe als Taufgelübde-Erneuerung]

Doch damit habe ich noch nicht alles gesagt. Was steckt alles in dieser Hingabe? Ich finde darin ein Dreifaches. Ein Dreifaches „Ich widersage“, ein Dreifaches „Ich gelobe!“ Das klingt ja an die Taufgelübde-Erneuerung an. Ja, der heutige Akt erinnert uns mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und Notwendigkeit an unsere Taufe und an die Gelübde-Erneuerung bei unserer ersten heiligen Kommunion. Was die Taufe, was die Kommunion mit der Erneuerung der Gelübde für das Kindesalter, das muss der heutige Tag für unser Jugendalter werden.

Ich widersage 1. der Halbheit und gelobe den höchsten Radikalismus!
Ich widersage 2. jeder ungeordneten Anhänglichkeit an die Geschöpfe und an mich, und ich gelobe herzliche, treue Hingabe an die Geliebte meines Herzens.
Ich widersage 3. dem jugendlichen Wandertrieb und gelobe, hier in Schönstatt meine Heimat zu finden.

Wollen Sie diese drei Worte einen Augenblick in die Hände nehmen und wägen.

1. Ich widersage der Halbheit und gelobe den höchsten Radikalismus. Ich widersage der Halbheit!

„Was ihr ererbt…“ Das war bislang immer so. Die Parole hat gewechselt, die Sache bleibt dieselbe. Bald hieß der Schlachtruf: Über das Mittelmaß hinaus! Bald: Niemand darf ins Grab steigen, ohne nach Maßgabe seiner Kräfte das Höchstmögliche geleistet zu haben! Oder: Aut Caesar aut nihil! (72) Es war immer derselbe Gedanke, der Griff nach den Sternen, der Radikalismus. Und wo in der Vergangenheit Blüten und Früchte sich zeigten, wuchsen sie immer aus diesem Geist des Heroismus, aus der Überzeugung: „Es ist etwas Ausgezeichnetes, Besonderes um den Bund!“ Nur diejenigen, die sich auszeichnen wollen, dürfen eine Heimat in unserer Familie finden. Entweder mit diesem Geist zum Sieg, oder ohne ihn zum Falle, zum Sterben! Das ist der rechte Weg. Und wer sich dazu nicht aufschwingen kann, dem das billige „Es tut es auch schon so“ genügt, gehört nicht in unsere Familie.

Steht das nicht auch in der Weiheformel?

„Allein aus Liebe zu dir und mit meinen Mitbündlern aufs engste verbunden, will ich niemals aufhören, nach meiner Veranlagung das Höchste in der Vollkommenheit zu erstreben und in Verfolgung des Zieles, zu dem du uns erwählt hast, meine Kräfte aufzureiben.“

Deswegen müssen wir uns künftig nach den Sternen orientieren. Bedenkt, dass die Würfel für das ganze Leben fallen!

2. Ich widersage der ungeordneten Anhänglichkeit an die Geschöpfe und an mich selber! Ich gelobe gänzliche Hingabe an die Geliebte meines Herzens!

Meine lieben Bundesbrüder! Hier möchte ich Engelszungen haben, um zu sagen, was das Herz der Gottesmutter in diesem Augenblick bewegt. Wisst Ihr, wie unser armes jugendliches Herz oft so unruhig pocht, wenn die Geschöpfe ihm zurufen: „Ich bin der Herr, dein Gott“, und eine andere Stimme dagegen sich wehrt: „Du sollst keine fremden Götter neben mir haben!“ (73) Wie oft ist dieser fremde Gott ein weibliches Wesen. Wir geloben: Die einzige Geliebte unseres Herzens ist die liebe Gottesmutter.

Wisst Ihr, was Ihr damit sagt? „Ich erwähle dich zu meiner Mutter und Herrin!“ Ja, zu meiner Mutter, Herrin und Beschützerin. Da steht sie vor uns. Kann ich sie dennoch wählen? Sie ist nach Gottes weisem Rat von Ewigkeit meine Mutter, Gebieterin, Schützerin. Es heißt ja in der hl. Schrift, dass die, die vom Geiste Gottes getragen sind, gleichförmig werden sollen dem Bilde seines Sohnes (74). Und der Sohn Gottes hat eine menschliche Mutter und einen göttlichen Vater. Er ist Kind seiner Mutter und seines Vaters. Darum ist es selbstverständlich: Jeder Christ muss und darf zur Gottesmutter sagen: Du bist meine Mutter, Königin, Schützerin!

Wie können wir sie denn heute erwählen? Durch unsere Weihe wollen wir feierlich anerkennen, was von Ewigkeit her schon Wahrheit und Wirklichkeit gewesen ist. Mehr noch: Aus übervollem Herzen sagen wir: „Und wärest du bislang nicht meine Mutter, Königin, Beschützerin, hätte dich Gott nicht als solche aufgestellt, ich würde dich heute aus freien Stücken wählen. Ich will niemanden anders. Und wenn ich Tausende andere haben könnte, nur dich will ich haben, dich, die einzig Erwählte und Auserkorene!“

Was heißt das alles? Künftig gilt es in meinem Leben: Unserer Königin unsere Hingabe! „Mutter dreimal wunderbar, lehr uns, deine Ritter, streiten…“ Du bist unsere Königin, wir sind deine Ritter. Es ist Sache des Ritters, sein Herz durch die Weihe an die Königin des Herzens weit aufzuschliessen und all ihre Herrlichkeit in sich aufzunehmen. Sache des Ritters ist es, für seine Königin einzutreten und zu kämpfen.

Künftig ist unsere Lieblingsaufgabe: Die Wunderwelt der Dreimal Wunderbaren in uns Form und Gestalt annehmen zu lassen. Da steht sie vor uns als Immaculata, das Symbol unserer Ritterehre. Wer von uns künftig den ungeordneten Trieben und Leidenschaften seines Herzens folgt, verletzt damit seine Weihe, verletzt damit seinen Eid. „Das ist die Fahne, die ich auserkoren, die lass ich nicht, Maria sei’s geschworen!“

Weihen sind Begegnungen mit der lieben Gottesmutter! Heute haben wir sie in feierlicher Weise. Tag für Tag wollen wir sie in Zukunft haben. Denkt einmal, wie ein hl. Johannes der Täufer durch die erste Begegnung mit der Gottesmutter zum wahren Mann geworden ist! Da kommt sie über das Gebirge. Und es heißt von Elisabeth: „Es hüpfte das Kind auf in ihrem Leibe!“ Und das katholische Empfinden und die Überlieferung sagen, dass hierbei Johannes von der Erbsünde befreit wurde. Da haben wir den starken Mann, den männlichen Mann, stark geworden durch die Begegnung mit der Gottesmutter. Wir lesen so viel von ihm, was uns imponiert: Seine Kraft, seine Strenge, seine Unentwegtheit, seine Selbstlosigkeit, sein Bußeifer und seine Christusliebe! Wie ist ihm das alles geworden?

Wie oft haben sich im Laufe der Jahrhunderte derartige Begegnungen wiederholt! Wieviele Männer, die nach ihm mit trutzigem Gebahren durch das Leben gingen, die die Welt umgepflügt haben, haben still im Herzen ein Frauenbild getragen: die Unbefleckte. Meine Hingabe der Unbefleckten!

Sie ist die Generosa, die Großmütige! Als ihr Ritter muss ich Zug um Zug ihrer Wesensart aufnehmen. Die Großmütige! Nicht nur Jungfrau, sondern auch Mutter, so steht sie vor mir. So schenkt sie uns in grandioser Selbstlosigkeit sich selbst. Ich bin ihr Ritter. Wo ist meine ritterliche Hochherzigkeit? Wie muss ich diese Rittertugend künftig betätigen im Verkehr zu Hause, mit den Kameraden, der ganzen Welt? Man muss es mir ansehen, dass ich der Gottesmutter gehöre, ihr Abbild bin. Es war ein psychologischer Kunstgriff der alten Athener: Auf der Akropolis stellten sie Götterbilder auf, Bilder schöner, edler Menschen. Die Beschauer sollten dadurch nach oben gezogen werden, geadelt werden. Wie müssen wir adelig, großmütig werden, die wir Tag für Tag das Bild der Generosa in uns aufnehmen!

Sie ist die Mater dolorosa und damit das Symbol unserer ritterlichen Kraft und Tapferkeit. Auf dem Wappen unserer Bewegung steht das Schwert im Vordergrund. Es ragt hinein ins Kapellchen. Auf dem Knauf steht: Mta – Ritter Mariens! Ritterschaft schließt in sich ritterliche Kraft und Tapferkeit. Das ritterliche Schwert müssen wir zücken gegen die Feinde in unserem Innern, müssen es zücken, wo Frauenehre angetastet wird, wo Gott und Göttliches in den Hintergrund gedrängt werden.

Sie steht vor uns als die Regina, die Königin, das Symbol ritterlichen Adels und ritterlicher Würde. Man spricht heute so viel von jugendlichem Lebensstil. Unser Lebensstil heißt: marianisch-ritterlicher Adel!

Meine Hingabe an die Königin, d.h. ich kämpfe für sie, für ihre Ehre. Wo unsere Bewegung auf­hört, marianisch zu sein und neue Marienapostel zu schaffen, schaufeln wir ihr Grab. Gebt mir irgendeinen, der unsere Marienverehrung hat, dann habt ihr mir einen Bündler gegeben! Gebt mir irgendeinen Priester, Präfekten, Präses, der leidenschaftlich an Maria hängt, dann habt ihr mir eine gesicherte Bundesgruppe gegeben! Ja, der Königin meine Hingabe!

Der Schutzherrin mein Vertrauen! So war es bei uns immer. Lest einmal in den alten Jahrgängen der MTA nach. Im Kriege vertraute einer von uns die Strümpfe auf dem Zaune der Gottesmutter an, und sie sind gesichert… Wollt Ihr ernst machen mit der Weihe, dann ist jedes Zweifeln an Eurem Beruf und an dem endgültigen Sieg des Guten in Euch und durch Euch, Zweifeln an dem Sieg der Himmelskönigin, ein Verbrechen an der Weihe…

Meiner Mutter meine kindliche Liebe! Da sagt mir gestern einer aus Euch: er fühle es in diesen Tagen klar, wie schwer es ihm sei, ein persönliches Verhältnis mit der Gottesmutter zu bekommen. Er habe es ja nicht einmal mit seiner leiblichen Mutter gehabt. Als ich ihm erwiderte, er solle gleichsam einen Kontrakt schließen: „Sieh her, ich möchte meine Stellung zum andern Geschlechte verklären, arbeite du für mich, dann arbeite ich für dich“, erhielt ich die vielsagende Antwort: „Darf man denn so mit der Gottesmutter verkehren?“ O ja, meine lieben Bundesbrüder, so kindlich dürfen wir mit ihr verkehren, ja wir können gar nicht kindlich genug mit ihr verkehren. Wir modernen Menschen haben das Kindsein verlernt. Und doch sagt der Heiland: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich eingehen!

Habe ich darum recht, wenn ich sage: die heutige Weihe besagt ein Widersagen, ein Geloben? Fürchtet aber nicht, dass ihr dafür kein Entgelt bekommt! Ihr müsst die Weihe auffassen wie einen gegenseitigen Vertrag. Ihr schenkt Euch der lieben Gottesmutter, sie schenkt sich Euch mit ihren Gaben und Aufgaben. Sie schenkt Euch ihren Sohn, schenkt Euch von ihrer Gnadenfülle, ja sich selbst. Sie sorgt für Euch. Das ist der große Gedanke, der meine Erziehertätigkeit geleitet hat. Wenn es mir geglückt ist, irgendeinen, den mir Gott anvertraut hat, der Gottesmutter zu schenken, dann war meine Aufgabe erfüllt. So könnt auch Ihr sicher sein: Sie ist die Getreue, die virgo fidelis, sie bricht den Kontrakt nie!

3. Gänzliche Hingabe an unsere Sendung schließt in sich: Ich widersage dem jugendlichen Wandertrieb und verknüpfe ihn mit Schönstatt als meiner Heimat.

Steht es nicht auch in der Weiheformel?

„Ich glaube fest, dass du im Heiligtum zu Schönstatt ganz besonders als Gnadenspenderin deinen Thron aufgeschlagen hast.“

Hier ist sie tätig als die Patronin, die Mutter unserer Familie. Das ist das sichere Zeichen der Auserwählung zu unserer Familie, wenn einer diesen geheimen Trieb zum Heiligtum hat. Ihr lest es in den alten Jahrgängen der MTA, wie einer begeistert schreibt: „Wir müssen den Soldaten dankbar sein, sie haben die Grenzen unseres Vaterlandes beschützt, aber damit auch das Heiligtum.“

Stellt Euch vor das Heiligtum mit dem Ritterschwert! Wir verteidigen es, niemand darf daran rühren, niemand darf die Bewegung trennen von dem Kapellchen, er müsste denn sonst über meine Leiche gehen.

So hörte ich vorgestern auch unsere Bundesschwestern sprechen. Ich hatte sie in der Vorbereitung auf die feierliche Lebensweihe allein gelassen. Darob zuerst Empörung, dann aber der Entschluss: Jetzt erst recht! Es muss auch so gehen mit Hilfe der Gottesmutter. Das weckte die Kräfte. Und dann das Gelöbnis: Wer uns antastet, muss erst über unsere Leichen schreiten!

Hier ist unsere Heimat! Ja, wenn unsere älteren Bundespriester Jahr für Jahr kommen, nicht so sehr, um Vorträge zu hören oder Menschen zu treffen, sondern um hier auszubeten, sich hier geborgen zu fühlen, warum sollten wir das nicht auch für uns in Anspruch nehmen dürfen?

[2. Bedeutung der Weihe für die ganze Bewegung]

Ob ich nun Schluss machen darf mit meinen Deutungsversuchen? Ich wollte nichts weiter, als Eure Gedanken und Empfindungen verdolmetschen. Ob ich aber auch richtig taste, wenn ich annehme, dass Ihr in ähnlicher Weise von der Bedeutung der Weihe für die ganze Bewegung überzeugt seid? Es hieße Eulen nach Athen tragen, Wasser in den Rhein, wenn ich auf diesen Gedanken nochmals eingehen wollte. Die ganze Tagung war ja davon getragen.

[2.1 Im Schatten des Heiligtums…]

Ich kann es mir aber nicht versagen, wenigstens zwei Gedanken scharf und herb herauszumeißeln. Der eine Gedanke: Im Schatten dieses Heiligtums werden sich die Schicksale der Kirche in den nächsten Jahren entscheiden! Ein ernstes Wort! Ein bedeutsames Wort! Fast wahnsinnig klingt es! Und doch, ich wiederhole und steigere: Im Schatten des Heiligtums werden sich in den nächsten Jahrhunderten in Deutschland, ja darüber hinaus die Schicksale der Kirche wesentlich entscheiden!

Ich habe früher andere Ausdrücke für diese Behauptung geformt. Ich habe hingewiesen auf die zeit- und weltgeschichtliche Bedeutung Schönstatts… Wenn die Anzeichen nicht trügen, steht Schönstatt jetzt schon da für weite Kreise wie eine Stadt auf dem Berge, wie ein Leuchtturm. Ich denke an die Katholische Aktion, an die Jugendbewegung… Und immer mehr Blicke wenden sich diesem Leuchtturm zu. Soll es da nicht ein großes Stück unserer Lebensaufgabe sein, die uns Anvertrauten, alle, auf die wir Einfluss haben, mit der Bewegung in Berührung zu bringen, sie nach Schönstatt zu führen?

[2.2 Die Bewegung braucht Führerpersönlichkeiten]

Der 2. Gedanke, den ich tief einmeißeln möchte: Jede Bewegung ist in ihrer Geschichte die Geschichte ihrer Führer! Soll Schönstatt seine Mission erfüllen, dann muss jeder Stand seine begnadeten Führer haben. Ihr, meine lieben Weihekandidaten, glaubt als Führer der Gymnasiastenbewegung berufen zu sein. Auf Euren Schultern ruht damit eine überaus schwere Verantwortung.

Ich habe einmal gelesen von Cromwell. Er hatte den Plan gefasst, das ganze Heer zu reformieren. Was tut er deswegen? Er schart eine Schar von Unentwegten, „Flankenmännern“ um sich. Die erzieht er. In wenigen Jahren hat er durch diese das ganze Heer reformiert, sich zum Patron des Heeres aufgeschwungen. Ihr seid die geborenen Führer der Bewegung. Ist das nicht für die Bewegung von großer Bedeutung, wenn heute für die Bewegung 27 neu berufen werden, um die Schlachten der Gottesmutter zu schlagen?

Meine lieben Bundesbrüder! Was ich gesagt, das mag das Herz weiterklingen lassen. Es ist so grundsätzlich, elementar, wichtig und wuchtig, dass Ihr es nicht nur heute durchkosten dürft. Es wäre schön, wenn Ihr die Gedanken gedruckt in Händen hättet, schöner, wenn Ihr sie im Herzen trüget, am schönsten, wenn sie ausgeprägt wären in Eurem Leben. Ich weiß, wie machtvoll eine hohe Berufung wirken kann. Ich weiß aber auch, wie schwach wir sind. Ich weiß, wie viel Verantwortung wir für Jahrhunderte tragen, weiß auch, wie unwürdig wir alle sind. Darum sollte unsere Weihe ausklingen in das demütige: Bitte schön! Ich bin bereit, sende du mich! Ich will mich nicht in die Brust werfen. Nichts aus eigener Kraft! Siehe Herrin, da bin ich, sende du mich! Amen.

NOS CUM PROLE PIA – BENEDICAT VIRGO MARIA


(64) Einige Beispiele sind in diesem Band zu finden: Text 17 (nur 6 Monate später). Text 19; Brief kurz nach Weihnachten 1941, Text 21.
(65) Ich bin römischer Bürger. Vgl. Apg. 22,25
(66) Joh. 15,16
(67) Bezieht sich auf Joh. 20,28: „Mein Herr und mein Gott!“
(68) Gen. 3,15
(69) Luk. 1,28
(70) Luk. 2,19&51
(71) Joh. 19,25: Es stand aber unter dem Kreuz seine Mutter…
(72) Wörtlich: Entweder Caesar oder nichts. Gemeint: Entweder das höchste oder nichts.
(73) Ex. 20,1f
(74) vgl. Röm 8,29

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