KR-1 DE 13

13. Die 6 Versprechen und die 6 Forderungen der Gründungsurkunde angewandt auf das Hausheiligtum

Der vorliegende Text ist besonders wertvoll, weil er veranschaulicht, wie sehr Pater Kentenich – in der gläubigen Überzeugung einer göttlichen Initiative – aus dem Gründungsgeschehen vom 18.10.1914 und aus der Gründungsurkunde lebt, sich daran orientiert, immer mehr aufschließt, was in der Urkunde alles enthalten ist und Ereignis und Inhalt sich in neue Bereiche entfalten lässt;
Der Text veranschaulicht dies im Blick auf unsere Heiligtumswirklichkeit im Allgemeinen und das Hausheiligtum im Besonderen. Wenig später wird Pater Kentenich den ganzen Komplex als „Baustelle Heiligtum“ bezeichnen.
Während der Verbannungsjahre in Milwaukee sind dortige Familien mit Pater Kentenich in Kontakt gekommen. Er traf sich mit ihnen regelmäßig am Montagabend und stand ihnen auch für persönliche Begleitung zur Verfügung. Es war dies ein Vorgang, der die Familien allmählich in die schönstättische Spiritualität einführte und zum schönstättischen Liebesbündnis hinführte. Ein Brauch der Familien war, vom 17. zum 18. jeden Monats im Heiligtum bei Holy Cross, der Pfarrei und dem Provinzhaus der Pallottiner, nächtliche Anbetung zu halten. Im Jahre 1962 wurde die Verbundenheit mit dem Heiligtum Anlass zur Strömung des „Lebendigen Heiligtum“. Bei der Arbeit mit dieser Strömung kam es dazu, dass jedes Mitglied der Familie ein Symbol des Heiligtums für mich auswählte und das Ideal im Leben zu verwirklichen suchte, wofür das Symbol stand. Zur Konkretisierung fanden dann die Familien Symbole (Statue des heiligen Michael, die Glocke, usw.), die sie neben dem MTA – Bild zuhause aufstellten. Zur selben Zeit entstand die Frage: können wir die MTA einladen, in unsere Häuser in derselben Weise zu kommen, wie sie sich im Urheiligtum und in den Filialheiligtümern aufhält? So begann ein vorsichtiges Experiment mit dem „Hausheiligtum“. Nach einem Jahr Beobachtung verkündete dann Pater Kentenich am 18.11. 1963, dass die „schöpferische Resultante“ gezeigt habe, das Hausheiligtum sei wahrhaftig ein Teil des Heiligtums Organismus.
Der Vortrag an diesem Abend hat besondere Bedeutung im Blick auf die Darstellung des Organismus der Heiligtümer, der Gründe dafür, warum die MTA die Einladung angenommen hat, sich im Heiligtum nieder zu lassen, und die Verbindung mit der Gründungsurkunde; alles gefasst in den „sechs Versprechen und sechs Forderungen“. Der letzte Punkt war ein Thema, zu dem Pater Kentenich schon am Monat davor hingeführt hatte (Monday night talks on October 21 and 28, 1963), um den Familien den wechselseitigen Charakter des Gründungsaktes und den Lebensvorgang zur Vorbereitung auf das 50 jährige Jubiläum des 18. Oktober 1914 verständlich zu machen.
Der vorliegende Text ist die Wiedergabe des Montag-Abend-Vortrags vom 18.11.1963. Er findet sich in J. Niehaus, Die Entstehung des Hausheiligtums, Vallendar-Schönstatt 2003, S. 146-160.


Wir freuen uns, dass die Familie für das Jubiläumsjahr als Motto gewählt hat: „Gründe neu, dem Ursprung treu!“

Das Jubiläumsjahr soll uns also an der Arbeit sehen, die Grundkräfte der Familie neu lebendig werden zu lassen. Wo finden wir denn hauptsächlich diese Grundkräfte? Die Antwort kennen wir: in der Gründungsurkunde.

Hier in Nordamerika fällt uns das besonders leicht, die Gründungsurkunde auf unser neues Heiligtum anzuwenden. Wir wissen, dass die Gottesmutter kraft des Liebesbündnisses, das sie 1914 geschlossen hat, sechs Versprechen macht und sechs Forderungen an uns stellt.

[1. Das Hausheiligtum]

Es ist gut, sich bewusst zu werden, dass diese Versprechungen und Forderungen auch für jedes Filialheiligtum gelten. Ich meine, ich müsste heute Abend einen Gedanken beifügen, der sich in unserer hiesigen Familie durchgesetzt hat, aber noch nicht reflexiv bis zum Letzten durchgedacht worden ist. Was ist das für ein Zentralgedanke?

Ich will zunächst einmal drei Worte nebeneinander stellen.
Wir haben ein Urheiligtum,
wir haben Filialheiligtümer
und unter den Filialheiligtümern Zentralheiligtümer.

Was heißt „Zentralheiligtum“? Wir haben ja seinerzeit sagen dürfen, das neue Heiligtum in Waukesha soll ein Landeszentralheiligtum werden, nicht nur ein Filialheiligtum. Jetzt kommt ein drittes Wort hinzu, das vielleicht in dieser Form ungewohnt ist.

Es heißt Hausheiligtum“.

[2. Die sechs Versprechen]

Was heißt das, „Hausheiligtum“? Wie viele von uns haben ihr Haus der Gottesmutter nicht nur im Allgemeinen geweiht, sondern als einen „living Shrine“, ein „lebendiges Heiligtum“ angeboten. Jetzt müssen Sie einmal gut hören. Was ich jetzt sage, ist von elementarster Bedeutung für die Zukunft:

Was für das Urheiligtum, für die Filialheiligtümer gilt,
das gilt auch für die Hausheiligtümer.

Damit wird alles, was wir miteinander besprechen, ungemein konkret. Was ist also dem Hausheiligtum versprochen? Und was wird verlangt? Dieselben sechs Versprechen und dieselben sechs Forderungen der Gründungsurkunde gelten auch für mein Hausheiligtum.

Wie ungemein konkret wird das alles!

Jetzt nehme ich einmal eine Familie mit so und so vielen Kindern. Die Eltern haben die große Not, wie können wir unsere Kinder in unserer Zeit richtig erziehen?

1. Was verspricht die Gottesmutter? „Ich lasse mich hier gerne nieder“, ich, die Gottesmutter, hier im Hause, und ich will von hier aus für die Familie „reichlich Gaben und Gnaden austeilen“. Also von diesem Orte aus. Was darf ich also erwarten?
Erstens, dass die Gottesmutter jetzt unter uns wohnt und thront.

2. Dann zweitens: „Ich will die jugendlichen Herzen an mich ziehen.“ Das gilt von meinen Kindern. Ich bringe das ja gar nicht fertig, sie religiös zu formen und zu erziehen. Sie will jetzt die Herzen an sich ziehen und erziehen. Was wir nicht können, nicht allein können, das tut sie, das verspricht sie.

3. „Ich will sie erziehen“, heißt das dritte Versprechen. Welch große Hilfe ist das für mich, wenn ich hilflos bin in der Erziehung meiner Kinder! Wozu will die Gottesmutter sie erziehen?

4. „Zu brauchbaren Werkzeugen“. Das ist das vierte Versprechen,

5. und dann fünftens: „in ihrer Hand“.

6. Wozu will sie die ganze Familie, Kind und Kegel, Eltern gebrauchen? Für die drei großen Ziele, denen die Familie zustrebt: der neue Mensch in der neuen Gemeinschaft, Rettung der heilsgeschichtlichen Sendung des Abendlandes und dann letztlich, Auf- und Ausbau eines föderativ aufgebauten apostolischen Weltverbandes.

Wenn ich davon überzeugt bin – das also nicht nur nachsagen, sondern daran glauben – und es kommen meine Nachbarn zu mir und erzählen von ihren Nöten, von ihren wirtschaftlichen Sorgen oder von ihren Schwierigkeiten in der Kindererziehung und dergleichen, dann ist das für mich jetzt eine naheliegende Aufgabe, sie in mein Hausheiligtum zu führen. Von der Gottesmutter aus gesehen ist das, wie wenn ich sie hier ins Heiligtum von Holy Cross hineinführen würde.

[3. Die sechs Forderungen]

Freilich, auf der anderen Seite gelten auch die sechs Forderungen. Welche Forderungen muss ich denn mit meinen Kindern erfüllen? Jetzt müssen Sie einmal sehen, was für ein gewaltiges Programm der Erziehung und Selbsterziehung von mir verlangt wird.

1. Was wird zunächst verlangt? „Beweist mir erst, dass es euch ernst ist mit dem Liebesbündnis.“ Ich muss das Liebesbündnis ernst nehmen, das wir miteinander geschlossen haben. Das muss jetzt nicht nur affektiv, sondern auch effektiv wirksam sein.

2. Was verlangt die Gottesmutter als Ausdruck dafür, dass wir das Liebesbündnis ernst nehmen? Wir müssen eine ernste Selbstheiligung miteinander erstreben, also Mann und Frau müssen nach einer ernsten Selbstheiligung streben, wie sie einer christlichen Ehe, vor allem wie sie einer Schönstattfamilie und einer Schönstattehe entsprechen. Forderungen sind das!
Dasselbe muss ich von meinen Kindern verlangen. Natürlich ist das nicht einfach. Das setzt sehr viel gesunden Instinkt voraus, wie ich das mit den Kindern tun kann und darf.

3. Dann die dritte Forderung – das steht alles in der Gründungsurkunde. Ich meine fast, das sollten Sie jetzt, wenn Sie mit Ihren Kindern das lebendige Heiligtum gebaut haben, an Hand der Gründungsurkunde noch einmal durchbesprechen.
Die dritte Forderung heißt: Wir müssen die Forderungen aufs Höchste schrauben, nicht nur so x-beliebig das eine oder das andere tun.

4. Dann viertens, das gilt besonders, wo es sich um die ernste Pflichterfüllung

5. und Pflege des Gebetslebens handelt.

6. Und all dem – das ist die sechste Forderung – müssen wir den Charakter der Beiträge zum Gnadenkapital geben.

[4. Unsere Familien: eine Erziehungsgemeinschaft]

Wir sind nun jahrelang schon beieinander, und wie häufig haben wir gesagt, wir müssen allmählich fähig werden, selber Einführungskurse zu halten. Ich meine, jetzt haben wir alle Gelegenheit, Einführungskurse in unseren Familien zu halten. Und das muss sehr originell geschehen. Ich muss das so den Kindern darstellen, dass sie das verstehen.

Man hat ansonsten schon das Wort geprägt: ein Vortrag, oder ein Kurs selbst gehalten, ist mehr wert als zwanzig gehörte. Hier in dem Fall ist das besonders wertvoll: wir haben so lange von Erziehung gesprochen. Was heißt erziehen? Lebendige Fühlung halten. Und wenn ich mit meinen Kindern, Mann und Frau – wir miteinander – immer wieder in origineller Weise das durcharbeiten, haben wir ein glänzendes Erziehungsprogramm für die ganze Familie, für Mann und Frau und für die Kinder.

Wir dürfen nicht übersehen: die Kinder regen auch uns an, nicht nur, dass wir die Kinder anregen. Wenn ich vorher so viel Zelt gehabt habe, während des Tages zu studieren, so habe ich auf einmal ein anderes Interesse, nämlich am lebendigen Leben meiner Kinder. Ich überlege, wie ich ihnen aus dem großen Programm alles schrittweise erklären kann. So lebe ich mit meinen Kindern zusammen. Sie haben daneben noch ihre eigenen Kurse oder Gruppen. Es wird ihnen dieselbe Welt noch einmal von einem anderen Standpunkt aus gezeigt.

Dann haben Sie durch Ihr überaus schönes Geschenk, das Sie mir gestern präsentiert haben (49), eigentlich den großen Bogen um die ganze Kapellchenbewegung geschlossen.

Was heißt das praktisch? Wir wollen alle selber ein lebendiges Heiligtum darstellen. Wenn Sie das ernst nehmen, dann haben Sie einen neuen Titel anzunehmen, dass die Gottesmutter noch einmal uns die sechs Versprechen macht und die sechs Forderungen stellt.

Jetzt muss ich zur Ergänzung, zur Abrundung oder um ein gewisses Abwehrgefühl zu überwinden, noch einen Gedanken beifügen. Ich habe eben gesprochen von zwei Arten von Kindergruppen oder Jugendgruppen. Jetzt müssen Sie natürlich nicht ehrgeizig sagen: Mein Kind muss in die religiöse Gruppe! Das ist jetzt nicht eine Bewertung der oder jener Gruppe. Wenn in einem Kinde der Sinn erst für tiefere Religiösität geweckt werden muss, dann hat es selbstverständlich keinen Sinn, das Kind in eine Gruppe zu schicken, wo alles religiös warm dargestellt wird.

Die Gruppe, die die Ethik, das heißt die sittliche Hochwertigkeit erstmalig erstrebt, ist jetzt für mein Kind das Richtige. Ich möchte gar nicht einmal, dass es in die andere religiöse gefärbte Gruppe geht, weil es sonst ja keine Nahrung bekommt.

[5. Ihr habt meinen Plan zu eurem Plan gemacht]

Ich meine, damit hätte ich jetzt eine Grundlage gelegt, die es uns möglich macht, mit besonderem Interesse den Gedankengängen zu folgen, die wir miteinander besprechen. Wenn es jetzt zum Beispiel heißt, die Gottesmutter verspricht: „Gerne lasse ich mich hier nieder…“, was heißt das?

Ich habe Ihnen das letzte Mal auseinandergesetzt, wie das Kapellchen damals ausgesehen hat. Es war eine Rumpelkammer. Jetzt kann ich also nicht sagen: die Gottesmutter will sich zwar in meinem Hause niederlassen, da ist ja so viel Unordnung!!!

Wie war das damals mit unserem Heiligtum? Vorher eine Rumpelkammer. Als das Liebesbündnis geschlossen, war alles kalt und leer im Kapellchen. Die Rumpelkammer war zwar weg, aber es war keine Ausstattung im Kapellchen. Ich darf dasselbe auch von meinem Hause annehmen. So wie mit der Zeit das Urheiligtum – oder auch später unsere Filialheiligtümer – ausgeschmückt wurde – edel, schön, anziehend – so ist es selbstverständlich, dass auch unser Haus immer mehr und mehr ein Abglanz der Ordnung Gottes, ein Abglanz der Heiligtümer werden muss.

Schlagen Sie jetzt einmal die Gründungsurkunde auf, da finden Sie unter anderem einen Satz, der sich in besonderer Weise im Laufe der 50 Jahre verwirklicht hat. Da habe ich seinerzeit den Heldensodalen erst den großen Plan dargestellt, unter der Voraussetzung, dass das dem Plane Gottes entspräche. Da heißt es: das ist mein Plan, aber mein Plan, weil ich meinte, es wäre der Plan Gottes, von Gott selbst abgelauscht.

Und nun wird in der Gründungsurkunde festgestellt: „Ihr habt meinen Plan zu eurem Plan gemacht.” Was heißt das? Ihr habt diesen Plan – das Liebesbündnis mit der Gottesmutter mit den 6 Versprechen und den 6 Forderungen – diesen Plan habt ihr zu eurem Plane gemacht. Es ist eure Lebensaufgabe, euer Lebenssinn und Lebensinhalt.
[…]

[6. Das Liebesbündnis – das Geheimnis zu unserem Leben]

Die 50 Jahre bedeuten also praktisch die Geschichte des Liebesbündnisses, oder die Verwirklichung des Wortes, das ich Ihnen vorgelegt habe. Ich könnte mit einer gewissen Berechtigung sagen, die ganze Bewegung hat gleichsam den letzten Blutstropfen hergegeben, um den Plan zu verwirklichen: die 6 Versprechen und 6 Forderungen.

Gründet neu, dem Ursprung treu! „Was Ihr ererbt von Euren Vätern, erwerbt es, um es zu besitzen!”

Was wir zu tun im Begriffe stehen, dass jede Schönstattfamilie auch ihr Hausheiligtum hat, zeigt uns den Weg, wie wir noch treuer als in den verflossenen 50 Jahren zu unserem Liebesbündnisse stehen können. Zunächst ist unsere Aufgabe nicht, dass wir Gott weiß was an äußerem Apostolat tun. Hauptsache ist, dass wir die Wurzel unseres Seins, das Liebesbündnis, festhalten und ernst nehmen.

Sie brauchen nicht zu fürchten, dass das Apostolat darunter leidet. Bei den Forderungen habe ich vorhin hervorgehoben, dass wir unser Ringen und Streben nach Heiligkeit ernst nehmen müssen, dem Liebesbündnis den Charakter der Beiträge zum Gnadenkapital geben.

Alles, was wir tun hat dadurch den Charakter des Apostolates, hat eine apostolische Färbung! Wenn ich Opfer bringe und sie der Gottesmutter schenke, wenn ich mich bemühe, mit meinen Kindern kleine Meister des Gebetes zu werden, dann schenke ich das alles der Gottesmutter, dass sie von hier aus Erziehungsarbeit für das ganze Land leistet!

Ich weiß nicht, ob Sie die ganze Tragweite dessen in sich aufnehmen, was wir da kurz dargestellt haben. Jedenfalls hat alles, was wir jetzt und in der Folge miteinander besprechen, ein viel klareres, konkreteres Ziel. Wir wenden das auf unser Haus, unsere Zentrale, an.

Jetzt greifen wir wieder zurück zu den sechs Versprechen, die die Gottesmutter uns in der Gründungsurkunde gegeben hat.

Wir kennen das erste Versprechen: „Gerne lasse ich mich hier nieder.“ Ist das nicht eine große Freude für mich, wenn ich Mutter bin, dass die Gottesmutter jetzt in unserer Mitte wohnt? Einige von unseren Familien haben nicht nur ihren Schönstatt-Winkel als Hausheiligtum, sondern sie haben sogar angefangen, ein ganzes Zimmer freizustellen nach Art eines Kapellchens im Haus.

Wenn ich jetzt höre: „Gerne lasse ich mich nieder…“ – hier bei Euch, so wie im Urheiligtum und wie im Filialheiligtum und Zentralheiligtum – wenn ich das tief gläubig und religiös fasse, dann haben wir einen ständigen Mitbewohner im Hause. So wie die Gottesmutter im Urheiligtum, im Filialheiligtum in besonderer Weise wirksam ist, so ist sie das jetzt auch neben mir, an mir, an meinem Manne und an meinen Kindern hier in unserem Haus.

Wenn ich also zum Beispiel merke, meine Kinder laufen mir weg vom Haus – das ist ja heute überhaupt die Gefahr, dass unsere Kinder alle Zigeuner werden, wie wir auch – wenn ich dann die Worte der Gottesmutter aus der Gründungsurkunde anwende – wofür hat die Dreimal Wunderbare Mutter jetzt zu sorgen? Dann soll die Gottesmutter sorgen, dass wir als Vater und Mutter, dass unsere Kinder auch das Wort aus der Gründungsurkunde wiederholen: „Hier ist gut sein. Hier wollen wir Hütten bauen.“ Hier soll der Mittelpunkt unseres ganzen Lebens sein. Nicht die Straße, hier ist Familie, nicht im Auto, sondern hier!

Wer das einmal versucht hat, wirklich zu Hause zu bleiben und eine kleine Welt zu bauen, der spürt mit innerer Freude, wieviel Heim- und Heimatgefühl damit verknüpft und verbunden ist.

Ist das nicht überaus schön, wenn ich mich daran gewöhne, mir jeden Tag eine gewisse Zeit zu nehmen, um gleichsam einen Besuch bei der Gottesmutter in meinem Hausheiligtum zu machen? Ich halte also etwa 10 Minuten jeden Tag geistliche Lesung. Dabei konzentriere ich mich erneut auf das Liebesbündnis, das die Gottesmutter mit meinem Haus geschlossen hat.

Ich überlege: Die Gottesmutter hat gesagt, gerne habe ich mich hier niedergelassen, hier ist meine Wohnung; es ist nicht nur eure Wohnung! Von hier werde ich reichlich Gnaden austeilen.

Was wir vorher alles gesagt haben vom Heiligtum, wo wir darauf hingewiesen haben, wie die Sonne überall scheint, aber an bestimmten Orten in besonderer Weise wirksam ist, so ist das auch, wo es sich dreht um die Erziehungsarbeit der lieben Gottesmutter: „Hier will ich gerne Gnaden, reichlich Gnaden und Gaben austeilen!“

Und die Gottesmutter ist jetzt die Haupterzieherin. Es heißt ja so überaus schön: „Ich will hier die jugendlichen Herzen an mich ziehen!“

Ich möchte ja die Herzen meiner Kinder der Gottesmutter und durch die Gottesmutter Gott schenken. Dasselbe gilt von Mann und Frau.

Da wir eine christliche Ehe eingegangen sind, haben wir auch die Pflicht, einander, nicht nur die Kinder, in den Himmel hineinzuführen. Das ist eine überaus klare Antwort auf unsere Erziehungsnot.

Was sagt mir die Dreimal Wunderbare Mutter? Was hat sie gesagt, als sie Einzug in meinem Hause hielt? Was Du nicht kannst, das will ich jetzt tun, die jugendlichen Herzen – mein Herz ist auch ein jugendliches Herz, weil es immer noch aufgeschlossen ist – an mich ziehen. Ich will sie alle erziehen. Ist das nicht ein großer Trost, wo wir so hilflos sind in der Erziehung?

Hören Sie noch einmal: Zum brauchbaren Werkzeug – in meiner Hand – zur Verwirklichung der großen Ziele.“

Ich meine, jetzt sollte ich nicht weiter fortfahren, sondern, Sie bitten, diese wenigen Gedanken für sich selber durchzudenken. Nehmen Sie bitte die paar Hinweise als mein Gegengeschenk für alle Ihre Gratulationen zu meinem Geburtstag.


Schönstatt-Lexikon ONLINE: Gründungsurkunden
(49) Geschenk zum Geburtstag, der auf den 16.11., also 2 Tage vor dem Vortrag, datiert.

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